Wirtschaftsminister informiert sich über Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock

Glawe: Weitere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern notwendig – enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft gefragt

Nr.225/18  | 09.07.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Montag (09.07.) beim Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock über aktuelle Vorhaben informiert. Das Leibniz-Institut für Katalyse ist im Bereich der angewandten Katalyseforschung tätig (Katalyse ist die Wissenschaft von der Beschleunigung chemischer Elementarprozesse). „Wir brauchen mehr Forschung und Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, um die Wirtschaft zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze weiterhin zu schaffen. Entscheidend ist, dass Wirtschaft und Wissenschaft dabei eng zusammenarbeiten, um gemeinsam praxisrelevante Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die aus unserem Land heraus vermarktet werden können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Das LIKAT ist eine Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.). Hauptziele der wissenschaftlichen Arbeit in Rostock sind die Gewinnung neuer Erkenntnisse in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Katalyse und deren Anwendung bis hin zur technischen Umsetzung.

 

Neubau eines Technikums in Rostock geplant

Bis zum Jahr 2021 soll zu dem bestehenden Institut in direkter Nachbarschaft ein neues Technikum („Transfer-Technikum ZeroCarbon-Catalysis“) gebaut werden. Die Finanzierung erfolgt durch Bund und Land. In dem Forschungs- und Entwicklungszentrum ist geplant, neue Verfahren zu entwickeln und zu erproben, um Kohlenstoff aus alternativen, sauberen Quellen zu gewinnen und die chemischen Forschungsergebnisse damit in die Praxis zu führen. Ziel ist es, in dem Gebäude Pilotanlagen und Prototypen für Praxistests zu bauen. „Das Technikum kann künftig insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit bieten, aufwendige Technik für Tests und Prototypen dort umzusetzen. Wichtig ist, dass die Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung hin zur industriellen Anwendung konsequent ausgebaut wird, um marktfähige Produkte, Technologien und Dienstleistungen zu entwickeln“, sagte Glawe.

 

Informationen zur Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern

In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Es ist geplant, den Bereich um 50 Millionen Euro aufzustocken. Seit dem Jahr 2014 wurden bislang (Stand 31.12.2017) für 354 Vorhaben Fördermittel in Höhe von 122,5 Millionen Euro bewilligt.

Daraus sind bislang unter anderem die folgenden Projekte unterstützt worden: 80,5 Millionen Euro für 184 Verbundforschungsvorhaben, 32,6 Millionen Euro für 59 einzelbetriebliche FuE-Vorhaben, 5,9 Millionen Euro für 78 Durchführbarkeitsstudien sowie 2,3 Millionen Euro für 15 Prozessinnovationen. Von den bewilligten Mitteln gingen insgesamt 36,6 Millionen Euro an kleine und mittlere Unternehmen für 182 Projekte, 45,4 Millionen Euro an große Unternehmen für 54 Projekte, 24,2 Millionen Euro an Universitäten/Hochschulen (einschließlich Universitätsmedizin) für 74 Projekte und 16,3 Millionen Euro an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für 44 Projekte.

 

Informationen zum Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT)

Die Forschungsbereiche des Institutes sind in verschiedene Themenfelder unterteilt: Angewandte nachhaltige Katalyseprozesse (Angewandte Homogenkatalyse, Heterogene katalytische Verfahren und Katalyse mit erneuerbaren Rohstoffen), Innovative Methoden und Technologien in der Katalyse (Katalytische in situ-Studien, Katalysatorenentwicklung und Reaktionstechnik und Heterogene Photokatalyse), Spezielle (metall) organische Synthesen und Katalysen (Koordinationschemische Katalyse, Hydrierungen und Hydroformylierungen und Bioinspirierte Homo- & Heterogene Katalyse. Im LIKAT sind nach Angaben des Institutes 300 Mitarbeiter beschäftigt. Derzeit gibt es 39 Forschungsprojekte mit der Wirtschaft: vertragliche Kooperationen mit 41 Hochschulen, 27 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und 39 Unternehmen. Gegenwärtig sind am LIKAT 78 Doktoranden (inklusive der Gastdoktoranden und Stipendiaten) und 33 PostDoc‘s aus 24 Ländern tätig. Jährlich werden ca. 20 Promotionen und ca. 15 Master- bzw. Bachelorarbeiten abgeschlossen.