Wirtschaftsminister auf Betriebstour bei technologieorientierten Jungunternehmen in Greifswald

Glawe: Finanzielle Beteiligungen helfen, Forschungsaktivitäten und Innovationsprozesse aufzunehmen

Nr.375/20 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 21.10.2020  | Europamv  | europa-mv.de

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Mittwoch in Greifswald bei drei technologieorientierten Unternehmen über aktuelle Vorhaben informiert. Auf dem Tourplan standen die Nebula Biocides GmbH, die PaludiMed GmbH und die Litec-LLL GmbH. Die drei Unternehmen wurden durch Beteiligungen unterstützt, unter anderem mit den Finanzinstrumenten „innoSTART“ und „innoSTARTup“, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden. „Über Beteiligungen wird jungen, technologieorientierten Unternehmen die Furcht vor finanziellen Unsicherheiten genommen. Das zeigen die Unternehmen hier in Greifswald. So gelingt es leichter, Forschungsaktivitäten und Innovationsprozesse aufzunehmen. Das stärkt die Wirtschaft im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Betriebstour wurde von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) organisiert und durch Geschäftsführer Johannes Löning begleitet.

Spezialisiert auf Desinfektionsprodukte und –verfahren: Nebula Biocides GmbH

Erste Station der Tour war die Nebula Biocides GmbH. Das 2019 gegründete Unternehmen entwickelt und vertreibt Desinfektionsprodukte und –verfahren. Zudem erfolgen Beratungen zu biologisch-chemischer Schutztechnologie, zu Zulassungs- und Konformitätsverfahren im Arzneimittel-, Medizinprodukte sowie Biozidbereich. Vor Ort wird unter anderem auch Auftragsforschung im Bereich Desinfektionsverfahren durchgeführt. Das Team der Nebula Biocides GmbH hat am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald ein Desinfektionsverfahren entwickelt, das in kürzesten Zeiten hartnäckige Pathogene wie difficile Sporen abtöten soll. „Als Ausgründung des Leibniz Institutes für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald übernimmt die Nebula Biocides GmbH gerade in Corona-Zeiten eine wichtige Aufgabe. Desinfektionsmittel und vor allem im öffentlichen Raum gut handhabbare Spender werden verstärkt nachgefragt“, sagte Glawe. 

Heilpflanze gegen Husten und Lungenerkrankungen: PaludiMed GmbH

Die PaludiMed GmbH wurde 2017 gegründet. Geschäftsgegenstand sind Anbau, Vermarktung und Verarbeitung von medizinischen Pflanzen sowie Beratung im Bereich Paludikultur, Moorschutz und Moorkunde. Vor allem die Entwicklung einer nachhaltigen Anbaumethode von rundblättrigen Sonnentau (lat. Drosera rotundifolia), die als Heilpflanze für Atemwegserkrankungen (Asthma, Bronchitis, Keuchhusten) kommerziell in Phytopharmazeutika (Arzneimittel auf pflanzlicher Grundlage) genutzt wird, steht im Vordergrund. Ein Ziel der Paludikultur ist der Erhalt oder die Neubildung von Torf. In diesem Zusammenhang ist eine nachhaltige Anbaumethode von rundblättrigen Sonnentau auf Torfmoosrasen entwickelt worden. „Das Start-up-Unternehmen setzt auf die Kraft der Natur, um Patienten bei Atemwegserkrankungen zu helfen“, sagte Glawe.

Eigene Produktionsanlage geplant: Litec-LLL GmbH

Das Unternehmen Litec-LLL GmbH aus Greifswald wurde im Jahr 2002 gegründet. Der Geschäftsgegenstand der Litec-LLL GmbH ist die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von hochwertigen kundenspezifischen anorganischen Stoffen für die Industrie, Medizin und Agrarwirtschaft; insbesondere für LED-Anwendungen. Aktuell konzentriert sich das Unternehmen auf die Produktion von Materialien für die Scintillator-Industrie (Detektoren beispielsweise für Röntgenstrahlung). Die Detektoren werden insbesondere in der Industrie zur Messung von Dicke oder Flächengewicht und auf den Gebieten der Nuklearmedizin, Physik, Chemie und der Erdölerkundung verwendet. „Die Litec-LLL GmbH geht auf ihrem Wachstumskurs einen Schritt weiter und plant am Standort eine eigene Produktionsanlage für Metallhalogenide, die in der Entwicklung von Leuchtstoffen insbesondere für die Medizintechnik eine entscheidende Rolle spielen“, sagte Glawe.

Informationen zu den Risikokapitalfonds „MBMV innoSTART“ und „MBMV innoSTARTup“

Im Rahmen des Beteiligungsfonds MBMV innoSTART hat die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) seit dem 1. April 2015 insgesamt 38 innovative Vorhaben von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Existenzgründern unterstützt. Das vom Land Mecklenburg-Vorpommern initiierte und aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gespeiste Fondsvolumen von etwa zwölf Millionen Euro wurde im Jahr 2018 erfolgreich ausplatziert. Die Gewährung einer Beteiligung unterstützt die Unternehmen bei der Finanzierung von Innovationen. Der Fonds erleichtert den Zugang zu Eigenkapital, wodurch ein zentrales Innovationshemmnis beseitigt und zusätzliche Innovationsprozesse angestoßen werden. Der Fonds leistet somit einen Beitrag zur Erhöhung der Aktivitäten für Forschung, Entwicklung und Innovationen im Unternehmenssektor.

Im Jahr 2018 wurde ein weiterer Beteiligungsfonds aufgelegt - MBMV innoSTARTup. Mit dem Fondsvolumen von knapp 15 Millionen Euro aus dem EFRE können bewährte Finanzierungen von Innovationen im Bereich der Forschung und Entwicklung weitergeführt werden. Gefördert werden kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und auch Existenzgründungen. Neu ist, dass neben den Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt auch Beteiligungen für digitale Geschäftsmodelle vergeben werden können. Bisher wurden insgesamt 23 Unternehmen durch den EFRE-Fonds innoSTARTup unterstützt.

„Als Wirtschaftsförderer ist es für uns nur folgerichtig, auch innovative Startups und Existenzgründer zu unterstützen. Diese können durch Beteiligungen mögliche Finanzierungslücken überwinden und ihre Forschung und Entwicklung vorantreiben. Etablieren sich die Unternehmen dann in unserem Land erfolgreich, war unser Engagement genau richtig. Das konnten wir heute, gemeinsam mit den vorgestellten Unternehmen, unterstreichen“, sagte Johannes Löning, Geschäftsführer der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH.

Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen bei Innovationsvorhaben

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit unterstützt Unternehmen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bei Aktivitäten im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation. Dafür stehen im Zeitraum 2014 – 2020 insgesamt 236,3 Millionen Euro zur Verfügung. Bis Ende 2019 waren davon insgesamt 164,3 Millionen Euro für 500 Vorhaben bewilligt. Von diesen Mitteln gingen insgesamt 107 Millionen Euro an kleine und mittlere sowie große Unternehmen für 345 Projekte. Die Universitäten/Hochschulen (einschließlich der Universitätsmedizinen im Land) sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen erhielten rund 57,3 Millionen Euro für 155 Projekte.

Informationen zur Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV)

Die MBMV ist eine 1993 gegründete private Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft zur Förderung mittelständischer gewerblicher Unternehmen. Die Geschäftstätigkeit erstreckt sich auf die Aufgabe, zur Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft durch ein Verbreitern der Haftkapitalgrundlagen beizutragen. Beteiligungen können in einer Größenordnung bis maximal einer Million Euro und einer Laufzeit bis zu 12,5 Jahren übernommen werden.

 

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