Machbarkeitsstudie für Außenhafen der Insel Usedom auf den Weg gebracht

Rudolph: Usedom braucht einen Außenhafen – Destinationsentwicklung ist kein Selbstläufer

Nr.251/18  | 09.08.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Die Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Außenhafens für Usedom ist auf den Weg gebracht. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie mit ca. 50.000 Euro. Das sind 75 Prozent der förderfähigen Kosten. „Derzeit klafft zwischen den Häfen Kröslin und Swinemünde eine Lücke von etwa 33 Seemeilen ohne Hafen. Das muss geändert werden. Die Wassersportler fordern seit langem einen Lückenschluss an der Außenküste von Usedom. Mit der Machbarkeitsstudie wird der nach technischen und wirtschaftlichen Aspekten am besten umzusetzende Standort geprüft und nach Möglichkeit gefunden werden. Die Insel braucht einen Außenhafen - Destinationsentwicklung ist kein Selbstläufer. Wir müssen die Ärmel endlich hochkrempeln“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

 

Entscheidungskriterien für Standort sind Wirtschaftlichkeit, Genehmigungsfähigkeit, Folgekosten und nachhaltiger Küstenschutz

Entlang der Außenküste der Insel Usedom ist angedacht, einen neuen Außenhafen zu bauen. Jetzt sollen mit einer Machbarkeitsstudie samt Standortanalyse in Frage kommende Orte auf Wirtschaftlichkeit, Genehmigungsfähigkeit, Folgekosten und nachhaltigen Küstenschutz untersucht werden. „Das Amt Usedom Süd hat in Abstimmung mit dem Amt Usedom Nord sowie den Gemeinden Heringsdorf, Zinnowitz, Zempin und Koserow die Koordinierung der Machbarkeitsstudie übernommen. Dafür bin ich dem Amtsvorsteher und seiner Mannschaft dankbar. Es wartet viel Arbeit auf die Kollegen. Geplant ist, die Ergebnisse zeitnah vorzulegen. Das gemeinsame und einvernehmliche Herangehen beider Ämter und der beteiligten Gemeinden ist beispielhaft. Hier wird zusammengearbeitet und über den gemeindlichen Tellerrand hinaus gedacht. Das ist eine gute Entwicklung auf der Insel“, hob Rudolph hervor.

 

Wassertourismus ist Branche mit Wachstumspotential

Es gibt im Land derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland. Seit 1990 wurden in Mecklenburg-Vorpommern in den Wassertourismus über das Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ insgesamt knapp eine Milliarde Euro investiert. Das Wirtschaftsministerium hat den Wassertourismus mit rund 565 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden 175 Sportboothäfen und Marinas im Bereich des gewerblichen Tourismus gebaut. Im Rahmen der touristischen Infrastruktur sind 368 wassertouristische Maßnahmen gefördert worden. Hierzu zählen beispielsweise Promenaden, Schiffsanleger oder barrierefreie Strandzugänge. 1.400 Anbieter sind mit rund 7.000 Beschäftigten im Wassertourismus tätig. Der Anteil aus dem Wassertourismus in der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern beträgt etwa zehn Prozent. „Investitionen an den Standorten im ganzen Land sind entscheidend für stetiges Wachstum im Wassertourismus. Dabei geht es um gewerbliche Investitionen in touristische Einrichtungen wie Marinas und Sportboothäfen sowie auch Investitionen in die touristische Infrastruktur. Hier haben wir bereits eine Menge erreicht: Seebrücken, Schiffsanleger, Wasserwanderrastplätze, Anlegestellen, Strandpromenaden, Badestellen, Rettungstürme und barrierefreie Strandabgänge erstrahlen in neuem Glanz. Aber wir dürfen nicht nachlassen, uns im Wettbewerb mit anderen zu behaupten. Wir werden im Land weiter bei Investitionen auch in die touristische Infrastruktur unterstützen“, sagte Rudolph.

 

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Investitionen für die Studie betragen rund 66.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Die Gemeinden Zempin, Zinnowitz und Koserow übernehmen den Eigenanteil.

 

Informationen zu touristischen Ankünften und Übernachtungen

Im Zeitraum Januar bis Mai 2018 wurden nach Angaben des Statistischen Amtes auf der Insel Usedom mehr als 354.000 Ankünfte und über 1,5 Millionen Übernachtungen erfasst. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg auf 4,3 Nächte (ganz Mecklenburg-Vorpommern: 3,5 Nächte). Im Mai 2018 gab es auf der Insel Usedom 400 geöffnete Betriebe, die knapp 42.000 Schlafgelegenheiten anboten.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 über 2,4 Millionen touristische Ankünfte und mehr als 8,8 Millionen Übernachtungen.