Wirtschaftsstaatssekretär wirbt in der Schweiz um Investoren für Mecklenburg-Vorpommern

Rudolph: Über 1.500 Jobs durch Schweizer Unternehmen im Land entstanden – Außenhandel zieht deutlich an

Nr.508/16 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 01.12.2016  | Europamv  | europa-mv.de

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph wirbt in der Schweiz für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. „Die Schweiz zählt zu den wettbewerbsstärksten Volkswirtschaften Europas. Von dem Know-how kann Mecklenburg-Vorpommern noch stärker profitieren. Wir haben bereits namhafte Unternehmen aus der Schweiz bei uns im Land ansiedeln können. Mit ihnen werben wir nun gemeinsam für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern. Bei den Projekten und Ansiedlungen entstehen vor allem Jobs im verarbeitenden Gewerbe, die unser Land dringend benötigt. Durch Schweizer Projekte und Ansiedlungen sind bereits über 1.500 Jobs im Land entstanden, weitere kommen hinzu. Chancen für unsere heimische Wirtschaft sehe ich vor allem in der Gesundheitswirtschaft, im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Ernährungswirtschaft“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph in Bern. (Ansiedlungsbeispiele, siehe Seite 2 f.)

 

Schweizer Medizintechnikunternehmen siedelt sich an – Elektronik-Kooperation bringt Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern

Beim Unternehmertreffen in Bern hat unter anderem das schweizerische Medizintechnikunternehmen Ypsomed auf die Standortvorzüge Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam gemacht. Das Unternehmen siedelt sich im Schweriner Industriepark an. Vorgesehen ist, eine Fertigung für die Herstellung von Injektionssystemen aufzubauen. Perspektivisch sollen rund 200 Arbeitsplätze neu entstehen; das Unternehmen plant eine Gesamtinvestition in Höhe von über 50 Millionen Euro. „Das innovative Unternehmen investiert in den Wachstumsmarkt Medizintechnik. Das ist ein gelungenes Ansiedlungsbeispiel für intensives Werben in der Schweiz“, so Rudolph.

 

Die Schweizer Tochterfirma Comlab AG, die Funksystemlösungen für nahezu alle Anwendungsbereiche anbietet, setzt ein Kooperationsprojekt mit dem Greifswalder Unternehmen ml&s (Komplett-Dienstleister für die Elektronik-Branche) um. Dabei wurden Komponenten für die Mobilfunkversorgung in den Waggons der Deutschen Bahn AG gefertigt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf zehn Millionen Euro; durch die Kooperation sind 25 neue Arbeitsplätze bei ml&s entstanden. „Das Beispiel von ml&s zeigt, dass unsere heimischen Unternehmen sich bei internationalen Projekten nicht verstecken müssen. Wir haben das Wissen und die Kompetenz im Land, um technische Lösungen schnell umzusetzen“, betonte Rudolph.

 

Außenhandel zieht an – deutliche Zuwächse im Im- und Export

Der Außenhandel zwischen der Schweiz und Mecklenburg-Vorpommern zieht an. „Im Export- und vor allem im Importgeschäft gibt es deutlich Zuwächse. Hier können wir unsere Anstrengungen weiter intensivieren und die Rahmenbedingungen weiter verbessern“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. Im Jahr 2015 wurden aus Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 115 Millionen Euro in die Schweiz exportiert; das entspricht einem Anstieg von rund 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die wichtigsten Exportgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen (27 Prozent), Maschinen (7 Prozent) und Sperrholz, Span- oder Faserplatten (6 Prozent). Im ersten Halbjahr 2016 wurden Waren im Wert von 62 Millionen Euro in die Schweiz exportiert (+10,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum).

 

Aus der Schweiz wurden 2015 nach Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von 61 Millionen Euro importiert; das ist ein Anstieg von rund 20,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2016 betrug der Waren-Import 36 Millionen Euro. Die wichtigsten Importgüter waren Maschinen (33 Prozent), Werkzeugmaschinen (11 Prozent) sowie medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen (11 Prozent).

 

Standortvorteile haben überzeugt - Schweizer Unternehmen bereits in MV ansässig

In Mecklenburg-Vorpommern sind weitere Unternehmen aus der Schweiz mit einer Betriebsstätte ansässig. Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat ein Werk zur Herstellung von Nescafé Dolce Gusto-Kapseln in der Landeshauptstadt Schwerin mit einer Produktionskapazität von rund zwei Milliarden Kapseln pro Jahr errichtet. Perspektivisch entstehen 450 neue Arbeitsplätze. Die Schweizer Biotronik AG, einer der weltweit führenden Hersteller kardio- und endovaskulärer Medizintechnik, arbeitet im Verbund mit dem Rostocker Unternehmen Cortronik GmbH.

 

Einer der größten Maschinenhersteller der Welt, die Schweizer Firmengruppe Liebherr (Hauptsitz in Bulle) hat ein erfolgreiches Produktionswerk in Rostock – die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH – zur Produktion von Schiffs-, Hafenmobil- und Offshorekränen gebaut. Die BSF Swissphoto aus Regensdorf-Watt, ein traditionsreiches schweizerisch-deutsches Unternehmen der Geodatenbranche, besitzt ein Werk im vorpommerschen Pasewalk. Die REHAU Gruppe aus Muri bei Bern hat dem Pflanzenextraktproduzenten Anklam Extrakt GmbH eine Produktionsstätte gebaut. „Die Unternehmen haben wir bereits vom Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern überzeugt. Wir punkten mit einer hervorragenden Lage im Ostseeraum mit Brückenfunktion nach Nord- und Osteuropa, der Nähe zu den Ballungsräumen Hamburg, Berlin und auch Stettin, schlanken Verwaltungswegen, einer hervorragenden Hochschul- und Forschungslandschaft sowie mit motivierten und gut qualifizierten Arbeitskräften. Diese Standortvorteile müssen wir regional, national und international noch weiter bewerben“, betonte Rudolph abschließend.

 

Das Investorentreffen in der Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland in Bern wurde von der Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV organisiert.