Gleichwertige Lebensverhältnisse: MV auf einem guten Weg

Nr.275/2019  | 07.11.2019  | Europamv  | europa-mv.de

Trotz vieler Herausforderungen sieht Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus das Land auf einem guten Weg, spürbare Fortschritte bei der Angleichung der Lebensverhältnisse zu erzielen. Bei einer Fachveranstaltung des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG) in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin stellte er heute als zuständiger Minister für die Entwicklung der ländlichen Räume Projekte und Zukunftsperspektiven für sein Bundesland vor.

„Mecklenburg-Vorpommern war das erste Bundesland, das aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten, Arztpraxen und multifunktionale Dorfgemeinschaftseinrichtungen gefördert hat“, erinnerte Backhaus. Seit 1991 sind dem ländlichen Raum in M-V Fördermittel in Höhe von rund 780 Millionen Euro der Dorferneuerung, 715 Millionen Euro der Bodenneuordnung und rund 280 Millionen Euro der ländlichen Infrastruktur zugutegekommen. Mit dem Geld wurden Gesamtinvestitionen von mehr als 3,4 Milliarden Euro ermöglicht. Auch von der Investitionsförderung für die Land- und Ernährungswirtschaft in Höhe von 4,3 Milliarden Euro haben die ländlichen Räume in M-V seit 1991 maßgeblich profitiert.

„Diese Entwicklung ist beachtlich und geht nicht zuletzt auf die hervorragende Arbeit unserer Landgesellschaft zurück, die rund 86.000 Hektar landeseigenen Flächen plus Gewässer verwaltet und mit rund 170 Beschäftigten zu den personalstärksten Landgesellschaften gehört“, lobte Backhaus. Allein für ca. 400 Kilometer Wege und Straßen im Land hat die Landgesellschaft die Planung und Bauleitung übernommen. Bei der Dorferneuerung hat die Landgesellschaft mehr als 280 Maßnahmen begleitet. Es wurden Spielplätze gebaut, Dorfplätze neugestallt, Buswartehäuschen errichtet oder die dorftypische Gebäudesubstanz saniert. Im Zuge von Flurneuordnungsverfahren hilft die Landgesellschaft, Eigentumsverhältnisse ländlicher Grundstücke so anzupassen, dass die Flächen von Eigentümern oder Bewirtschaftern besser genutzt werden können. Im Rahmen dieses Prozesses können weitere Maßnahmen, wie gewerbliche, ökologische und soziale Entwicklungsaufgaben, geplant und umgesetzt werden.

Viele der bisher im Land umgesetzten Projekten konnten nur durch das Zusammenspiel von europäischen, nationalen landeseigenen und kommunalen Finanzmitteln realisiert werden: „Umfassende Fördervorhaben bedürfen in Mecklenburg-Vorpommern der Unterstützung eines nationalen oder europäischen Fonds. Dass unterscheidet uns eben wesentlich von Ländern wie Bayern oder Baden-Württemberg“, räumte Backhaus ein.

Neben der dauerhaften Finanzierbarkeit von Maßnahmen sei es ebenso wichtig, dass diese innovativ und regional verankert sind, damit sie von den Menschen vor Ort angenommen werden, ergänzte der Minister. „Deshalb haben wir das Forum Ländliche Entwicklung und Demografie gegründet, um die Akteure vor Ort zu vernetzen und unkompliziert bei der Umsetzung von Projekten zu helfen. Denn wir dürfen und wollen keine Region aufgeben“, sagte er weiter.

Minister Backhaus betonte, dass die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse nicht als manifestierter Idealzustand, sondern mehr als ein variables Ziel zu sehen ist: „Es gibt nicht die eine Lösung für alle, sondern es braucht spezifische regionale Konzepte.“

Mecklenburg-Vorpommern ist von der Diskussion um gleichwertige Lebensverhältnisse laut Backhaus ganz besonders betroffen. Mit 69 Einwohner pro Quadratkilometer ist es das am dünnsten besiedelte Bundesland der Bundesrepublik. Die Auswirkungen des demografischen Wandels seien hierzulande ganz besonders zu spüren. Schon jetzt gebe es große Disparitäten innerhalb des Landes, zum Beispiel zwischen Mecklenburg und Vorpommern, Küstengegenden und Landesinnerem sowie Regionen unweit der Ballungsgebiete wie Hamburg und Lübeck und peripher gelegener Orte.

Um ein pauschales Abkoppeln der ländlichen Räume zu verhindern, sei es wichtig die kleinen Städte und Dörfer (Grundzentren) als Wohn-und Arbeitsstandort weiterhin gezielt zu stärken.