„Die Zukunft beginnt jetzt“: Mecklenburg-Vorpommerns Gastgewerbe tagt in Warnemünde

Glawe: Hotels und Gaststätten sind Visitenkarte des Tourismus im Land – wenige Unternehmen von Thomas Cook-Pleite betroffen

Nr.360/19  | 11.12.2019  | Europamv  | europa-mv.de

In Rostock-Warnemünde hat am Mittwoch der diesjährige Branchentag des Gastgewerbes Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden. Der Tag stand unter dem Motto „Die Zukunft beginnt jetzt – gehen wir sie gemeinsam an“. „Hotels und Gaststätten sind die Visitenkarte des Tourismus bei uns im Land. Zufriedene Gäste kommen gern wieder. Damit dies gelingt, leisten die touristischen Unternehmen eine Menge. Qualität, Service und ein abwechslungsreiches Angebot müssen die Urlauber im hart umkämpften Wettbewerb überzeugen. Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Weiterbildung sind dabei herausfordernde Aufgaben. Wir unterstützen das Hotel- und Gaststättengewerbe auf diesem Weg“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Veranstaltet wurde der Branchentag vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern).

 

Unterstützung beim Bau von Mitarbeiterwohnungen

„Der Fachkräftemangel ist ein Kernproblem der Branche. Ziel muss es sein, ein frisches, realistisches Bild der Berufsbilder aufzuzeigen, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen. In der Hotel- und Gaststättenbranche wird gearbeitet, wenn andere feiern oder Urlaub machen. Deshalb müssen die Rahmenbedingungen rund um den beruflichen Alltag stimmen, beispielsweise beim Thema Wohnen. Das haben wir gemeinsam angepackt“, sagte Glawe. Wirtschaftsminister Glawe verwies zur Bewältigung des Fachkräftemangels unter anderem auf die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums bei der gastgewerblichen Ausbildungskampagne „Gastro Burner – Fang Feuer und check ein“ und die Hilfen beim Bau von Mitarbeiterwohnungen.

So plant das Wirtschaftsministerium zur Schaffung von Mitarbeiterwohnungen in Tourismusschwerpunktgemeinden eine Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Das Programm soll die Fachkräfte entlasten, um am Arbeitsort auch geeigneten Wohnraum zu finden. Zugleich können Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern“, sagte Glawe.

 

Wenige Unternehmen von Thomas Cook-Pleite betroffen

Wirtschaftsminister Glawe ging abschließend zum Maßnahmenpaket für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ein, die von der Thomas Cook-Pleite betroffen sind. Dies enthält neben einer Unternehmens-Hotline unter anderem Bürgschaften und Darlehen, auch Kurzarbeit und die geförderte Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern konnten genutzt werden, um Kündigungen zu vermeiden. Mit Stand Ende November gab es über die Hotline der Gesellschaft für Struktur und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) insgesamt zehn Unternehmen, die sich gemeldet hatten. Bei den Anrufern handelte es sich mehrheitlich um große Hotels beziehungsweise Hotelanlagen mit großen Bettenkapazitäten und dem Angebot von saisonverlängernden Maßnahmen und hohen Mitarbeiterzahlen. „Nachgefragt wurden Informationen zu den Themen Unterstützung, Weiterbildung sowie Insolvenzverfahren. Wir prüfen individuell, was das Richtige für jedes einzelne Unternehmen ist. Die Unternehmenshotline ist weiter geschaltet“, sagte Glawe.

 

Imagekampagne soll modernes, realistisches Berufsbild vermitteln

Um Auszubildende zu gewinnen, hat der DEHOGA MV die Kampagne „Gastro Burner“ gestartet. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Kampagne mit 750.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). In einer Roadshow mit dem „Gastro-Burner Food Truck“ werden die Schulstandorte in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Zusammen mit einer breit angelegten medialen Kampagne aus Imagefilmen, einer Kampagnenwebseite und Auftritten in Social Media Kanälen soll Jugendlichen ein modernes Bild der Ausbildungsberufe gezeigt werden. „Mit der Kampagne soll das Gastgewerbe stärker in den Fokus von Jugendlichen bei der Berufswahl gerückt werden. Sie werden mit neuen Medien angesprochen und vor Ort an Schulen begeistert. Damit kann ein zeitgemäßes Bild der Ausbildungsberufe in Hotellerie und Gastronomie vermittelt werden“, sagte Glawe.

 

Nach Angaben des Bundesagentur für Arbeit fallen derzeit (Stand Ende September) von den insgesamt 1.600 noch unbesetzten Berufsausbildungsstellen 404 Stellen (rund 25 Prozent) auf den HoGa-Bereich. In den Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen liegt auf dem ersten Platz der HoGa-Beruf Koch/Köchin (126 offene Stellen), auf dem 2. und 3. Platz liegen die Berufe Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau (119) und Hotelfachmann/Hotelfachfrau (107), und auf Platz 6 der Beruf Fachkraft im Gastgewerbe (52).

 

Informationen zum Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern)

Der DEHOGA MV ist Interessensvertreter der gastgewerblichen Branche und seiner Mitgliedsunternehmen. Nach eigenen Angaben vertritt der Verband rund 6.600 konzessionierte Betriebe. In Mecklenburg-Vorpommern sind insgesamt rund 40.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in der Hotellerie und Gastronomie beschäftigt. Das entspricht einer Steigerung seit dem Jahr 2009 von 22 Prozent. Etwa drei Milliarden Euro Umsatz erzielt das Gastgewerbe jährlich im Land, dabei sind die Vorleistungsanbieter entlang der Wertschöpfungskette und die nachrangigen Effekte in der zweiten Wertschöpfungsstufe nicht eingerechnet.

 

Touristische Bilanz Mecklenburg-Vorpommern Januar bis September 2019

Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es im Zeitraum Januar bis September 2019 in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt rund 6,8 Millionen Ankünfte (+5,8 Prozent zum Vorjahrszeitraum) und mehr als 28,3 Millionen Übernachtungen (+10,1 Prozent) wurden registriert. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in M-V lag in diesem Zeitraum bei 4,2 Nächten.

 

Hinweis: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.