Wirtschaftsstaatssekretär eröffnet „AutoTrend 2019“ in Rostock

Rudolph: Schaufenster der Automobilbranche im Norden zeigt über 600 Fahrzeuge – neue industrielle Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotentiale besser erschließen – Wirtschaftsministerium unterstützt Entwicklung innovativer Technologien

Nr.94/19  | 05.04.2019  | Europamv  | europa-mv.de

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Freitag die 26. Messe „AutoTrend 2019“ in Rostock offiziell eröffnet. „Mit über 600 Fahrzeugen werden vom Kleinwagen bis zur Oberklasse, vom Cabrio bis zum Geländewagen die neuesten Entwicklungen und Innovationen präsentiert. Die AutoTrend ist die Leitmesse und das Schaufenster der Automobilbranche im Norden. Der Markt ist mächtig in Bewegung. Die Automobilindustrie befindet sich global in einem Umbruch. Vor allem Mobilität und Umweltfreundlichkeit werden immer wichtiger. Jetzt geht es darum, hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Anschluss im Wettbewerb mit anderen nicht zu verlieren“, forderte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

 

Neue industrielle Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotentiale besser erschließen

Erstmalig findet auf der Messe das „EcoForum“ statt – ein Ausstellungsbereich, auf dem unterschiedliche alternative Antriebe vorgestellt werden, vom Elektroauto über Hybridantriebe bis hin zu Wasserstoff und Erdgas als alternative Antriebe. „Wir brauchen eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur, wenn es um Elektromobilität geht. Für das vernetzte beziehungsweise autonome Fahren ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur in Deutschland unabdingbar. Für unsere heimischen Automobilzulieferer in Mecklenburg-Vorpommern bieten diese Themen Chancen, neue industrielle Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale noch besser zu erschließen. Mit der Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten unterstützen wir unsere Wirtschaft und die Wissenschaft, mehr marktfähige Produkte zu entwickeln“, machte Rudolph vor Ort deutlich. Zusatzgeräte wie beispielsweise Gehäusesysteme für Antriebssysteme, Elektro-Verbindungselemente sowie Stand- und Zusatzheizungen müssen den aktuellen Marktentwicklungen angepasst und entsprechend modifiziert werden.

 

Wirtschaftsministerium unterstützt Entwicklung neuer Technologien

Für den Forschungs- und Entwicklungsbereich stehen im Zeitraum 2014 bis 2020 insgesamt 218 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen werden dabei unterstützt, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, „digitale“ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen. Diese Pilotprojekte werden bei klein- und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 50 Prozent und bei großen Unternehmen mit bis zu 15 Prozent, jedoch maximal mit 200.000 Euro gefördert. Zudem können auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. Zudem ist auch die Förderung von Investitionen möglich, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. Die Investitionen in Folge von Prozessinnovationen werden mit 50 Prozent und bis zu 100.000 Euro gefördert. „Die überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor besonderen Herausforderungen. Im Unterschied zu Großunternehmen müssen sie mit limitierten finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen für Innovationen umgehen, verfügen oftmals über keine eigene Forschung- und Entwicklungsabteilung. Das darf aber kein Hindernis bei der Entwicklung neuer Technologien sein“, betonte Rudolph.

 

Dynamische Automobilzuliefererindustrie in Mecklenburg-Vorpommern etabliert

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es rund 1.600 Kfz-Handwerksunternehmen mit 13.700 Beschäftigten, die einen jährlichen Umsatz zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro erwirtschaften. Das sind rund 20 Prozent vom Gesamtumsatz des gesamten Handwerks im Land. Der Kfz-Bestand in Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Angaben des Kraftfahrzeug-Bundesamtes bei etwa einer Million Fahrzeugen. Das Kraftfahrzeuggewerbe wird unter anderem durch den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern repräsentiert. Er vertritt zehn Kfz-Innungen mit rund 650 Mitgliedsbetrieben, die etwa 8.000 Mitarbeiter beschäftigen, davon etwa 1.000 Auszubildende. Zum 30.09.2018 wurden 402 Ausbildungsverträge für den Beruf Kfz-Mechatroniker/in neu abgeschlossen (Vorjahr 375). Im Beruf Automobilkaufmann/frau wurden per 30.09.2018 48 neue Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen (Vorjahr 57). „Neben dem Kfz-Gewerbe hat sich in Mecklenburg-Vorpommern eine dynamische und erfolgreiche Automobilzuliefererindustrie entwickelt. Dieser Erfolg ist in erster Linie einer Reihe von Systemproduzenten und Zulieferern zu verdanken, die sich als zuverlässiger Partner der Automobilwirtschaft etabliert haben und sich heute erfolgreich im globalen Wettbewerb behaupten“, sagte Rudolph.

 

Informationen zur Automobilzuliefererbranche in Mecklenburg-Vorpommern

Im Land sind etwa 100 überwiegend kleine und mittlere Unternehmen im Bereich Automobilzulieferer (automotive) tätig. Davon sind ca. 30 Unternehmen spezialisierte Automotive-Zulieferer. So werden in Mecklenburg-Vorpommern hochwertige Fahrzeugklimatisierungs- und Heizsysteme, Komponenten für einen zuverlässigen Insassenschutz und moderne Fahrzeuginformationssysteme gefertigt. Daneben produzieren die Unternehmen im Land hydraulische Präzisionskomponenten, statten Nutzfahrzeuge mit Allradantrieben aus und sind im Bereich der Leichtmetallumformung tätig. Beispiele hierfür sind die Webasto Neubrandenburg GmbH, die TRW Airbag Systems GmbH in Laage, die Flamm Precomp GmbH & Co. KG in Laage und die Oberaigner Automotive GmbH in Laage. Derzeit arbeiten rund 5.000 Menschen in diesem Industriezweig und erwirtschaften in den etwa 100 Betrieben einen jährlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro.

 

Informationen zur Messe AutoTrend 2019

Bei der Messe AutoTrend handelt es sich um eine Automobilausstellung, die sich als Leitmesse des Kfz-Gewerbes in Mecklenburg-Vorpommern etabliert hat. Die dreitägige Messe läuft bis Sonntag (07. April 2019, täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr). Auf der Messe wird unter anderem folgendes Rahmenprogramm geboten: BlaulichtMeile, Markt für „Junge Gebrauchte“, OldtimerTreff, Probefahrten der Autohäuser, Sportwagenvermietung, TestParcours für Assistenzsysteme und Treff der Tuningszene.

Europäische Fonds in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern wurde für die Förderperiode 2014 bis 2020 als Übergangsregion, der mittleren von drei Förderstufen der Europäischen Union, eingestuft. Damit wird die positive Entwicklung im Land während der vorangegangenen Förderperiode sichtbar, als sich Mecklenburg-Vorpommern im europäischen Vergleich noch auf der Ebene der am wenigsten entwickelten Regionen befand. Von 2014 bis 2020 stehen Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 2,289 Milliarden EURO Fördermittel zur Verfügung - und zwar aus dem

  • Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE),
  • Europäischen Sozialfonds (ESF),
  • Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

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