Neue grenzüberschreitende Projekte befürwortet – deutsch-polnische Zusammenarbeit wird weiter intensiviert

Glawe: Vorhaben schaffen bessere Lebensperspektiven für Bewohner in grenznahen Regionen – Erfolgsgeschichte des Programms muss fortgeschrieben werden

Nr.70/19 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 19.03.2019  | Europamv  | europa-mv.de

Für die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Republik Polen sind neue europäische Projekte im Rahmen des Interreg-Programms V A (Informationen zum Programm, Seite 4) bewilligt worden. „Die Vorhaben vertiefen die kulturelle, touristische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Über die einzelnen Projekte entstehen bessere Lebensperspektiven für die Bewohner der grenznahen Regionen. Das grenzüberschreitende Programm leistet einen bedeutenden Beitrag zur europäischen wirtschaftlichen Stabilität“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

 

Insgesamt sieben Projekte sind ausgewählt worden – davon vier mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt sind sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 14,5 Millionen Euro ausgewählt worden, davon vier Projekte mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Förderung für die vier EU-Projekte beläuft sich auf rund 7,55 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Die europäischen Mittel im Interreg-Fördergebiet zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind eine Erfolgsgeschichte. Sie muss fortgeschrieben werden. Wir benötigen weiterhin die Unterstützung, um die enge Nachbarschaft intensiv leben zu können“, hob Glawe hervor. Der Wirtschaftsminister verwies auf derzeit laufende Überlegungen der Europäischen Union, ab der Förderperiode 2021 Fördermittel zu reduzieren und die Fördergebiete neu zu definieren. „Wir werden uns weiter in Brüssel dafür einsetzen, dass das Interreg-Programm auch künftig für die deutsch-polnische Zusammenarbeit genutzt werden kann.“

 

Technikgeschichte in Pommern – grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Museen in Anklam und Szczecin

Die Städte Anklam und Szczecin wollen mit dem polnischen Technikmuseum und dem vorpommerschen Otto-Lilienthal-Museum die Technikgeschichte in Pommern besser erlebbar gestalten. Szczecin ist mit seinem Technikmuseum ein Aushängeschild in der technisch-historischen Museumslandschaft der Region. Anklam ist ein Tor zu einer führenden deutschen Tourismusregion an der Grenze zu Polen und verfügt über einen der großen Namen der Welt-Technikgeschichte – Otto Lilienthal. Durch das gemeinsame museale Konzept sollen generationsübergreifend Anwohner und Gäste der deutschen und polnischen Seite angesprochen werden. Ziel ist es, Bildungs- und Weiterbildungsangebote, ein Experimentarium sowie ein Lilienthal-LAB zu entwickeln. Während das Museum für Technik und Kommunikation (MTK) in Szczecin mit dem Experimentarium auf das Thema der individuellen Mobilität und die Verkehrserziehung setzen soll, soll das Otto-Lilienthal-Museum (OLM) das Thema Fliegen im Lilienthal-LAB, dem fliegenden Klassenzimmer, entwickeln. Mit dem Lilienthal-LAB soll das Otto-Lilienthal-Museum in der Nikolaikirche Anklam zum Lernort für alle werden. Baulich soll in Anklam dafür das Kirchenschiff der Nikolaikirche verändert werden - zum Ikareum. „Die oftmals komplexen Themen Technik und Mobilität sollen in den Museen für die Besucher attraktiv gestaltet werden. So kann jeder Interessierte über eigenständiges Forschen, Entdecken und Erfahren ein größeres Technikverständnis entwickeln“, sagte Glawe. Projektpartner sind die Hansestadt Anklam und die Stadt Szczecin. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp drei Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

 

„Gestaltung von gewässernahen Räumen in Pasewalk, Pełczyce und Police zur Erweiterung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit“

Ziel des Projektes ist die größere Erlebbarkeit des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes durch die Entwicklung spezieller themenorientierter Bildungs- und Erlebnisangebote. Dazu ist unter anderem vorgesehen, eine neue gemeinsame Marke zu entwickeln, die Gebiete am Fluß Larpe in Police für Sport und Tourismus zu bewirtschaften sowie einen Fahrradweg, Stege für Freizeitangler und eine Aussichtsplattform zu errichten. In Pelczyce sind der Bau einer Brücke in der Jeziorna Straße, die Verbindung von zwei Seen mit einem Kanal und der Bau von touristischen Wegen neben der Brücke geplant. In der Speicherstraße in Pasewalk sollen unter anderem die Ufer der Uecker neu gestaltet, die Feldsteinmauern saniert und ein 50 Meter langer Holzsteg gebaut werden. „In den Regionen sollen neue, attraktive touristische Angebote entstehen für Urlauber, die sich für Geschichte und Sport interessieren. Mit der Umsetzung wird dazu beigetragen, weitere Gäste für einen Erholungsaufenthalt in der beeindruckenden Naturlandschaft zu gewinnen“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Pasewalk sowie die polnischen Gemeinden Police und Pelczyce. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,5 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,1 Millionen Euro.

 

„Steigerung der Attraktivität des regionalen, grenzübergreifenden Natur- und Kulturerbes durch die Verbindung touristischer Infrastruktur, gemeinsame Werbung und Steigerung der Kenntnisse des Tourismusangebotes“

Das Projekthauptziel ist die Erhaltung, Förderung und Entwicklung des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes der Region. Dies soll durch die Modernisierung der Tourismusinfrastruktur der Region und durch wechselseitige Verflechtung touristischer Infrastruktur sowie gemeinsame Förderung des Kurparks in Świnoujście (Swinemünde), des Tierparks Greifswald e. V. und der Feldherren-Akademie e. V. erreicht werden. Unter anderem ist vorgesehen, das gemeinsame touristische Angebot der Region zu erweitern, indem thematische Aktivitäten und Busfahrten organisiert werden. „Über das gemeinsame Projekt entsteht eine touristisch interessante Route von Greifswald über Wolgast bis nach Świnoujście. Der Kurpark in Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. werden dann grenzübergreifend und kombiniert attraktive Angebote für die Besucher initiieren“, sagte Glawe.

Projektpartner sind die Stadt Świnoujście, der Tierpark Greifswald e. V. und die Feldherren-Akademie e. V. mit Sitz in Greifswald. Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 2,4 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

 

„Schutz der Trockenrasen im deutsch-polnischen Grenzgebiet“

Die Projektpartner verfolgen das Ziel, den in den Grenzgebieten beheimateten Trockenrasen zu erhalten. Trockenrasen sind Lebensräume, die zu sehr wertvollen und gleichzeitig stark gefährdeten Elementen der natürlichen Umwelt Europas gehören. Die Biotope bilden sich an trockenen, nährstoffarmen Standorten und dienen als Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Trockenrasenpflanzengemeinschaften dienen als wertvolle Quelle der sogenannten Tracht (Blütenstaub und Nektar für Insekten). Die Schutzmaßnahmen sollen die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung (Mahd und Beweidung) sowie die Beseitigung von Sträuchern und Baumanflug umfassen. Das Projekt wird in den Landkreisen Vorpommern Greifswald und Uckermark sowie in den Gemeinden Kolbaskowo und Chojna umgesetzt. „In Kombination mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit soll den Anwohnern und Besuchern die ökologische Bedeutung von Trockenrasen eindrucksvoll vermittelt werden“, sagte Glawe.

Projektpartner sind der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide e. V. (Brandenburg) und der Verband der Grünen GAJA (Polen). Die Gesamtkosten des Projektes betragen knapp 1,1 Millionen Euro; aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) erfolgt eine Unterstützung in Höhe von rund 900.000 Euro.  

 

Informationen zum Programm Interreg V A

Der Begleitausschuss für das europäische Interreg-Programm V A der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen hatte in Stralsund Ende der vergangenen Woche weitere grenzüberschreitende Projekte befürwortet.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Europäische Fonds in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern wurde für die Förderperiode 2014 bis 2020 als Übergangsregion, der mittleren von drei Förderstufen der Europäischen Union, eingestuft. Damit wird die positive Entwicklung im Land während der vorangegangenen Förderperiode sichtbar, als sich Mecklenburg-Vorpommern im europäischen Vergleich noch auf der Ebene der am wenigsten entwickelten Regionen befand. Von 2014 bis 2020 stehen Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 2,289 Milliarden EURO Fördermittel zur Verfügung - und zwar aus dem

  • Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE),
  • Europäischen Sozialfonds (ESF),
  • Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Mecklenburg-Vorpommern beim Treffen der EU-Kommunikationsbeauftragten für Kohäsionspolitik

Die in einem EU-weiten Netzwerk organisierten „Cohesion Policy Communicators“ der Mitgliedsländer bewerben die EU-Kohäsionspolitik und vor allem viele einzelne Förderprojekte in der Öffentlichkeit. Bei internationalen Treffen tauschen sie Erfahrungen mit einschlägigen Kampagnen aus. Erste Ideen für die nächste Förderperiode von 2021 bis 2027 werden entworfen. Mecklenburg-Vorpommern war beim diesjährigen Treffen der Kommunikationsbeauftragten in Palermo, Italien, u.a. mit einem Beitrag zum „market place“ dabei. Die „give-aways“ tragen jetzt den Namen Mecklenburg-Vorpommerns sowie einige lokale Projektbeispiele in jede Region Europas.

Die Agenda, weitere Informationen zur Veranstaltung und einzelne Präsentationen finden Sie hier.

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