Fachkräftezuwanderung: Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen bei der Gewinnung und Integration ausländischer Fachkräfte / Ideenaufruf

Dr. Blank: „Wir geben den Unternehmen in MV praktikable Instrumente zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte an die Hand“

Nr.20/26  | 23.02.2026  | Europamv  | europa-mv.de

Auf Grund der demografischen Entwicklung und des stei­genden Fachkräftebedarfs ist Mecklenburg-Vorpommern in Zukunft verstärkt auch auf Fachkräfte aus dem Ausland an­gewiesen.

Ziel der „Fachkräftezuwanderungsstrategie für das Land Mecklenburg-Vorpommern“ ist es, internationale Fachkräfte gezielt zu gewinnen, langfristig zu binden und die Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns für qualifizierte Arbeitskräfte zu erhöhen. Die Fachkräftezuwanderungsstrategie ist am 22. Ja­nuar 2026 vom Zukunftsbündnis Mecklenburg-Vorpommern, einem Zusammenschluss aus Landesregierung, Vertrete­rin­nen und Vertreter von Wirt­schaft, Gewerk­schaften, Arbeits­verwaltung und Kommunen, verabschiedet worden.

„Wir setzen die Strategie mit einem ganzen Paket konkreter Maßnahmen und Instrumente um. Dabei stehen unsere vielen kleinen und mittleren Unternehmen im Fokus. Sie haben oft wenig Erfahrung mit der internationalen Rekrutierung und be­grenzte zeitliche und finanzielle Ressourcen“, so Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit.

Zu den neuen Maßnahmen des Wirtschaftsministeriums zur Unterstützung der Unternehmen bei der Gewinnung und In­tegration ausländischer Fachkräfte gehört zum Beispiel eine „Rekrutierungsförderung“. Dabei werden kleine und mittel­große Unternehmen finanziell bei der Rekrutierung von bis zu drei Mitarbeitenden oder Auszubildenden aus dem nichteuro­päischen Ausland unterstützt. Die Förderung soll den Unter­nehmen dabei helfen, Kompetenzen bei der Anwerbung inter­nationaler Fachkräfte zu erlangen. Im Rahmen eines neuen gemeinsamen Projekts mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) werden beispielsweise außerdem ausbil­dungsvorbereitende Sprachkurse angeboten. Mit der recht­zeitigen Sprachförderung sollen angehende Auszubildende in Tourismus und im Gesundheitsbereich auf die sprachlichen Anforderungen im Betrieb und in der Berufsschule vorbereitet werden.   

Wirtschaftsminister Dr. Blank erklärt: „Internationale Fach­kräfte sind ein unverzichtbarer Teil unserer Wirtschaft. Mit neuen, ganz konkreten Maßnahmen setzen wir die Fach­kräftezuwanderungsstrategie des Landes um und geben ins­besondere kleinen und mittleren Unternehmen praktikable Instrumente an die Hand.“

Die Partner des Zukunftsbündnisses unterstützen das Maß­nahmenpaket des Wirtschaftsministeriums ausdrücklich.  Es besteht Einigkeit, dass erfolgreiche Fachkräftezuwanderung mehr erfordert als Anwerbung allein: Entscheidend sind faire Verfahren, transparente Bedingungen, zügige Anerkennungs­prozesse sowie eine Willkommens- und Integrationskultur, die von Arbeitgebenden und Gesellschaft gemeinsam getragen wird. Um internationale Fachkräfte dauerhaft zu binden, ge­winnen auch Maßnahmen zur interkulturellen Kompetenz­vermittlung immer mehr Bedeutung.

Mecklenburg-Vorpommern verfolgt eine breit aufgestellte Fachkräftestrategie, um bestehenden Personalmangel bei den Unternehmen durch Arbeitslose, Studierende, Ältere und Frauen zu decken. Dabei leisten internationale Fachkräfte be­reits seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbs­fähigkeit und Innovationskraft Mecklenburg-Vorpommerns. Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs kommt der Erwerbsmigration aus dem Aus­land eine wachsende Bedeutung zu. Weil die EU-Staaten ähnliche demografische Entwicklungen aufweisen, gewinnt die Erwerbsmigration aus sogenannten Drittstaaten weiter an Wichtigkeit. 

Mit der Fachkräfte-Service-Zentrale M-V hat Mecklenburg-Vorpommern eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen und Einzelpersonen geschaffen, die Unterstützung und Beratung bei der Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland benötigen.

Gesucht: Neue Ideen zur Gewinnung von Fachkräften

Mit einem Ideenaufruf „Internationale Fachkräfte für die regio­nale Wirtschaft gewinnen und halten“ hat das Ministerium am 17.02.2026 dazu aufgefordert, Projektideen einzureichen, welche die regionale Wirtschaft dabei unterstützt, internatio­nale Fachkräfte zu rekrutieren und bei der Integration zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Ideenaufruf „Internationale Fachkräfte für die regionale Wirtschaft gewinnen und halten“:

Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Strukturentwick­lungsmaßnahmen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) sollen entweder a) überbetriebliche Rekrutie­rungsprojekte für internationale Fachkräfte und/oder b) über­betriebliche Projekte zur betrieblich-sozialen Integration von internationalen Fachkräften in Unternehmen gefördert werden.

Gegenstand des Ideenaufrufs ist die Einreichung von Projek­tideen zur Förderung solcher Vorhaben zur Gewinnung von der regionalen Wirtschaft benötigter sowie zur nachhaltigen Bindung bereits in Unternehmen der regionalen Wirtschaft Beschäftigter mit Drittstaatsangehörigkeit. Die Vorhaben sollen geeignet sein, zur nachhaltigen Sicherung des regio­nalen Fach- und Arbeitskräftebedarfs in Mecklenburg-Vor­pommern beizutragen. Die Projektideen sollen sich auf Fach- und Arbeitskräfte einschließlich (angehende) Auszubildende mit Drittstaatsangehörigkeit (nachfolgend internationale Fach­kräfte) beziehen.

Folgende Inhalt sind förderfähig:

Überbetriebliche Rekrutierungsprojekte für internationale Fachkräfte

Überbetrieblich, branchenseitig und/oder wirtschaftsräumlich aufgestellte Vorhaben sollen unterstützt werden, die konzep­tionelle und/oder praktische Voraussetzungen für die Anwer­bung bzw. Rekrutierung von internationalen Fachkräften im Ausland schaffen oder auch konkrete Rekrutierungsvorhaben durchführen. Ausschließlich auf die Fach-, Arbeitskräfte- und Ausbildungsbedarfe eines einzelnen Unternehmens ausge­richtete Vorhaben sind nicht förderfähig. Die Beteiligung von mindestens drei Unternehmen (vorzugsweise KMU) wird vorausgesetzt.

Gefragt sind Unterstützungs-/Beratungsangebote von Akteu­ren der regionalen Wirtschaft (z. B. Branchenverbände, Unter­nehmensnetzwerke eines Wirtschaftsraumes, Wirtschafts­fördergesellschaften) zur Entwicklung und Stärkung unterneh­merischer Anwerbungs- bzw. Rekrutierungsstrategien. Diese sind diskriminierungssensibel, chancengerecht und trans­parent auszugestalten. Dies schließt z. B. die Vermittlung unternehmerischer Good Practices ein. Andererseits kann die Förderung auch zur direkten Durchführung von überbetrieb­lichen Maßnahmen zur Gewinnung von internationalen Fach­kräften genutzt werden.

Überbetriebliche Projekte zur betrieblich-sozialen Integra­tion von internationalen Fachkräften in Unternehmen

Überbetrieblich und/oder branchenseitig aufgestellte Vor­haben sollen unterstützt werden, die eine bessere betriebliche Integration von internationalen Fachkräften zum Ziel haben. Maßnahmen zur gleichzeitigen besseren sozialen Integration der genannten Personengruppe können Teil der angestrebten besseren betrieblichen Integration sein. Ausschließlich auf die Fach-, Arbeitskräfte- und Ausbildungsbedarfe eines einzelnen Unternehmens ausgerichtete Vorhaben sind nicht förderfähig, die Beteiligung von mindestens drei Unternehmen wird vorausgesetzt. Nicht förderfähig sind darüber hinaus Vor­haben, die ausschließlich auf die soziale Integration von inter­nationalen Fachkräften ausgerichtet sind.

Gefragt sind Beiträge zur Etablierung einer umfassenden Will­kommens- bzw. Anerkennungskultur auf Unternehmens­ebene, die die Unternehmen als entscheidende Integrations­faktoren in den Mittelpunkt stellen und positive Effekte auf die Arbeitgeberattraktivität sowie die Bindung internationaler Fachkräfte an den Arbeitgeber erwarten lassen. Eine aktive Einbindung sozialpartnerschaftlicher Akteure bei der Projekt­entwicklung und Umsetzung wird ausdrücklich begrüßt. Vor­haben zur Förderung der betrieblichen Integration und des sozialen Miteinanders im Betrieb müssen konzeptionell und/oder auf übergreifende Beratungs- und Begleitangebote für kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet sein. Dies schließt z.B. Mentorinnen- und Mentorenprogramme, die Unterstützung diskriminierungsfreier Arbeitsumgebungen und Personalinstrumente ein, wie auch die Entwicklung eines partizipativ angelegten betrieblichen Integrationsmanage­ments, welches die gesamte Belegschaft einbezieht und Gele­genheiten für den interkulturellen Austausch oder gemein­samen Aktivitäten schafft. Hierbei können Maßnahmen zur Steigerung interkultureller Kompetenzen bei den Beschäf­tigten, zur Förderung eines guten Betriebsklimas und zum Abbau sprachlicher Barrieren Gegenstand der projektbe­zogenen Begleitstrukturen sein, um das gegenseitige Ver­ständnis nachhaltig zu unterstützen. Weiterhin kann auch in diesem Handlungsfeld die Sichtbarmachung und Vermittlung unternehmerischer Good Practice Impulse für Nachahmung setzen.

Für weiterführende Informationen zu den Zugangsvoraus­setzungen, Förderkonditionen und dem Verfahren siehe den Ideenraufruf „Internationale Fachkräfte für die regionale Wirtschaft gewinnen und halten“

 


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