Thema im Landtag – Spitzenplatz im Tourismus verteidigen

Glawe: Erhöhung von Qualität des touristischen Angebotes im Land und Steigerung der Wertschöpfung

Nr.27/18 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 25.01.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Am Donnerstag ist im Rahmen einer Aussprache im Schweriner Landtag das Thema „Spitzenplatz im Tourismus durch Investitionen in Angebote und Personal verteidigen“ diskutiert worden. „Unsere Zielstellung für die touristische Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist die Steigerung der Wertschöpfung pro Gast und die Erhöhung der Qualität des touristischen Angebotes im Land. Und dies mit allen sich daraus ergebenden volkswirtschaftlichen Effekten. Dazu gehören zum Beispiel Bruttowertschöpfung, Beschäftigungseffekte, Einkommenseffekte und Steuereffekte, aber auch Kulturangebote, Dienstleitungen und - nicht zuletzt - Infrastrukturen. Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, um im Wettbewerb mit anderen weiter vorn mithalten zu können. Herausforderungen sind die Themen Qualitätssicherung, Fachkräftegewinnung und Unternehmensnachfolge“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag im Landtag in Schwerin.

 

Tourismus ist Querschnittsthema im Land

Tourismus ist ein wichtiges Querschnittsthema, eine ressortübergreifende Aufgabe und muss als solche in der Arbeit der Landesregierung verankert sein. „Wir wollen gemeinsam aufzeigen, wie der Tourismus durch qualitatives Wachstum seine Wirkung als Wirtschaftsfaktor und Treiber der Regionalentwicklung weiter ausbauen kann. Qualitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen, Weiterbildungen und Kooperationen sowie die Internationalität werden künftig eine größere Rolle spielen. Erreicht werden soll dieses nicht nur mit der in der Landesregierung abgestimmten neuen Tourismuskonzeption, sondern auch mit einem Umsetzungsmanagement, das mit Hilfe von Partnern und Koordinatoren die Entwicklung begleiten soll. Denn: Tourismus ist ein Querschnittsthema für die Wirtschaft, für die Unternehmen, für die Verwaltung auf Kreisebene und in den Kommunen und natürlich für alle ‚Gastgeber‘ im Urlaubsland, sprich die Bevölkerung“, so Glawe weiter.

 

Gezielte Investitionen sorgen für neue Angebote im Tourismus

„Den Spitzenplatz durch Investitionen verteidigen wir auch weiter durch die gezielte Förderung von touristischen Vorhaben. Schwerpunkte bilden Maßnahmen der Qualitätsverbesserung und der Saisonverlängerung in den Tourismusschwerpunkt- und Tourismusentwicklungsräumen unseres Landes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Seit 1990 wurden in M-V im Bereich des gewerblichen Tourismus für 3.310 Investitionsvorhaben Investitionszuschüsse vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 1,48 Milliarden Euro bewilligt. Damit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 5,38 Milliarden Euro ausgelöst werden. „Es liegen weitere Anträge für die Investitionsförderung vor“, so Glawe weiter. Konkret sind die Anträge für 34 Investitionsvorhaben im Bereich Tourismus. Diese umfassen ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 348,3 Millionen Euro. Die Investitionsvorhaben könnten mit knapp 50 Millionen Euro bezuschusst werden.

 

Noch deutlicher wird die Unterstützung bei der Förderung der touristischen Infrastruktur. Seit 1990 wurden in M-V im Bereich der touristischen Infrastruktur Investitionszuschüsse vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 1,02 Milliarden Euro bewilligt. Somit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro ausgelöst werden.

Die Mittel der Zuschüsse für die Förderung vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER)“.

 

Im Jahr 2017 wurde und wird beispielweise der Ausbau der multifunktionalen Veranstaltungsarena Rostock; das Haus des Gastes in der historischen Burganlage Plau am See; der Neubau des Polariums im Rostock Zoo; der Rettungsturm sowie die Touristeninformation in Binz und der Ausbau der Burgstraße in Burg Stargard unterstützt.

 

Verbesserung der Erreichbarkeiten nötig

„Wichtig für alle ist auch die Verbesserung der Erreichbarkeit der touristischen Angebote im Land und die Verzahnung der Alltags- und touristischen Verkehre. Über die Flughäfen Rostock-Laage und Heringsdorf und über die Kreuzschifffahrthäfen in Rostock und Wismar sind wir zunehmend besser erreichbar. Bei den Bundesautobahnen – wir wissen das alle – gibt es derzeit für uns große Baustellen, das ist keine Frage. Die Landesregierung arbeitet gemeinsam mit den Behörden vor Ort an Lösungen“, machte Glawe deutlich. „Wichtig ist auch der Erhalt der touristischen Funktionsfähigkeit der Bundeswasserstraßen für die wassertouristische Nutzung des größten innerdeutschen Wasserstraßennetzes M-V mit Brandenburg und Berlin. An der Ostseeküste benötigen wir unbedingt den Lückenschluss auf Fischland-Darß zur Herstellung eines funktionsfähigen Netzes von Sportboothäfen an der Außenküste von M-V. Auch Häfen im Bereich Usedom und im Osten von Rügen sind für das Wasserwandern oder Segeln entlang der Ostseeküste von enormer Bedeutung.“

 

Stärkere internationale Wahrnehmbarkeit

Ein wichtiger Schwerpunkt ist auch das Ansprechen von internationalen Zielgruppen. „Wir wollen stärker wahrgenommen werden: Deshalb ist Mecklenburg-Vorpommern 2018 das erste Partnerland der Internationalen Tourismusbörse (ITB) auf Landesebene. Damit setzen wir den Startschuss für eine neue Qualität der internationalen Positionierung des Urlaubslandes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe im Landtag. Zu den Zielen zählen beispielsweise: Die Bekanntheit in der internationalen Reisebranche und das Interesse bei nationalen und internationalen Reiseveranstaltern erhöhen. Stärke Aufmerksamkeit bei Endkunden/Besuchern erzeugen. Das Image als Urlaubsland und als Land zum Leben und Arbeiten nachhaltig prägen.

 

Eine internationale Ausrichtung verfolgt auch das Ostseetourismuszentrum als eine Schaltzentrale im Internationalen Haus des Tourismus in Rostock. „Mit dem EU-Projekt wird die länderübergreifende Vernetzung der Tourismusakteure im Ostseeraum gefördert. Zentrale Themen sind Nachhaltigkeit, Saisonalität und Internationalisierung des touristischen Angebots“, so Glawe.

 

Im kommenden Jahr findet der Deutsche Tourismustag in Rostock statt. Und in 2020 wird Mecklenburg-Vorpommern den Germany Travel Mart (GTM), die größte und bedeutendste Einkaufs- und Verkaufsmesse für den Deutschlandtourismus, ausrichten. „Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg. Und wenn wir, Branche und Verwaltung, Politik und Gastgeber, weiter an einem Strang ziehen, bin ich überzeugt, dass wir im touristischen Wettbewerb weiter vorn bleiben werden. Lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten und gemeinsam aktiv werben“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

 

Rund 131.000 Beschäftigte im Tourismus tätig

Rund 131.000 Beschäftigte sind in den Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben tätig. Die touristische Wertschöpfung liegt bei 4,1 Milliarden Euro und bildet damit zwölf Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern ab.