Moorrenaturierung bei Zarrentin erfolgreich abgeschlossen

Nr.312/2021  | 22.10.2021  | Europamv  | europa-mv.de

 

Der Grundwasserstand des Kalkflachmoores bei Zarrentin am Schaalsee ist erfolgreich angehoben worden. Zum Abschluss der seit Dezember 2020 laufenden Baumaß­nahmen äußerte sich Umweltminister Dr. Till Backhaus wie folgt:

„Ich freue mich, dass wieder ein Moorrenaturierungsprojekt umgesetzt werden konnte. Im moor­reichen Mecklenburg-Vorpommern sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle für die Emission von Treib­hausgasen – noch vor dem gesamten Autoverkehr. Dieser Prozess muss aufgehalten werden. Nur renaturierte Moore können ihre Speicherfunktion wahrnehmen. Mecklenburg-Vorpommern geht mit seinem Moorschutzkonzept in Sachen Klimaschutz einen guten Weg.“

Untersuchungen im Rahmen der Managementplanung für das Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB, früher FFH-Gebiet) „Schaalsee“ hatten 2010 ergeben, dass sich der Zustand des Kalkflachmoores in den letzten Jahren auf Grund des geringen Wasserstandes stark verschlechtert hat. Fast alle Gräben waren trockengefallen. Durch Graben­verschlüsse und zwei regulierbare Staus konnte bis Ende Mai wieder ein guter Wasserstand im Kalkflachmoor erreicht werden. So wurde die Auslaufhöhe am Durchlass zum Schaalsee um 47 cm erhöht.

Bestandteil des Renaturierungsprojektes war auch die Anhebung des unmittelbar angrenzenden Sportplatzes, um trotz Anhebung des Wasserstandes weiterhin eine Nutzung zu gewährleisten. Heute wurde er wieder seiner Bestimmung übergeben. Derzeit läuft zudem die Wiederherstellung der Straße „Am See“, über die ein Groß­teil der Baustoff- und Erdtransporte erfolgte.

Das fast eine Million Euro teure Projekt wurde zu 100 Prozent mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen der „Wiederherstellung von Feuchtgebieten und Mooren“ gefördert. Der Zweckverband „Schaalsee-Landschaft, die Stiftung Biosphäre Schaalsee, die Stiftung Umwelt und Naturschutz MV (StUN) und das Land MV stellten zudem Land für das Projekt zur Verfügung.

 

Informationen Kalkflachmoor:

Das etwa 30 Hektar große Kalkflachmoor erstreckt sich am Ausfluss der Schaale aus dem Schaalsee.

Während der letzten Eiszeit wurden kalkhaltige Gesteinsmassen bis in unsere Region transportiert. Im Laufe der Jahrtausende wurde der Kalk über zahlreiche Quellen in den Schaalsee gespült und ausgefällt. Armleuchteralgen können Kalk in ihrem Gewebe einlagern, der sich nach ihrem Absterben auf den Gewässerboden anreichert. Dadurch haben sich bis zu sieben Meter mächtige Kalkschichten ausgebildet und die Seebucht verlandete.

Mit der Verringerung der Wassertiefe konnten sich weitere Pflanzen der Kalksümpfe ansiedeln. Auf der Kalkmudde entstand so eine etwa ein Meter dicke Torfschicht, die aus kalkliebenden Pflanzen wie der Binsenschneide und Torfmoosen besteht. Die seltene Binsenschneide hat im Kalkflachmoor ihr größtes Vorkommen in MV. Auch verschiedene Orchideenarten, zahlreiche Amphibienarten und der Fischotter haben im Kalkflachmoor ihren Lebensraum.

Das Kalkfachmoor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Steg durch das Moor mit zahlreichen Informationstafeln macht das Gebiet für Besucher erlebbar.

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