Politikbereich Ship

Koordinator

Danish Maritime Authority (DK)

Ausgangslage

Die Schifffahrt ist wichtiger Bestandteil des Handels in der Ostseeregion. Mehr als 2000 Schiffe verkehren stets im Ostseegebiet. Anzahl und Größe der Schiffe wachsen dabei seit einigen Jahren kontinuierlich. Das derzeitige Schiffsaufkommen beträgt ca. 15 % des weltweiten Güterhandels und wird auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Der Verbrauch von Kraftstoff pro Tonnenkilometer ist bei der Schifffahrt wesentlich geringer als bei anderen Transportmitteln. Jedoch trägt auch die Schifffahrt zur Luft- und Umweltverschmutzung der Region bei. Problematisch ist außerdem die Einfuhr fremder Organismen im Fahrwasser der Schiffe, da diese negative Effekte auf das empfindliche Ökosystem der Ostsee haben können. Mit Hilfe von neuen Technologien, welche die Schiffsemissionen reduzieren, und verbesserten Kraftstoffen soll die Schifffahrt in der Ostsee sauberer werden und diese als Modellregion für weitere Entwicklungen dienen. Weiterhin soll eine Nachrüstung der Auffangeinrichtungen für Abwässer in Passagierhäfen stattfinden. Grundlage hierfür ist der Austausch von Erfahrungen, best-practice Beispielen, Investitionen und Kooperationen der Schifffahrtsindustrie und kommunaler Kläranlagen.
Die Kooperation der Ostseeanrainer in diesem Bereich ist notwendig, damit die Emissionen der Schiffe reduziert und die positiven Effekte des Transports maximiert werden. Als Plattform für Austausch und Kooperation der verschiedenen Akteure dient HELCOM.
2013 soll ein vergleichbares System für das Design, die Kontrolle und die Nachbereitung von Indikatoren und Zielsetzungen erstellt werden.

Potentielles Interesse aus MV-Sicht

  • Maritime Industrie/Zulieferer/Seehäfen
  • Maritimer Tourismus/Kreuzfahrttourismus
  • Fischerei
  • Außenwirtschaft

Übergeordnetes Ziel 1(Action) und zugehörige FPs

Aktion: „Reduzierung der Verschmutzung durch Schiffe und die Entwicklung von hafenseitigen Lösungen“

In Verbindung mit weiteren internationalen Abkommen zur Reduzierung der Verschmutzung durch Schiffe (HELCOM, MARPOL) soll in der Ostseeregion eine verbesserte Kooperation für eine saubere Schifffahrt entstehen. Technologische und methodologische Entwicklungen sollen gefördert werden. Weiterhin sollen neue Lösungsansätze zur Reduzierung der Emission von Schiffen demonstriert und getestet werden.

FP: Saubere Ostseeschifffahrt – CLEANSHIP: Gemeinsame Entwicklung einer Strategie für saubere Schifffahrt, Harmonisierung der Hafengebühren und die Entwicklung von gemeinsamen technischen Pilotsystemen für die Infrastruktur von Landstromversorgung, die Gas- und Flüssigerdgasversorgung sowie der Abwasserentsorgung in Häfen. Weiterhin sollen die Schiffsemissionen auf dem Meer und in den Häfen im Ostseegebiet reduziert werden. 6 Pilotprojekte, die auf freiwilliger Basis in Kooperation mit dem Privatsektor realisiert werden.

Führung: Port of Trelleborg; Deadline: 31.12.2013
Termine: Meeting with supporting partners/policy committee, Copenhagen am 22.04.2013
Link: www.clean-baltic-sea-shipping.com

FP: Ostseekooperation zur Reduzierung der Emissionen von Schiffen und Häfen durch wissens- und innovationsbasierte Wettbewerbsfähigkeit – INNOSHIP: Das Projekt unterstützt die Länder der Ostseeregion und maritime Interessengruppen. Gemeinsam soll die Luftverunreinigungen durch Schifffahrt und Häfen zu reduziert werden. Weiterhin sollen die verschiedenen Interessen und Bedürfnisse des maritimen Sektors angeglichen und die Koordination zwischen den Akteuren verbessert werden. So soll das Ostseegebiet zu einer sauberen und wettbewerbsfähigen Modellregion werden. Dafür werden Wissen und best-practice Beispiele für Entscheidungsträger bereitgestellt. Freiwillige Messungen und wirtschaftliche Anreize für die Entwicklung von Lösungen mit geringen Schadstoffemissionen sollen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene angestoßen werden.

Koordination: Baltic Institute of Finland; Deadline: 31.12.2013
Termine: The sixth BSR InnoShip partner meeting vom 5.-7.6.2013 in Klaipeda, Litauen.
Link: www.baltic.org/projects/bsr_innoship

FP: Förderung von Maßnahmen zum Auffang von Schiffsabfällen: Die großen Häfen der Ostseeregion sollen einheitliche und transparente Ansätze zum Auffang von Schiffsabfällen entwickeln. Weiterhin soll die Verfügbarkeit von Hafenauffangeinrichtungen weiter verbessert werden, sodass jede Form von Abfall (inklusive Fahrwasser) entladen werden kann.

Koordination: HELCOM; Deadline: 2015

FP: Einführung von differenzierten Hafengebühren, abhängig von der Umweltbelastung der Schiffe: Ziel ist es wirtschaftliche Anreize für die Schifffahrt zu schaffen, ihre Emissionen zu reduzieren sowie Abwasser und Fahrwasser nachhaltig zu nutzen. Wichtig ist, dass die Hafengebühren umfassend eingeführt werden. Um weitere Entwicklungen anzustoßen, sollen Auszeichnungen, schiffspezifische Umwelt-Indexe, freiwillige Abkommen mit Schiffsinhabern und Werbung zur Anwendung von alternativen Brennstoffen gefördert werden.

Koordination: HELCOM; Deadline: 2013

FP: Ausbau der Kompetenzen bezüglich Flüssigerdgasanlagen in der Region: Hier soll sichergestellt werden, dass Wissen bezüglich Flüssigerdgasanlagen zwischen den Ländern der Ostseeregion transferiert wird. Das Projekt richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen in der Region, welche gegenseitig Kompetenzen austauschen können. Ziel ist die Erstellung eines regionalen Clusters mit Kompetenzen zu Flüssigerdgas, welche Businesschancen im entstehenden Flüssigerdgasmarkt nutzen.

Koordination: Klaipeda Science and Technology Park Litauen, Deadline: Dezember 2014

FP: Erschließung des Umwelteinflusses von Schiffen (Index für saubere Schifffahrt – quantifizierte Echtzeiteinsicht in die Umweltverträglichkeit des Seeverkehrs): Der Index für saubere Schifffahrt stellt eine Datenbasis über Schiffe und Schiffseigentümer dar. Diese sind nach ihrer Umweltverträglichkeit geordnet. Die Ladungseigentümer können die Informationen für ihre Seetransporte nutzen und nachhaltig wirtschaften. Es sind bereits 50 Schifffahrtgesellschaften involviert und über 200 Schiffe wurden in den Index aufgenommen. Das Konzept soll in ganz Europa angewendet werden.

Koordination: Clean Shipping Network Association; Deadline: 2015;
Link: www.cleanshippingindex.com