Mecklenburg-Vorpommern fördert Investition in heimische Garnelenzucht

Nr.418/2018 - Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt  | 20.11.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Der Minister für Landwirtschaft- und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus hat heute an seinem Dienstsitz in Schwerin dem Anklamer Unternehmen Fraktal GmbH einen Zuwendungsbescheid für den Aufbau einer innovativen Aquakultur für Garnelen übergeben.

Die Fraktal GmbH plant eine Jahresproduktion von insgesamt 15 Tonnen Garnelen der Art Litopenaeus vannamei. Die Garnelen sollen auf Basis der Biofloc-Technologie erzeugt werden - einem weltweit neuen und innovativen Verfahren. Dabei wird im Zuchtbecken selbst mikrobielle Biomasse als proteinhaltiges Futter produziert.

„Neben der sehr umweltfreundlichen und antibiotikafreien Produktion liegt der Vorteil auch dieser Aquakultur­maßnahme vor allem in der Regionalität der Produktion“, hob Backhaus hervor. So können die Garnelen im Gegensatz zur gefrorenen Importware frisch vermarktet werden. Zudem steigt die Nachfrage der Verbraucher nach regionalen Produkten.

Das über 800.000 Euro teure Investitionsvorhaben wird mit 395.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt.

Weltweit werden etwa 4,5 Mio. Tonnen Garnelen erzeugt. Das sind etwa 3 Prozent des Speisefischmarktes, die jedoch 23 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf von Fischprodukten generieren. Wegen der klimatischen Anforderungen befinden sich die Shrimpsfarmen fast ausschließlich in Südostasien und Mittelamerika. 

Hintergrund:

Der jährliche Pro-Kopf-Fischkonsum in Deutschland beträgt etwa 15 kg (Europa 24 kg). Als Alternative zur Überfischung europäischer Gewässer angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch fördert die EU mit dem EMFF den Ausbau der Aquakultur, also der Produktion von Fisch und anderen aquatischen Tieren außerhalb der natürlichen Vorkommen.

Deutschland importiert jährlich 1,3 Millionen Tonnen Aquakulturprodukte, fast ausschließlich (zu 85 Prozent) Lachs aus Norwegen. Damit wird rund ein Viertel des Fischverzehrs durch die Aquakultur gedeckt.

Der Ausbau der Aquakultur ist erklärter Wille auch der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2010 wurden hier rund 8 Millionen Euro investiert, die mit 4 Mio. Euro aus dem EMFF gefördert wurden. Derzeit werden im Land dennoch lediglich jährlich 1.300 Tonnen Fisch aufgezogen, also 0,1 Prozent der importierten Aquakulturprodukte.

Neben der Förderung von Forschung und Entwicklung von Aquakulturprojekten durch die Landesforschungs­anstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) und dem Lehrstuhl für Aquakultur an der Uni Rostock erkundete das Landwirtschaftsministerium 30 Standorte, die für Aquakultur geeignet sein könnten und sucht jetzt dafür Investoren.

Mecklenburg-Vorpommern setzt dabei insbesondere auf die nachhaltige Kreislauftechnologie. Gegenüber der Teichwirtschaft ist sie nicht nur witterungsunabhängig und gewährleistet auch die Aufzucht von Warmwasserfischen. Sie ist auch deutlich ressourcenschonender, sorgt für eine bessere Futterverwertung und weniger Emissionen sowie für bessere hygienische Bedingungen.

Weitere Informationen. http://www.aquakultur-mv.de/

sowie Strategie zur Entwicklung der Aquakultur in MV