EU-Strategie für den Ostseeraum

Die EU-Ostseestrategie wurde im Oktober 2009 vom Europäischen Rat beschlossen. Sie ist die erste Strategie für einen Teil der EU-Mitglieder, daher auch die Bezeichnung „makroregionale“ Strategie. In ihr werden drei übergeordnete Ziele definiert, nämlich die Ostsee zu schützen, die Region besser zu verbinden und das wirtschaftliche Wachstum zu fördern. Nicht-EU-Mitglieder wie etwa Russland und Norwegen sollen in die Umsetzung der Strategie einbezogen werden.

Eine gute Orientierung über die Schwerpunkte und Projekte der Ostseekooperation bietet der Aktionsplan zur Strategie. Er umfasst 13 Politikbereiche (policy areas) und vier übergreifende Themen (horizontal actions). Für die Umsetzung wesentlich sind die genannten Flaggschiffprojekte.

Die Koordinatoren der Politikbereiche, der übergreifenden Themen und der Flaggschiffprojekte sind wichtige Partner: Sie können Ihnen Unterstützung und Orientierung bei der Entwicklung Ihrer Projektidee bieten.

Hauptziele, Politikbereiche, übergreifende Themen Details anzeigen

Hauptziele, Politikbereiche, übergreifende Themen

Hauptziele, Politikbereiche, übergreifende Themen

Hauptziele, Politikbereiche, übergreifende Themen

Politikbereiche mit M-V Bezug

Bioökonomie

Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit für den ländlichen Raum

Die Bioökonomie beschreibt eine Wirtschaftsform, die auf nachwachsenden Rohstoffe basiert. Der bioökonomische Ansatz verbindet eine breite Palette von Wissenschaften (z. B. Life Sciences, Agronomie, Ökologie, Forstwissenschaften, Meereswissenschaften und Sozialwissenschaften) mit industriellen Technologien (z. B. Biotechnologie, Nanotechnologie und Informations- und Kommunikationstechnologien).

Mit ihrem Querschnittstyp bietet der bioökonomische Ansatz eine einmalige Gelegenheit, ökologische Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig Innovationen und Unternehmertum und damit Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu unterstützen. Dazu sollte der Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Behörden und privaten Unternehmen auf makroregionaler, nationaler und lokaler Ebene gestärkt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die gestiegene Nachfrage nach Biomasse in nachhaltige Lösungen in der gesamten Wertschöpfungskette von Biomasse zu biobasierten Produkten umgesetzt werden kann. Gerade die Ostseeregion als strategische Wachstumsregion ist für den bioökonomischen Ansatz prädestiniert, zielt dieser doch in besonderem Maße auf die Entwicklung des ländlichen Raums und trägt so zu neuen Arbeitsplätzen bei und unterstützt Unternehmen, die wichtig sind, um eine lebende Landschaft zu erhalten und zu stärken.

Die gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern. So soll sich das östliche Mecklenburg-Vorpommern bis 2030 zu einer EU-weiten Bioökonomie-Modellregion für industriell hergestellte Bioprodukte entwickeln.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Förderung des ökologischen Landbaus
Das Projekt Baltic Eco zielt auf die Förderung des ökologischen Landbaus und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Institutionen und anderen Akteuren im Bereich des ökologischen Landbaus ab. Das Flaggschiff umfasst Partner aus Estland, Deutschland, Lettland und Litauen.

Partner MV: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (federführend)

Verbesserung des Nährstoff-Recyclings
Ziel des Projektes Baltic Phoenix ist es, das Nährstoff-Recycling im Ostseeraum effektiv zu verbessern, die Entwicklung und Umsetzung von Nährstoff-Recycling-Technologien zu verbessern und Märkte für Recycling-Dünger zu etablieren. Das Projekt wird den sektorübergreifenden Dialog betonen, um eine nachhaltige Nutzung von städtischen und landwirtschaftlichen, nährstoffreichen Materialien im Ostseeraum zu realisieren. Infolgedessen wird ein übermäßiger Bodennährstoffgehalt gemildert, die Nährstoffauswaschung wird dauerhaft reduziert und damit die Qualität der Ostsee verbessert. Das Projekt basiert auf den Ergebnissen des Flaggschiffs BALTIC MANURE der ersten Generation. Das Flaggschiff umfasst Partner aus Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Polen und Schweden.

Partner MV: Universität Rostock

Koordinatoren des Politikbereiches
Finnland, Litauen und Schweden

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Bioökonomie: http://bsrbioeconomy.net/
http://www.mv1.tv/mediathek/649/BioOekonomie_als_Chance.html

Maritime Sicherheit

Ostseeverkehr sicherer machen

Die Ostsee ist eines der am stärksten frequentierten Meere der Welt. Die Länder der Ostseeregion sind stark abhängig von der Schifffahrt für Importe und Exporte sowie für den Binnenhandel. Gleichzeitig nehmen auch der Personenverkehr und der Kreuzfahrttourismus beträchtlich zu.
Ein derart dichter Verkehr stellt zwangsläufig ein Risiko für maritime Unfälle dar, die aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Meer und dem fragilen Ökosystem schädlich sein können und erhebliche negative Konsequenzen für die Ostseeanrainer haben können.

Die Ostsee ist schwer zu navigieren, da sie ziemlich flach und der Eingang zum Meer auf die geschwungenen und schmalen Meerenge von Dänemark und den Kieler Kanal beschränkt ist. Im Winter verursacht Eis schwierige Navigationsbedingungen, die die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Seeverkehrs beeinflussen können.

Grundsätzlich hat die Ostseeregion bereits ein relativ gutes Maß an maritimer Sicherheit erreicht. Die Region verfügt über eine beträchtliche Kompetenz im Bereich der Sicherheit im Seeverkehr, z. B. in maritimen Unternehmen oder an Universitäten. Dennoch sollten Verkehrsmanagement- und Verkehrskontrollmaßnahmen zur Überwachung von Schiffsbewegungen verbessert werden. Weiterhin ist ein verbesserter Informationsaustausch auf nationaler Ebene und grenzüberschreitend erforderlich. Dies würde langfristig zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen, einer verbesserten Sicherheit sowie einem erhöhten Umweltschutz führen.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist die maritime Sicherheit von hoher Bedeutung. Das zeigt auch die 2014 etablierte Forschungsstelle Maritime Sicherheit am Standort Neustrelitz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit der Forschungsstelle wird am Standort Neustrelitz die Fähigkeit entwickelt, bis zu neun unterschiedliche Parameter in den Bereichen Wetter, Wind, Seegang, Schiffs- und Öldetektion, Strömung und Unterwassertopografie in Bezug auf Position, Navigation und Zeit (sogenanntes PNT-System) zu analysieren, zu integrieren und für den Endnutzer darzustellen.
Die Wasserschutzpolizei des Landes arbeitet auch im Maritimen Sicherheitszentrum am Standort Cuxhaven (Niedersachsen) mit. Dort arbeiten verschiedene maritime Behörden von Bund und Ländern rund um die Uhr zusammen. Sie überwachen die Schifffahrt auf Nord- und Ostsee, erstellen Lagebilder und unterstützen sich bei Einsätzen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Mobilisierung von Tauchern zur Unfallbekämpfung auf hoher See
Das Projekt DiveSmart Baltic ist eine Erweiterung eines aktuellen schwedischen Projektes mit dem Titel DiveSmart. Das nationale Projekt hat nach den Lehren aus dem Unfall von Costa Concordia erfolgreich die nationale Notfallbereitschaft im Tauchsektor gesteigert.
Vor dem Projekt gab es wenig Kontakt zu nationalen Tauchern (insgesamt 671 Personen in Schweden). Heute eruiert man die Möglichkeit eines gemeinsamen nationalen Tauch- und Trainingszentrums für alle im öffentlichen Sektor beschäftigten Taucher.
Das DiveSmart Baltic Projekt adressiert die gesamte Ostsee. Derzeit gibt es wenig Kooperation, dokumentierte und verfügbare Informationen über Kapazitäten und Ressourcen, sehr wenig Kenntnis der jeweils anderen - oder gemeinsam entwickelten - Mobilisierungsstrategien und keine regelmäßigen und wiederkehrenden Treffen / Übungen. Ein Unfall im offenen Teil der Ostsee würde den Einsatz mehrerer Anrainer bedeuten, sodass eine sorgfältige gemeinsame Planung und Ausbildung die Reaktionszeit erheblich verkürzen würden. Das Flaggschiffprojekt konzentriert sich u. a. auf die Zuordnung von Kompetenzen und technischen Ressourcen in einer Datenbank, auf die Erstellung von Mobilisierungsstrategien sowie eines Leitfadens zur Vorgehensweise und Zusammenarbeit bei einem großen Vorfall.
Das Konsortium besteht aus dänischen, finnischen, deutschen polnischen und schwedischen öffentlichen und privaten Partnern, und umfasst circa 2000 professionelle Taucher an der Ostsee.

Partner aus MV: Wasserschutzpolizei MV (assoziierter Partner)

Koordinatoren des Politikbereiches
Dänemark und Finnland

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Maritime Sicherheit: http://pa-safe.dma.dk
Flaggschiffprojekt DiveSmart Baltic: https://www.youtube.com/watch?v=d6fHi5i3ZDI/

Gefahrstoffe

Gemeinsam für weniger Gefahrstoffe in der Ostsee

Die Ostsee ist aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften besonders anfällig für die Verschmutzung durch gefährliche Stoffe. Das große Einzugsgebiet, das kleine Wasservolumen und der langsame Wasseraustausch machen die flache und halbgeschlossene Ostsee für hohe Konzentrationen und langfristige Akkumulation von chemischen Schadstoffen sowie Auswirkungen auf die Umwelt anfällig.
Gefährliche Stoffe umfassen eine breite Palette von Industrie- und Haushaltschemikalien, Metallen, Bioziden, Arzneimitteln und ungewollt gebildeten Stoffen. Sie werden sowohl direkt als auch indirekt über verschiedene diffuse und Punktquellen aus einer breiten Auswahl an Land- und Meeresquellen an die Ostsee abgegeben.
Neue potenzielle Quellen und Transportwege von Chemikalien in die Ostsee sowie Meeresmüll erfordern weitere Forschung. Zusätzlich zu den lokalen Quellen gibt es eine erhebliche Ablagerung von Luftschadstoffen aus dem europäischen Kontinent.
Die Aufgabe, die Ostsee vor Verschmutzung durch gefährliche Stoffe zu schützen, ist vielfältig und erfordert gemeinsame Anstrengungen der angrenzenden Länder und Stakeholder auf allen organisatorischen Ebenen. Innerhalb der EU wurde eine breite Palette von Rechtsvorschriften zum Schutz der Meeresumwelt vor der chemischen Verschmutzung schrittweise umgesetzt. Mit der Verabschiedung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie im Jahr 2008 wurde ein integrierter Ansatz und Rechtsrahmen geschaffen, um spätestens bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder zu erhalten.

Der Politikbereich "Gefahrstoffe" soll sich auf konkrete Maßnahmen konzentrieren, bei denen nur durch eine Zusammenarbeit der Ostseeanrainerstaaten der Umweltzustand der Ostsee verbessert werden kann.

Mecklenburg-Vorpommern hängt wie kein anderes Bundesland aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung im maritimen und touristischen Sektor an der Küste von einer sauberen und natürlichen Meeresumwelt ab. Insofern engagiert es sich auch in Arbeitsgruppen des völkerrechtlich verbindlichen Helsinki-Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets (HELCOM), die sich mit Themen wie z. B. dem Meeresmüll beschäftigen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Reduzierung von Gefahrstoffen aus städtischen Gebieten
Das Projekt NonHazCity zielt darauf ab, dass Kommunen und Abwasserbehandlungsanlagen Emissionen von vorrangigen gefährlichen Stoffen und anderen Schadstoffen aus kleineren Emittenten in städtischen Gebieten reduzieren müssen.
Fragliche Substanzen werden identifiziert und priorisiert, Quellen verfolgt und rangiert, Karten entwickelt und Aktionspläne von jeder Partnergemeinde entwickelt. NonHazCity wird zu Emissionsreduktionen aus den Pilotaktionen führen, die leicht repliziert und in einem größeren Kontext angewendet werden können.

Partner aus MV: IfAÖ Institut für Angewandte Ökosystemforschung GmbH

Koordinatoren des Politikbereiches
Schweden

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Gefahrstoffe: http://www.swedishepa.se/hazards
Flaggschiffprojekt NonHazCity: http://nonhazcity.eu/de/

Überdüngung

Überdüngung der Ostsee gemeinsam bekämpfen

Die anhaltende Eutrophierung, die durch übertriebene Nährstoffeinträge verursacht wird, ist eine der größten ökologischen Herausforderungen für die Ostsee. Fast die gesamte offene Ostsee ist von Eutrophierung betroffen. Die Auswirkungen der Eutrophierung umfassen die Sauerstoffverarmung, die verringerte Wasserklarheit, die Zunahme der fadenförmigen Algen, die Sommerblüten von Cyanobakterien (blaugrüne Algen) und oftmals unerwünschte Veränderungen der Spezieszusammensetzung von z.B. Fische, Vögel und Planktonische Organismen.
Groß angelegte Investitionen in Kläranlagen und Entscheidungen im Bereich der sauberen Schifffahrt haben in den letzten Jahrzehnten einen wichtigen Einfluss auf die Senkung der Nährstoffbelastung gehabt. Nach der jüngsten HELCOM-Einschätzung sind die Stickstoff- und Phosphoreinträge in die Ostsee seit Mitte der Neunzigerjahre erheblich gesunken.

Um die Ostsee langfristig zu retten, sind weitere und fortgesetzte Maßnahmen erforderlich, insbesondere in den Bereichen des Agrarsektors und der Abwasserbehandlung. Die Interdisziplinarität der EU-Ostseestrategie soll genutzt werden, um die Ziele der EU im Allgemeinen sowie die der einschlägigen Rechtsvorschriften z. B. der Wasserrahmenrichtlinie, der Nitratrichtlinie oder der Meeresstrategierahmenrichtlinie zu erreichen. Da die Landwirtschaft die wichtigste Quelle für diffuse Nährstoffbelastungen in der Ostsee ist, ist der Austausch mit dem Politikbereich "Bioökonomie" von besonderer Bedeutung. Gleiches gilt aber auch für den Bereich „Gefahrstoffe“, denn die Verringerung von gefährlichen Stoffen und Nährstoffen in der Ostsee gehen oftmals Hand in Hand.

Seit Anfang der 1990er Jahre sind in Mecklenburg-Vorpommern große Nährstoffreduktionen erzielt worden und auch rückläufige Trends in der Nährstoffbelastung der Küstengewässer zu verzeichnen. Dennoch besteht auch für Mecklenburg-Vorpommern weiterhin Handlungsbedarf, bestehende Defizite im Bereich Eutrophierung anzugehen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Abwasserbewirtschaftung effizienter gestalten
Das Projekt IWAMA zum interaktiven Wassermanagement zielt darauf ab, die Ressourceneffizienz in der Abwasserbewirtschaftung im Ostseeraum zu verbessern, indem sie die Kapazitäten der Betreiber zur Behandlung von kommunalem Abwasser entwickelt und Pilotinvestitionen durchführt, die zu einer Verringerung der Nährstoffzuflüsse in die Ostsee führen. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf drei Hauptbereiche des kommunalen Abwasserbehandlungssektors: Kapazitätsentwicklung, Energiemanagement und Schlammmanagement. Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Belarus, Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen Polen, Russland und Schweden.

Partner MV. Eurawasser Rostock (assoziierter Partner)

Miesmuscheln im Einsatz gegen Eutrophierung
Das Projekt Baltic Blue Growth beabsichtigt den Aufbau einer Miesmuschelanbau-Wertschöpfungskette mit dem Ziel, eine integrierte industrielle Industrieproduktion von blauen Miesmuscheln zu entwickeln und eine kommerziell lebensfähige Futterproduktion zu etablieren. Um dies zu erreichen, werden geeignete landwirtschaftliche Techniken für die Bedingungen im Ostseeraum und eine Muschelmehlindustrie entwickelt. Das Projekt wird auch die Verwendung von kombinierten aquakulturellen Systemen untersuchen, bei denen Miesmuscheln negative Nährstoffeffekte der Fischzucht abschwächen können.
Das Projekt möchte unterstützende politische Instrumente schaffen. Dafür will es eng mit der regionalen und nationalen Entscheidungsebene zusammenarbeiten. Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Kanada, Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland Polen Schweden sowie das SUBMARINER Netzwerk.

Partner MV: EUCC-D Die Küstenunion

Koordinatoren des Politikbereiches
Finnland und Polen

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Überdüngung: http://groupspaces.com/eusbsr-nutrient-inputs/
Flaggschiffprojekt IWAMA: http://www.iwama.eu/
Flaggschiffprojekt Baltic Blue Growth: https://www.submariner-network.eu/projects/balticbluegrowth

Verkehr

Starke Verkehrsnetze für mehr Wachstum in der Region

Die Ostseeregion ist stark abhängig vom Außenhandel und dem internationalen Austausch von Wissen und Dienstleistungen. Der Wohlstand und das nachhaltige Wachstum der Region sind also auf gut funktionierende Verkehrsverbindungen zwischen den Metropolregionen und anderen Wirtschaftszentren im Ostseeraum, aber auch mit anderen Teilen Europas angewiesen. Die Trends der Globalisierung, der Digitalisierung und die zunehmende Mobilität bringen für den Verkehrssektor erhebliche Herausforderungen mit sich, wie z. B. Straßennetz-Stauungen, die durch steigende Waren- und Passagierströme verursacht werden, oder die Beförderung gefährlicher Güter auf Land und See.
Die TEN-T-Kernnetz-Korridore sind ein Instrument der EU-Verkehrspolitik, um die Mobilität, die Intermodalität und die Interoperabilität auf den wichtigsten Verkehrsachsen in ganz Europa zu verbessern. Die Ostsee-Region (BSR) wird von drei Kernnetz-Korridoren durchschnitten: Skandinavien-Mittelmeer, Nordsee-Ostsee und Baltikum-Adria. Bis zum Jahr 2030 sollen physische, technische, operative und administrative Engpässe entlang dieser Korridore durch die Beteiligung einer Vielzahl von Akteuren behoben sein.
Die Umsetzung der drei Kernnetz-Korridore hat ein großes, aber unerschlossenes Potenzial, positive Effekte im Ostseeraum über den reinen Transportsektor hinaus zu stimulieren und jenseits der unmittelbaren geografischen Gebiete, die sie kreuzen. Die Eröffnung für eine breitere Gruppe von Stakeholdern und ein breiteres geografisches Gebiet erfordert, dass auch spezifische Kapazitätsherausforderungen angegangen werden. Gleichzeitig muss ein Bewusstsein und ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass die Kernnetzkorridore die Zugänglichkeit und die Konnektivitätsprobleme in verschiedenen Gebieten verbessern.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt entlang seiner 381 Kilometer langen Außenküste und 1.562 Kilometer langen Bodden- und Haffküste über gute natürliche Voraussetzungen für den Seeverkehr. Die Häfen zeichnen sich durch eine günstige verkehrsgeografische Lage, gute land- und seeseitige Erreichbarkeit sowie eine leistungsfähige Hafeninfrastruktur aus. Die Häfen nehmen auch in der Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie eine zentrale Stellung ein. Traditionell hat der Seeverkehr mit den Ostseeanrainerstaaten für die Häfen des Landes die größte Bedeutung. Neben dem Güterumschlag spielt auch der Passagierverkehr eine bedeutende Rolle.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Potenziale der Kernnetzkorridore erkennen und für die Ostseeregion nutzen
Das Projekt TENTacle zielt darauf ab, die Stakeholder-Kapazitäten zu verbessern, um die Vorteile der Kernnetz-Korridor-Umsetzung für den Wohlstand, das nachhaltige Wachstum und den territorialen Zusammenhalt im Ostseeraum zu nutzen.
Das Projekt wird eine gemeinsame Antwort auf identifizierte Kapazitätsaufgaben organisieren und die Öffentlichkeit sowie die Marktteilnehmenden in der Ostsee mit Lösungen unterstützen, die Kernnetzkorridore für sich zu nutzen, unabhängig von der geographischen Lage. Diese Lösungen werden sowohl auf regionaler (bessere Verbindung der Interessengruppen in verschiedenen Ostseegebieten zu den Kernnetzkorridoren) als auch auf makroregionaler (bessere Synergien zwischen der Umsetzung der Kernnetz-Korridore und der EU-Ostseestrategie) Ebene ausgearbeitet. Auf der makroregionalen Ebene wird das Projekt eine Plattform für die Zusammenarbeit und den systematischen Informationsaustausch zwischen den europäischen Kernnetzkorridor-Koordinatoren und den Koordinatoren der Ostseestrategie-Politikbereiche schaffen, um die Mobilität zu fördern, den Zugang zum TEN-T zu verbessern und die Zusammenarbeit mit den Drittländern zu fördern.

Am Projekt sind Partner aus Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen und Schweden beteiligt.

Partner aus M-V: Rostock Port GmbH

Förderung des sauberen Treibstoffeinsatzes in den Korridorregionen
Scandria2Act ist ein gemeinsames Projekt der Ostseeregionen entlang des skandinavisch-mediterranen Kernnetzeskorridors.
Ziel des Projektes ist es, den sauberen Treibstoffeinsatz und den multimodalen Verkehr durch die Korridorregionen zu fördern, um die Konnektivität und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die negativen Umweltauswirkungen, die durch die Transportaktivitäten verursacht werden, zu minimieren. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines mehrstufigen Governance-Mechanismus, der auf einem gegenseitigen Dialog zwischen Entscheidungsträgern auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene basiert, vorgesehen. Die wichtigsten Ergebnisse sind eine saubere Treibstoff-Einsatzstrategie und Roadshow, die Entwicklung eines multimodalen Serviceangebots, die Verbesserung der internationalen Informationsdienste im öffentlichen Verkehr sowie ein strategischer Korridorknoten-Dialog. Dabei werden relevante strategische Erkenntnisse auf die entsprechenden Entscheidungsträger übertragen, die eine regionale Entwicklungsperspektive zur Politikgestaltung auf europäischer und nationaler Ebene beitragen. Das Projekt umfasst Partner aus Dänemark, Finnland, Deutschland und Norwegen.

Partner aus M-V: Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock mbH

Koordinatoren des Politikbereiches
Litauen und Schweden

Weiterführende Informationen und Links
Flaggschiffprojekt TENTacle: http://www.tentacle.eu/
Flaggschiffprojekt Scandria2Act: http://www.scandria-corridor.eu/index.php/en/projects/scandria2-act

Energie

Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele leisten

Der Europäische Rat von Oktober 2009 unterstützte in seinen Schlussfolgerungen ein EU-Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95% gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken.

Die Energie- und Klimastrategie von 2020 legt die Ziele im Bereich der Treibhausgasemissionen (20% Kürzung), erneuerbare Energien (mindestens 20% Anteil) und Energieeffizienz (20% Verbesserung) fest. Der 2030-Rahmen für Energie und Klima setzt für 2030 eine mindestens 40%-ige Reduktion der Treibhausgasemissionen, einen Anteil von 27% für erneuerbare Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz um 27%.
Die von der Europäischen Kommission am 25. Februar 2015 vorgelegte Strategie zur Energievereinigung definiert fünf wichtige miteinander verknüpfte und sich gegenseitig verstärkende Dimensionen: Energiesicherheit; Solidarität und Vertrauen; ein voll integrierter Energiebinnenmarkt; Energieeffizienz als Beitrag zur Mäßigung des Energiebedarfs; Entkarbonisierung der Wirtschaft; und Forschung, Innovation sowie das Governance-Rahmenwerk für die Energie-Union.
Die Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat legt das Ziel fest, das Ziel von 10% der Elektrizitätsüberwachung zu erreichen, um das Stromnetz Europas für 2020 zu erreichen.

Die Europäische Kommission legte im Mai 2014 die mittel- bis langfristigen Maßnahmen fest, einschließlich Verbesserung der Binnenmärkte für Elektrizitäts- und Gasarbeit; Beschleunigung der Konstruktion von Schlüsselverbindungsstücken; moderater Energiebedarf; Erhöhung der sicheren und nachhaltigen Energieproduktion; Diversifizierung der externen Lieferungen; und Verbesserung der Koordinierung der nationalen Energiepolitiken.

Mecklenburg-Vorpommern hat als Energieland aufgrund seiner Lage vielfältige Standortvorteile. Der Fokus der Energieerzeugung liegt auf den Erneuerbare Energien. Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das sich bereits heute rechnerisch zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien versorgen kann. Die führenden Energieträger im Land sind Windkraft und Bioenergie. Neben der Energieversorgung aus alternativen Energien sind Energieeffizienz und Energieeinsparung Schlüsselthemen für die Herstellung von Versorgungssicherheit im Land.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Konzeption und Steuerung von Maßnahmen zur kohlenstofffreien Erwärmung in ländlichen Gemeinden im Ostseeraum
Das Projekt fördert eine effizientere Nutzung klimafreundlicher Ressourcen durch den Austausch von Best Practices und die Prüfung adäquater Heiztechnologien. Es konzentriert sich auf Verwaltungsbehörden von kleinen ländlichen Gemeinden, die beabsichtigen, emissionsneutrale Regionen zu entwickeln. Mindestens 10 Gemeinden werden für ihre Heizungsanforderungen adäquate Lösungen entwickeln. Machbarkeitsstudien werden die Investitions- und Organisationsmodelle vorbereiten. Sie werden mit lokalen und internationalen Experten zusammenarbeiten, um begrenzte Verwaltungskapazitäten zu überwinden und Wissen im Energiemanagement zu gewinnen. Das Projekt umfasst Partner aus Dänemark, Deutschland, Finnland, Litauen und Polen.

Partner aus M-V: Gemeinde Bollewick (federführend)Partner aus M-V: Gemeinde Bollewick (federführend)

Professionelles Netzwerk unterstützt die Energieversorgungssicherheit in der Ostseeregion
Das Projekt Baltic InteGrid zielt darauf ab, zur nachhaltigen lokalen Stromerzeugung, zur weiteren Integration des regionalen Strommarktes und zur Verbesserung der Versorgungssicherheit rund um die Ostsee beizutragen. Die Baltic InteGrid wird ein professionelles Netzwerk für Fachwissen und einen aktuellen interdisziplinären Forschungsstand über das Optimierungspotenzial von Offshore-Windenergie in der Ostseeregion durch Anwendung des Mesh-Grid-Ansatzes bieten. Das Projekt ist ein Schritt zur Schaffung einer vollständig vernetzten und integrierten regionalen Energie, die Umsetzung des Baltic Energy Market Interconnection Plans (BEMIP) sowie die Demonstration koordinierter Offshore-Windverbindungslösungen. Es verbessert zudem auch die Versorgungssicherheit in der Region. Das Projekt umfasst Partner aus Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden. Es wird auch von assoziierten Partnern unterstützt.

Partner aus M-V: Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH

Koordinatoren des Politikbereiches
Baltic Energy Market Interconnection Plan (BEMIP), Lettland und Litauen

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Energie: http://groupspaces.com/eusbsr-energy
Baltic Energy Market Interconnection Plan: https://ec.europa.eu/energy/en/topics/infrastructure/baltic-energy-market-interconnection-plan
Flaggschiffprojekt Baltic InteGrid: http://www.baltic-integrid.eu/

Tourismus

Die Ostsee als gemeinsame Tourismusdestination

Europa ist die meistbesuchte Region der Welt. Der Tourismus spielt in der europäischen Wirtschaft eine wichtige Rolle, vor allem bei der Erzeugung von Wachstum und Beschäftigung. Allerdings konkurriert Europa als Zielort mit vielen neuen Destinationen, die sich vor allem in den asiatischen und pazifischen Regionen ergeben haben.

Das Gesamtziel des Politikbereichs "Tourismus" ist die Entwicklung der Ostseeregion als gemeinsames Tourismusziel durch die nachhaltige Entwicklung von Kooperationsstrukturen im Tourismussektor. Mehrere Studien haben bereits deutlich hervorgehoben, dass der Küsten- und Seetourismus ein wichtiger Faktor für das „Blaue Wachstum“ in Bezug auf Beschäftigung und Bruttowertschöpfung ist. Die Tourismuszusammenarbeit in der Region sollte auch Nicht-EU-Länder wie Norwegen und insbesondere die Teile der Russischen Föderation, die an die Ostsee angrenzen, einbeziehen.
Darüber hinaus ist der Tourismus oft ein wichtiger Sektor in ländlichen Gebieten. Er bietet einen ökonomischen Anreiz, auf dem Land zu bleiben. Der ländliche Tourismus stimuliert Investitionen in Infrastruktur und Verkehrsmittel, und hilft so eine ausgewogene territoriale Entwicklung in der Region zu erreichen.

Mecklenburg-Vorpommern gilt seit Jahren als beliebtestes innerdeutsches Reiseziel. Die Tourismusbranche ist in kaum einem anderen Bundesland so bedeutend wie in Mecklenburg-Vorpommern. Daher ist die Koordinatorenrolle für den Politikbereich Tourismus beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern nicht nur naheliegend, sondern bietet dem Land auch vielfältige Möglichkeiten, seine Erfahrungen, Erkenntnisse und eigenen Akzente einzubringen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Tourismuscenter als gemeinsame Interessenvertretung im Ostseeraum
Das übergeordnete Ziel des Projekts „Baltic Sea Tourism Center (BSTC)“ besteht darin, mit besagtem Center eine selbsttragende Governance-Struktur einzurichten, deren Verantwortungsbereich sich auf die Umsetzung strategischer und operativer Aktivitäten im Rahmen des EUSBSR für den Tourismus konzentriert. Das BSTC dient als Verbindungsbüro für die wichtigsten Akteure im Ostseeraum, die eine nachhaltige und verantwortungsvolle Tourismusentwicklung und Kooperation in der Region anstreben. Es wird die gemeinsamen Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vertreten. Wesentliche operative Aufgaben sind die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer langfristiger Tourismusmarketing-Strategien, die Förderung des Image und des Bewusstseins der Ostseeregion als kohärentes Reiseziel sowie die Ausarbeitung, Unterstützung und Clustern von Tourismusprojekten und Initiativen zur Stärkung der Kooperation der Ostsee.
Das BSTC zielt darauf ab, die Umwandlung von Projekten, Projektergebnissen und temporären Netzwerken in nachhaltige langfristige Prozesse zu erleichtern.
Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Dänemark Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Schweden sowie Euroregion Baltic.

Partner aus MV:
Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (federführend)
Hochschule Stralsund
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern (assoziierter Partner)

Informationssystem zur besseren Wahrnehmung der ländlichen Küstengebiete
Das Projekt „Wege zum baltischen maritimen Erbe - Steigerung der Sichtbarkeit und Erreichbarkeit – VIABAL) befasst sich mit den Möglichkeiten des Baltischen Maritimen Erbes für die Geschäftsentwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wachstum in ländlichen Küstengebieten. Es zielt darauf ab, ein Informationssystem (Baltic Gates Systems) aufzubauen und zu testen, in dem die gleichen Informationen und Kenntnisse über alle angeschlossenen ländlichen Küstenstandorte zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt soll nicht nur zur Kapazitätsentwicklung der Tourismusunternehmer beitragen, sondern auch mit Ostseepartnern gemeinsame Produkte und Dienstleistungen mit Bezug zum maritimen Erbe anstoßen. Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Estland, Deutschland, Litauen, Polen und Schweden.

Partner aus MV: Tourismusgesellschaft Kap Arkona mbH

Koordinatoren des Politikbereiches
Mecklenburg-Vorpommern

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Tourismus: http://www.baltic-sea-strategy-tourism.eu/pa-tourism/
Flaggschiffprojekt VIABAL: http://www.viabal.eu/

Kultur

Kultur als Innovationskatalysator

Die Ostseeregion hat ein außergewöhnlich vielfältiges und attraktives Kulturleben und ein kulturelles Erbe von großem Wert. Die makroregionale Kooperation in den Kultursektoren kann dazu beitragen, Hindernisse für Wachstum und Internalisierung zu beseitigen. Werden kreative Unternehmer und Unternehmerinnen in Netzwerken und in kreativen Zentren verknüpft, fördert dies Synergien mit Bildungseinrichtungen und Unternehmen.
Der Kultur- und Kreativsektor ist an einer strategischen Schnittstelle zwischen Kunst, Wirtschaft und Technologie und kann Innovationen in anderen Sektoren (wie regionale Entwicklung, Bildung, Tourismus, Regeneration der städtischen Umwelt oder Wiederherstellung von Standorten und Milieus) befördern.
Kultur ist auch ein Treiber für gesellschaftliche Herausforderungen wie Nachhaltigkeit. In der Ostseeregion wurde eine Vielzahl von Know-how und Ansätzen entwickelt, die Kultur als Katalysator für soziale und nachhaltige Entwicklungen nutzen. Der Aufbau dieses Wissens trägt auch zur Innovationsfähigkeit der Region bei.

Mecklenburg-Vorpommern vereint in historischer und landschaftlicher Vielfalt Architektur, Bildende Kunst, Literatur, Musik, Theater, Film und die niederdeutsche Sprache. Das Land hat es sich zur politischen Aufgabe gemacht, diese Einzigartigkeit und Vielfalt zu schützen, zu pflegen und zu fördern. Zudem gilt es, das Potential von Kultur als Innovations- und Wachstumstreiber zu nutzen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Neue städtische und regionale Lösungen durch Kunst und Kultur
Das Projekt Think Tank Transbaltic (TTT) wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Schaffung von städtischen und regionalen Entwicklungsansätzen durch die Kombination von körperlichen und künstlerischen Berufen, Disziplinen und kulturellen Methoden etablieren.
TTT wird auch Erfahrungen und Kenntnisse von Migranten in den Prozess mit einfließen lassen. Es wird ein forschungsorientiertes Projekt sein, in dem partizipative und interdisziplinäre Methoden eingesetzt werden. Think Tank Transbaltic wird die Erfahrungen der Ostseeregion (BSR) mit denen aus anderen Küstengebieten, dem Mittelmeer und der Atlantikküste vergleichen. Das Projekt soll dazu beitragen, die Attraktivität der Ostseehafenstädte für die Bewohner und Bewohnerinnen, für Touristen sowie für Neuankömmlinge zu erhöhen. Die Stadtplanung soll von nachhaltigen Projektergebnissen profitieren, z.B. durch Kapazitätsaufbau in den Bereichen Migration, Bildung und Stadtplanung.
Das Flaggschiff umfasst Partner aus Belarus, Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden.

Partner MV: Kunsthalle Rostock

Koordinatoren des Politikbereiches
Schleswig-Holstein und Polen

Weiterführende Informationen und Links
Politikbereich Kultur: http://www.eusbsrculture.eu/
Flaggschiffprojekt Think Tank Transbaltic: http://thinktanktransbalticpilot.blogspot.de/

Innovation

Global wettbewerbsfähig für ein nachhaltiges Wachstum im Ostseeraum

Forschung, Innovation, Unternehmertum, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Binnenmarkt sind eng miteinander verknüpfte Themen, die für die Erreichung des übergeordneten Ziels der EU-Ostseestrategie "Wohlstand erhöhen" von zentraler Bedeutung sind.
Aufgrund der kleinen Märkte im Ostseeraum, mit Ausnahme Deutschlands, ist es unerlässlich, dass geeignete Maßnahmen zur Aufwertung des Geschäftsumfelds getroffen werden. Um das betriebliche Umfeld zu verbessern, ist es unerlässlich, die Möglichkeiten der digitalen Wirtschaft und Innovation voll auszuschöpfen und einen gleichberechtigten Zugang und die Beseitigung von Barrieren für die digitalen Märkte für KMU und Verbraucher zu gewährleisten. Ein für Investoren und ein dynamisches Geschäftsumfeld förderliches politisches Rahmenwerk bietet die besten Möglichkeiten, ein hohes Entwicklungsniveau in der Ostseeregion zu erreichen. Unter Berücksichtigung der aktuellen Wirtschaftslage ist es besonders wichtig, die weitere Integration der Märkte in die Ostseeregion zu fördern, um das Gebiet für Neugründungen und Investoren attraktiv zu machen. Um den voll funktionsfähigen Binnenmarkt aufzubauen, liegt die Lösung in einer maximalen Harmonisierung in den Bereichen Güter, Dienstleistungen und Digital.
Die Mitgliedstaaten beabsichtigen daher, einen ausgewogenen und kohärenten Ansatz zu verfolgen, der darauf abzielt, die bestehenden Lücken in der Innovationsleistung zu überbrücken und die breitere Palette der gegenseitigen offenen Innovationsprozesse und Best Practice / Wissensaustauschplattformen zu berücksichtigen.

Mecklenburg-Vorpommern verfolgt eine ganzheitliche und zugleich vielschichtige Forschungs- und Innovationspolitik. Durch die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen und durch eine gezielte und aktive Förderpolitik sollen Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in die Lage versetzt werden, Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte mit Erfolg realisieren zu können. Mit der Regionalen Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung legt das Land Mecklenburg-Vorpommern erstmals ein strategisches Gesamtkonzept für die Gestaltung der Förderpolitik bis 2020 vor. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, Mecklenburg-Vorpommern als Forschungs- und Technologiestandort weiter zu profilieren und die Schwerpunkte in den förderpolitischen Anstrengungen der Landesregierung für die nächsten Jahre aufzuzeigen.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Die Ostseeregion als Gesundheitsdienstleister
Das Hauptthema des Projektreihe ScanBalt Health Region 2015-2018 ist die Etablierung der Ostseeregion als eine Teststelle für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen für die Gesundheitsfürsorge. Für die Region bedeutet dies eine effizientere Nutzung der bestehenden Forschungs- und Innovationsinfrastruktur sowie der wirtschaftlichen Entwicklung. Die ScanBalt Health Region hat u. a. die Aufgabe, die regionale Kompetenzen in den Bereichen Biowissenschaften und Gesundheit zu bündeln, aber auch intelligente Innovations- und Entwicklungsstrategien auszuarbeiten, auszurichten und zu integrieren, die sowohl den Bedürfnissen der Metropolregionen als auch den ländlichen Regionen Rechnung tragen.
Schließlich ist die ScanBalt Health Region auch eine Plattform, die das Branding und die Sichtbarkeit der Ostseeregion verbessern soll, um personelle, finanzielle und industrielle Ressourcen anzuziehen und zu erhalten. Die ScanBalt Health Region ist als Modell für eine wissensbasierte Gesundheits- und Bioökonomie zu betrachten, die zu hochwertigen Arbeitsplätzen führt, die auf einer gemeinsamen und von der Basis entwickelten Strategie basieren. Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Deutschland, Litauen und Schweden.

Partner aus M-V: BioCon Valley GmbH (federführender Partner)

Verbesserte Forschungsinfrastruktur für eine wachsende Ostseeregion
Baltic Science Link ist ein Netzwerk zwischen führenden Forschungseinrichtungen für Photonen- und Neutronenquellen und deren Anwendern. Das Projekt zielt darauf ab, Innovation und Unternehmertum im Ostseeraum zu unterstützen und zu fördern. Die bestehende Forschungsinfrastruktur wird genutzt, um die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Attraktivität der Region zu stärken. Das Netzwerk umfasst neben den Forschungseinrichtungen auch wissenschaftliche Institute, Universitäten und regionale Organisationen, die als Service- und Förderungseinheiten dienen.

Partner aus M-V: Technologiezentrum Vorpommern

Initiativen für die nachhaltige und innovative Nutzung der Ostsee-Ressourcen
Das SUBMARINER-Netzwerk fördert innovative Ansätze zur nachhaltigen Nutzung mariner Ressourcen und bietet Kooperationsplattformen für verwandte Akteure und Initiativen im Ostseeraum. Das Netzwerk zielt darauf ab, die globale Wettbewerbsfähigkeit der Ostseeregion zu stärken, indem es in eine Modellregion für nachhaltige Blue-Bio-basierte Innovationen und intelligente Kombinationen umgewandelt wird. Die Umsetzung basiert auf dem 2013 veröffentlichten SUBMARINER-Fahrplans, in dem empfohlen wird, was im Ostseeraum zu tun ist, und wie die Ziele der Strategie Europa 2020 im Allgemeinen und seiner maritimen Säule im Besonderen umzusetzen sind. Das SUBMARINER-Netzwerk ist als gemeinnützige Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV) institutionalisiert, die 2014 gegründet wurde und für neue Mitglieder geöffnet ist.

Partner aus M-V: BioCon Valley GmbH

Koordinatoren des Politikbereiches
Polen, Estland und Nordische Ministerrat (NORDEN)

Weiterführende Informationen und Links
Schwerpunktbereich Innovation: http://www.pa-innovation.eu/
Regionale Innovationsstrategie für intelligente Spezialisierung bis 2020 Mecklenburg-Vorpommern: http://www.tbi-mv.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Strategiedokument_RIS_MV-WM.pdf
Flaggschiffprojekt Scan Balt Health Region: http://scanbalt.org/projects/scanbalt-health-region/
Flaggschiffprojekt Baltic Science Link: https://www.science-link.eu/index_eng.html
Flaggschiffprojekt Submariner: https://www.submariner-network.eu/

Bildung

Wachstum der Region und stabile nachhaltige Arbeitsmärkte durch Bildung und enge Wissenschaftskooperationen

Steigender Wohlstand setzt den Zugang zu guter Aus- und Weiterbildung für alle, ein effektives und integratives Wohlfahrtssystem und einen gut funktionierenden Arbeitsmarkt voraus. Letzterer wiederum unterstützt die geografische, berufliche und sozioökonomische Mobilität. Im Ostseeraum gibt es vor diesem Hintergrund insbesondere zwei Ansatzpunkte:

Erstens leiden die Arbeitsmärkte einiger EU-Mitgliedsstaaten in der Ostseeregion insbesondere unter dem Missstand: einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Andererseits erleben viele Branchen, insbesondere in den kleinen und mittelständischen Unternehmen, einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Das weist darauf hin, dass die Ausbildung nicht in allen Ländern den Bedürfnissen der regionalen Arbeitsmärkte angepasst ist. Gleichzeitig müssen Jugendliche ohne formale Sekundarschulbildung mit Langzeitarbeitslosigkeit sowie sozialer Ausgrenzung oder Armut rechnen.

Der zweite Aspekt bezieht sich auf die Verbesserung der Wissenschaftskooperation vor dem Hintergrund, dass neue Arbeitsplätze vor allem aus neuen oder jungen Unternehmen, Start-ups und KMU entstehen. Talente mit unternehmerischen Denkweisen müssen frühzeitig in Schule und Studium verfolgt werden, ihr Interesse und ihre Geschäftsfähigkeit müssen während ihrer gesamten Ausbildung unterstützt werden. Unternehmerische Fähigkeiten müssen auf allen Ebenen der Bildung gefördert werden. Hier kann die Ostseekooperation, der Austausch von Ideen und Erfahrungen der unterschiedlichen Modelle der Förderung von Innovation und Technologietransfer oder dem Aufbau von Denkfabriken und Clustern wichtige Impulse setzen.

Insofern hat die Wissenschaftskooperation mit Partnern des Ostseeraumes gerade für Mecklenburg-Vorpommern und für die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes sowohl traditionell als auch perspektivisch eine große Bedeutung. Die Hochschulen und die außeruniversitären Einrichtungen pflegen zahlreiche sowohl institutionelle als auch projektbezogene Kooperationen mit Partnereinrichtungen im Ostseeraum.

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Schaffung nachhaltiger regionaler Arbeitsmärkte
Das Projekt Baltic Sea Labour Forum (BSLF) ist ein Kooperationsnetzwerk, in dem Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, Parlamentariern und Regierungsorganisationen zusammenarbeiten, um in der Ostseeregion nachhaltige regionale Arbeitsmärkte zu schaffen. Gegenwärtig gibt es 28 Mitgliedsorganisationen aus acht Ländern sowie die Ostseeparlamentarierkonferenz (BSPC) und den Ostseerat (CBSS). Der Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Unterstützung der Arbeitsmobilität. Innerhalb dieses Flaggschiffs steht eine Mobilitätsinitiative zur Entwicklung, Erleichterung und Förderung der Arbeitsmobilität.
Dies geschieht in drei Schwerpunktbereichen:
1. Identifizierung und Beseitigung von Hindernissen bei der Mobilität;
2. Bekämpfung von Lohndumping und
3. Angebot von Praktika in Nachbarländern für Auszubildende und Studenten der berufsbildenden Gymnasien.
Das Flaggschiffprojekt umfasst Partner aus Estland, Dänemark, Finnland, Deutschland, Lettland, Litauen, Polen, Russland sowie die Ostseeparlamentarierkonferenz (BSPC).

Partner MV: Universität Rostock

Koordinatoren des Politikbereiches

Hamburg und Norden Association (Schweden)

Weiterführende Informationen und Links

Politikbereich Bildung: http://groupspaces.com/eusbsr-education/
Ostseerat: http://www.cbss.org/sustainable-prosperous-region/baltic-sea-labour-forum-bslf/
Flaggschiffprojekt Baltic Sea Labour Forum: http://www.bslf.eu/
Flaggschiffprojekt Baltic Training Programme: http://www.baltictrainingprogramme.eu/

Übergreifende Themen mit M-V Bezug

Raumplanung

Nutzung der maritimen und landgestützten Raumordnung in allen Ostseeanrainern fördern

Die Raumplanung als übergreifendes Handlungsfeld ist von zentraler Bedeutung für die Sicherstellung der Kohärenz der Maßnahmen und die Aufrechterhaltung eines integrierten Ansatzes in der Ostseeregion. Ein umfassender Überblick über die Region und Kenntnisse über sensible Bereiche, Populationen, ökonomische Belastungen und andere Faktoren, sowohl auf See als auch auf Land, sind Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Die Erweiterung der Aktivitäten in der Ostsee hat zu einer verstärkten Konkurrenz um einen begrenzten Meeresraum zwischen sektoralen Interessen wie Schiffs- und Seeverkehr, Gewinnung von Kies und Mineralien, Offshore-Energie, Häfenentwicklung, Tourismus, Fischerei und Aquakultur sowie Umweltbelastungen geführt.
Die Maritime Raumplanung und das integrierte Küstenmanagement sind wichtige Instrumente und Prozesse für eine bessere Entscheidungsfindung. Sie helfen verschiedenen Nutzern, sektorale Interessen auszugleichen, um die maritime Räume konkurrieren und dazu beitragen, eine nachhaltige Nutzung der Meeresgebiete zugunsten der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie der Meeresumwelt zu erreichen.

Mecklenburg-Vorpommern übt aufgrund seiner geografischen Lage eine Art Drehscheibenfunktion zwischen den skandinavischen und osteuropäischen Wirtschaftsräumen mit den mittel- und südosteuropäischen Räumen aus. Für das Land steht neben der Einbindung in die großräumige Entwicklung im Ostseeraum auch die perspektivische Bindegliedfunktion zwischen dem Ostsee- und dem Adriaraum im Vordergrund.
Seit Anfang der 1990er Jahre ist Mecklenburg-Vorpommern aktiv in der allgemeinen raumordnerischen Zusammenarbeit der Ostseeanrainer im Rahmen der Konferenz der Raumordnungsminister der Ostseestaaten (VASAB).

Laufende Flaggschiffprojekte mit Beteiligung aus dem Land

Kohärente Infrastrukturen in den maritimen Raumplänen im Ostseeraum
Das Projekt Baltic LINes strebt an, gemeinsame, pan-baltische Planungslösungen für Schiff-fahrtswege und Energieübertragungskorridore in der Ostsee zu knüpfen, die später in nationa-le maritime Raumordungspläne integriert werden können. Baltic LINes setzt neue Maßstäbe für die Beteiligung der Stakeholder an Maritimen Raumordnung. Um Planungslösungen zu entwickeln, wird eine räumliche Datenschnittstelle, die relevante Daten zusammensetzt, eine gründliche Analyse der Zukunftsszenarien für die Sektorentwicklung (Beteiligung der Stake-holder) und ein klarer Koordinierungsprozess aufgesetzt und durchgeführt.

Partner aus M-V: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

Neue Raumplanungskriterien für nachhaltiges Wachstum erneuerbarer Energien Das Projekt Baltic Energy Areas - eine Planungsperspektive (BEA-APP) zielt darauf ab, die Kapazitäten der Akteure der regionalen und erneuerbaren Energien zu verbessern, indem neue, räumlich kompatible Planungslösungen, innovative Wege der Öffentlichkeits-beteiligung sowie platzbasierte erneuerbare Energiekonzepte im gesamten Ostseeraum ent-wickelt, getestet und umgesetzt werden.
Im Ergebnis sollen gemeinsam festgelegte Raumplanungskriterien für die Förderung eines nachhaltigen Wachstums erneuerbarer Energien sowie überarbeitete und neue Erneuerbare Energiekonzepte in allen teilnehmenden Regionen feststehen. Das Projekt umfasst Partner aus Dänemark Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden.

Partner aus M-V: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern (federführend)

Koordinatoren des Politikbereiches

VASAB und HELCOM

Weiterführende Informationen und Links

HELCOM: http://helcom.fi/action-areas/maritime-spatial-planning
VASAB: http://www.vasab.org/index.php/eu-bsr-strategy
Flaggschiffprojekt Baltic LINes: http://www.vasab.org/index.php/balticlines-eu
Flaggschiffprojekt Baltic Energy Areas (BEA-APP): https://www.balticenergyareas.eu/

Teilhabe der Zivilgesellschaft

Die Inhalte werden derzeit überarbeitet.

Kontakt

Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Europa
Referat Ostseekooperation
Arsenal am Pfaffenteich
Alexandrinenstraße 1
19055 Schwerin
Referatsleiter
Wolf Born
Telefon: 0385-588 2610