Gute Berufsorientierung schafft Ausbildungschancen

Bertelsmann-Studie bestätigt den Kurs des Landes: Frühzeitige Orientierung und praktische Erfahrungen stärken Ausbildungswege

Nr.128-26  | 22.07.2026  | Europamv  | europa-mv.de

Der erfolgreiche Übergang von der Schule in die Ausbildung ist entscheidend für die Zukunft junger Menschen und die Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern. Die neue Bertelsmann-Studie „Ausbildungsperspektiven 2026“ bestätigt den Kurs des Landes: Frühzeitige Berufsorientierung, praktische Erfahrungen und individuelle Begleitung sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Übergänge in Ausbildung und Beruf. Mit einer umfassenden Beruflichen Orientierung von der Kita bis zum Abitur unterstützt Mecklenburg-Vorpommern Schülerinnen und Schüler dabei, den passenden Berufsweg zu finden und erfolgreich in eine Ausbildung zu starten.

„Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie zeigen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern die richtigen Schwerpunkte gesetzt haben. Die duale Ausbildung selbst hat ein gutes Image – junge Menschen wollen diesen Weg gehen und diejenigen, die bereits eine Ausbildung absolvieren, sind überwiegend sehr zufrieden. Entscheidend ist deshalb, dass alle Jugendlichen die Chance erhalten, ihren Ausbildungsplatz zu finden. Mit unserem Konzept ‚Alle werden gebraucht! – Schulische Berufliche Orientierung für einen guten Übergang in Ausbildung und Beruf‘, vielen Praxiserfahrungen und individueller Begleitung schaffen wir genau diese Voraussetzungen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Für die Studie wurden neben Schülerinnen und Schülern auch bundesweit mehr als 1.300 Auszubildende befragt. Neun von zehn Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden und würden sich erneut für ihren Ausbildungsberuf entscheiden. Gleichzeitig schätzen insbesondere junge Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz als gering ein. Handlungsbedarf besteht deshalb vor allem beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt mehr praktische Erfahrungen, eine verlässliche Begleitung und eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Viele dieser Empfehlungen setzt Mecklenburg-Vorpommern bereits um.

Seit dem Schuljahr 2025/26 ist das Konzept zur Beruflichen Orientierung „Alle werden gebraucht“ für alle Schulen in Mecklenburg-Vorpommern verbindlich. „Schülerinnen und Schüler sollen noch gezielter den Beruf anstreben, der am besten ihren Neigungen entspricht“, so die Bildungsministerin. „Daher haben wir mit einem neuen Konzept die Berufliche Orientierung weiterentwickelt – für einen gelungenen Übergang in Ausbildung und Beruf.“ Das Konzept sieht vor, dass die ökonomische Bildung bereits in der Kita beginnt und in der Grundschule fortgeführt wird. In der weiterführenden Schule wir daraus die Berufliche Orientierung. „Hier sind 25 Tage für Betriebspraktika vorgesehen – so viele wie in keinem anderen Bundesland“, ergänzt Simone Oldenburg.

Auch die Arbeit in Schülerfirmen hat Mecklenburg-Vorpommern gestärkt: Die Landesregierung hat für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler eine Handreichung „Gründung und Betrieb von Schülerfirmen“ erarbeitet, damit wieder mehr Schülerfirmen entstehen können. Sie vermitteln Wissen über wirtschaftliche und unternehmerische Zusammenhänge und sind damit ein wichtiger Baustein der Beruflichen Orientierung.

Mit dem Startchancen-Programm von Bund und Ländern unterstützt die Landesregierung Angebote für Schülerinnen und Schüler, die schwierige Startbedingungen haben. Mecklenburg-Vorpommern erhält über einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich 17 Millionen Euro.

Ein Frühwarnsystem greift, wenn die Gefahr besteht, dass eine Schülerin bzw. ein Schüler nicht versetzt wird. Schulen informieren in diesem Fall die Eltern und beraten sie zu Fördermöglichkeiten.

Zudem hat das Land Förderangebote weiter ausgebaut, damit mehr Jugendliche die Schule mit einem anerkannten Schulabschluss verlassen. Seit dem Schuljahr 2023/2024 ist der Besuch des Freiwilligen 10. Schuljahres an Regionalen Schulen und Gesamtschulen möglich. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen, um die Berufsreife zu erlangen.

Darüber hinaus führt das Land ab dem Schuljahr 2026/2027 an beruflichen Schulen mit Berufsvorbereitungsteil den neuen Bildungsgang „AVdual“ (Ausbildungsvorbereitung dual) ein. Das berufsvorbereitende Angebot startet mit dem Ziel, die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben.

Ebenfalls zum neuen Schuljahr werden das Angebot „Produktives Lernen“ und der Modellversuch „Berufsreife dual“ in die „Praxisorientierte Berufsreife“ überführt. Statt zwei parallelen Angeboten gibt es jetzt ein Angebot, das die Vorzüge beider vereint.

Gemeinsam mit dem Landesausschuss für Berufsbildung hat die Landesregierung zudem in diesem Schuljahr die Arbeitsgruppe „Gemeinsam für erfolgreiche Ausbildungswege“ initiiert, um partnerschaftlich tragfähige Strategien und Angebote zu entwickeln und bestehende Konzepte zu schärfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Übergänge von der Schule in die berufliche Bildung weiter verbessert und die Potenziale von Schülerinnen und Schülern im Übergangssektor besser genutzt werden können. Land und Landesausschuss für Berufsbildung sind sich einig, dass auch diese Jugendlichen wichtig für die Fachkräftesicherung sind und enger begleitet werden müssen.

 


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