Arbeitsmarkt Januar

Glawe: Kühle Monate auch für Qualifizierung nutzen – große Herausforderungen bei Fachkräftesicherung – weiter Förderung gebraucht

Nr.28/19  | 31.01.2019  | Europamv  | europa-mv.de

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Arbeitslosigkeit im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich um 7.400 Arbeitslose zurückgegangen (-9,7 Prozent). 69.400 Menschen waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Die Landesarbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent (Vorjahr 9,3 Prozent). „Kühle Temperaturen machen sich auf dem Arbeitsmarkt und auch in saisontypischen Bereichen bemerkbar. Dennoch: Die Unternehmen im Land arbeiten intensiv daran, wetterbedingte saisonale Schwankungen ohne größere Entlassungen auszugleichen. Personal wird gehalten. Es bleibt langfristig wertvolles Fachwissen der Beschäftigten in den eigenen Betrieben. Die Zahl der festen Beschäftigungsverhältnisse wächst weiter“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag. Erstmals lag die Zahl der Arbeitslosen in einem Januar unter 70.000. Im Vergleich zum Vormonat Dezember ist die Zahl der Arbeitslosen um 6.700 gestiegen.

 

Kühle Monate auch für Qualifizierung nutzen

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe hat dafür geworben, durch attraktive Arbeitsbedingungen sowie Investitionen in die Aus- und Weiterbildung Beschäftigte in den Unternehmen zu halten. „Gerade bei saisonabhängiger Beschäftigung könnte die kühlere Jahreszeit auch durch Qualifizierung überbrückt werden. Hier haben wir ein breites Unterstützungsangebot für Unternehmen im Programm“, forderte Glawe weiter. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 können etwa 6,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Bildungsschecks und unternehmensspezifische Projekte im Rahmen der Qualifizierungsrichtlinie eingesetzt werden.  

 

Große Herausforderungen bei Fachkräftesicherung

Das vorhandene Arbeitskräftepotential wird sich in den nächsten Jahren in Mecklenburg-Vorpommern rückläufig entwickeln. „Die Altersstruktur der aktuell noch Erwerbstätigen stellt das Land vor besondere Herausforderungen. Mecklenburg-Vorpommern wird zukünftig noch stärker auf die Gewinnung von Fachkräften von außerhalb angewiesen sein. Für Unternehmen im Land haben die Herausforderungen bei der Gewinnung von Fachkräften in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Sie werden noch weiter steigen. Wir müssen alle Chancen nutzen, geeignete Arbeitskräfte für den Markt zu erhalten oder zu gewinnen“, sagte Glawe. Derzeit ist ein hoher Anteil der Erwerbstätigen in der Altersgruppe der über 50-jährigen zu verzeichnen. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden bis zu 20 Prozent der aktuellen Erwerbspersonen in Rente gehen.

 

Mehr Jobs - Gesundheitsbereich, Dienstleistungen und Gastwerbe legen zu

Derzeit gibt es – aktuelle Zahlen aus dem November 2018 – insgesamt 577.300 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern. Dies entspricht einem Zuwachs von 6.600 Beschäftigten (+1,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Erfreulich ist, dass auch das Gastgewerbe (+700) in den kühleren Monaten einen Zuwachs verzeichnet“, so Glawe weiter. Weitere Zuwächse gibt es auch im verarbeitenden Gewerbe (+500), beim Bau (+700) sowie im Bereich Gesundheit und Soziales (+2.600) und bei den Dienstleistungen (+1.200). „Wir brauchen mehr Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, um zu mehr sozialversicherungspflichtigen Jobs zu kommen. Hier werden wir auch künftig die zur Verfügung stehenden Mittel für die heimische Wirtschaft gezielt einsetzen“, sagte Glawe.

 

Weiter Förderung gebraucht

Abschließend machte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe deutlich, dass wir weiter finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten brauchen, um wirtschaftlich voranzukommen. Mit dem Auslaufen des Solidarpaktes II Ende 2019 steht die Regionalpolitik vor einer grundlegenden Neuorientierung. „Wir setzen uns beim Bund für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und die Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Jede Ansiedlung und Erweiterung schafft am Ende neue Jobs. Das stärkt die heimische Wirtschaft und bringt weiter Schwung in den Arbeitsmarkt“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.