Politikbereich Energie

Koordinatoren

Dänemark und Lettland

Ausgangslage

Die wesentlichen Elemente in der Entwicklung eines kohlenstoffarmen Energiesystems 2050 sind die Energieinfrastruktur, erneuerbare Energiequellen, Energieeffizienz and die Sicherheit in der Versorgung zu bezahlbaren Preisen. Dies gilt auch für die Energiepolitik im Ostseeraum. In diesem Zusammenhang besteht dringender Handlungsbedarf die Energieisolation einiger Mitgliedstaaten in der Ostseeregion zu beenden, deren Marktintegration anzutreiben und die Energieeffizienz und nachhaltige Energiequellen in der Ostseeregion zu unterstützen. Der Baltic Energy Market Interconnection Plan (BEMIP) hat die Schlüsselvoraussetzungen für einen gut funktionierenden Energiemarkt identifiziert.

Die drei baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen) sind bislang nicht ausreichend in das europäische Energienetz eingebunden worden. Entscheidungen hinsichtlich Gasinterkonnektoren und regionalen Flüssiggasstationen sind bislang ausstehend, sodass eine entsprechende Gaszufuhr in die baltischen Staaten behindert wird. Diese fragmentierte Struktur der Strommärkte führt zu folgenden Problemen: geringe Marktliquidität, wenig Anreize für Infrastrukturinvestment, v.a. im Bereich erneuerbare Energiequellen sowie eine hohe Abhängigkeit von Stromimporte aus dem nicht-europäischen-Wirtschaftsraum.

Potentielles Interesse aus MV-Sicht

Mit der Energiewende in Deutschland hin zu Erneuerbaren Energien steht auch der Ostseeraum vor großen Herausforderungen und Chancen. Ein Hauptschwergewicht der Landesregierung ist daher der Ausbau des Einsatzes der erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmemarkt. Mecklenburg-Vorpommern wird künftig – auch gerade im Hinblick auf seine Ostseeküste - eine größere Rolle in der Versorgung Deutschlands mit Strom aus erneuerbaren Quellen spielen. Auch auf dem Gebiet der erneuerbaren Wärmeversorgung bestehen, auch im Land selbst, noch Optimierungsmöglichkeiten, unter anderem zur Klimaverbesserung im Ostseeraum.
Derzeit entwickelt das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern mit breiter Beteiligung von Experten und Öffentlichkeit ein Energiekonzept, das frühestens im vierten Quartal 2013 beschlossen werden soll.

Übergeordnetes Ziel 1 (Action) und zugehörige FPs

Aktion: „Hin zu einem gut funktionierenden Energiemarkt“

FP 1: Ziel, die Implementierung des BEMIP zu beaufsichtigen. Die Priorität liegt dabei in der Verbindung der baltischen Staaten zu den Energienetzwerken in der Ostseeregion. Die Koordinierung der strategischen Ziele sowohl der EUSBSR als auch des BEMIP stehen dabei im Fokus.

FP 2: Austausch bewährter Methoden und Praktiken im Rahmen des BEMIP. Diese sollen langfristig als Beispiel zur Integration der eastern Partnership – Länder (Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Georgien, Moldawien, Ukraine) dienen.

FP 3: Ausbau des Nordischen Strommarktmodels (NORDEL) in Richtung Baltikum

Mögliches FP:
Infrastrukturinvestment in der Ostseeregion; bislang viele Hürden im Bereich Sicherung der Marktintegration und Infrastrukturinvestment; daher ist Ziel des Projekts Vorschläge zu untersuchen und vorzustellen wie diese Hürden zu überwinden sind.

Übergeordnetes Ziel 2 (Action) und zugehörige FPs

Aktion: “Steigerung der Nutzung der erneuerbaren Energiequellen und Förderung der Energieeffizienz”

FP 1: verbesserte Marktintegration von erneuerbaren Energiequellen und Austausch bewährter Praktiken unter Einbeziehung nationaler Herangehensweisen

FP 2: Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung des Gebrauchs von nachhaltigem Biotreibstoff im Verkehrssektor.

FP 3: Demonstration koordinierter Offshore Windlagen am Beispiel Krieger’s Flak (Deutschland, Dänemark)

FP 4: Förderung von Maßnahmen zur Energieeffizienz im Rahmen der Energieeffizienzrichtlinie.

Mögliches FP: Ergründung von Kooperationsmechanismen um Ziele der Erneuerbare Energierichtlinie zu erreichen