Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zielt schwerpunktmäßig auf wachtsumsfördernde Verbesserungen der Standortbedingungen. Hierzu fördert der EFRE vor allem zukunftsgerichtete Investitionen in den Bereichen Forschung, technologische Entwicklung und Innovation, gewerbliche Wirtschaft sowie öffentliche Infrastruktur.
Für die EU-Förderperiode von 2007 bis 2013 hat die Europäische Union Mecklenburg-Vorpommern im Operationellen Programm des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE) rund 1,25 Milliarden Euro bereit gestellt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Mecklenburg-Vorpommerns zu stärken sowie Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Dabei ist der Einsatz der Mittel stärker als bislang auf den ersten Arbeitsmarkt ausgerichtet. Ziel ist es, mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen. Der Einsatz dieser Mittel erfolgt schwerpunktmäßig in vier Bereichen:
In der Förderperiode sollen vor allem die Bereiche Innovationen, Bildung, Forschung und Entwicklung sowie die Technologieförderung gestärkt werden, um die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes weiter zu verbreitern. Der Verbundforschung kommt dabei eine besondere Rolle zu. Es geht künftig darum, Potentiale der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit regionalen Unternehmen zu verknüpfen. So können mit Hilfe des EFRE stärkere Anreize zur Erhöhung von Forschungs- und Entwicklungs- (FuE-)Tätigkeiten gegeben und FuE- Projekte durchgeführt werden. Eigene FuE-Aktivitäten bilden die entscheidende Grundlage um neue Produkte, Dienstleistungen und Verfahren zu entwickeln. Aus diesem Grund sollen Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und den öffentlichen Forschungsein-richtungen angestoßen und bestehende Forschungsnetzwerke ausgebaut und neue aufgebaut werden. Ziel ist es, bei allen Aktivitäten mehr wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen. Die an der Verbesserung der "Hardware" orientierten Fördermaßnahmen des EFRE werden durch die komplementäre Förderung der "Software" (Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Netzwerkaktivitäten) aus dem Operationellen Programm des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der liegt in der Unterstützung zukunftgerichteter In-vestitionen. Es werden produktive Investitionen mit Hilfe der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" in den fernabsatzorientierten Wirtschaftszweigen auf hohem Niveau unterstützt. Ziel der EFRE-Förderung ist es, durch Senkung der Kapitalnutzungskosten auf Seiten der Unternehmen Anreize für eine Erhöhung der Investitionstätigkeit zu setzen. Die Gewährung von Investitionszuschüssen trägt unmittelbar zur Verbesserung der Eigenkapitalsituation insbesondere der Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) bei und ermöglicht ihnen bestehende Finanzierungsschranken als Investitionshemmnis zu überwinden. Neue Maschinen Ausrüstungen und bauliche Anlagen führen zu einer Steigerung der Produktivität und Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Mit Investitionen werden neueste technische Standards bei Produkten und Verfahren geschaffen und unternehmensinterne Organisations- und Produktionsabläufe verbessert. Mit der Förderung, der Gründung und der Ansiedlung neuer Unternehmen und der hiermit verbundenen Schaffung hochwertiger und wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze sollen die gewerblich-industriellen Strukturen des Landes gestärkt und ausgebaut werden. Darüber hinaus wird auch die Erweiterung von Betriebsstätten sowie die grundlegende Änderung, Umstellung und Modernisierung der Produktionsverfahren gefördert. Durch eine intensive Begleitung und verstärkte Förderung werden insbesondere Investitionen für regional bedeutsame Vorhaben unterstützt werden.
Der dritte Schwerpunkt beschäftigt sich vor allem mit der Stärkung unternehmerischer Potenziale. Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sind oftmals ohne externe Unterstützung nicht in der Lage, alle Möglichkeiten in Hinblick auf den Zugang und die Erschließung von überregionalen Märkten auszuschöpfen. Daher sollen durch unternehmens- und standortbewerbende Maßnahmen die KMU des Landes bei ihrem Prozess der Marktausweitung und Marktdurchdringung unterstützt werden. Die Maßnahmen umfassen dabei verschiedene Förderansätze: Die Messen- und Ausstellungsförderung soll KMU durch direkte Kundenkontakte, die Präsentation ihres Angebots und die Beseitigung von Informationsdefiziten verstärkt in überregionale Marktkontexte einzubinden. Ziel der Fördermaßnahme ist es, durch den Ausbau tragfähiger Netzwerkstrukturen und Kooperationsbeziehungen die bestehenden Beschäftigungs- und Wettbewerbspotenziale besser auszunutzen. Dies ist beispielsweise in der sehr vielfältigen Struktur der Gesundheitswirtschaft begründet, die Bereiche wie den Tourismus/Freizeitwirtschaft, Ernährungswirtschaft oder die Medizintechnik umfasst.
Die Förderung der wirtschaftsnahen und touristischen Infrastruktur ist weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil, um die unternehmerische Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit zu stärken. Dies gilt insbesondere für Infrastrukturmaßnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Förderung von gewerblichen Investitionsprojekten stehen und die baulichtechnischen Voraussetzungen für die Ansiedlung und Errichtung neuer Unternehmen, aber auch für Betriebserweiterungen und -umsiedlungen bestehender Unternehmen schaffen. Die Küstenregion und weitere Erholungsgebiete im Binnenland bieten auf Grund ihrer natur- und kulturräumlichen Potenziale gute Entwicklungschancen für ein qualitatives und quantitatives Wachstum des Tourismus. Um die Attraktivität des Landes sowohl für Investoren und Wirtschaftsunternehmen als auch für die Wohnbevölkerung zu erhöhen, ist ein weiteres Ziel dieses Schwerpunktes die umweltspezifische Infrastruktur zu verbessern und auszubauen. In Mecklenburg-Vorpommern besteht für die Modernisierung und die gezielte Erweiterung der Abwasserinfrastruktur ein deutlicher Investitionsbedarf. Die Förderung wird sich deshalb vor allem auf die Abwasserentsorgung konzentrieren.
Die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern und die Mobilität zu erhöhen sind wesentliche Ziele des vierten Schwerpunktes. Für die Wirtschaftsentwicklung ist ein leistungsfähiges Verkehrsinfrastrukturnetz und die Sicherstellung einer hohen Mobilität von Unternehmen und der Beschäftigten eine Grundvoraussetzung. Die Bemühungen, den großen Nachholbedarf in der überregionalen Verkehrsinfrastruktur zu erfüllen, sind in den letzten Jahren sichtbar vorangekommen. Die großräumige Erreichbarkeit der Region hat sich spürbar verbessert. Aufgabe des EFRE wird es hauptsächlich sein, weiterhin die vom Bund geplanten baulichen Investitionen in das Bundesverkehrswegenetz durch Planungsleistungen zu unterstützen und das nachgeordnete Streckennetz mit Blick auf die Anbindung an die Bundesfernstraßen und der Zentren untereinander zu verbessern. Das Küstenland Mecklenburg-Vorpommern liegt in einer Brückenposition zu Skandinavien und Osteuropa. Mit der EU-Osterweiterung ergeben sich Zukunftsperspektiven, die es insbesondere im umweltfreundlichen Seeverkehr zu nutzen gilt. Durch die Modernisierung ihrer Infrastruktur soll die Wettbewerbsposition der Ostseehäfen des Landes gestärkt und ihr Marktanteil am Umschlagvolumen erhöht werden. Die Aktivierung städtischer Lebens- und Wirtschaftsräume ist ein weiteres spezifisches Ziel. Die Förderung konzentriert sich dabei auf die Stärkung der Städte als Wachstumsmotoren in einer vornehmlich ländlich geprägten Region. Grundlage der Förderung sind Integrierte Stadtentwicklungskonzepte, mit denen der komplexe, langfristige und themenübergreifende Stadtentwicklungsprozess auch im Hinblick auf die bevorstehenden demographischen Herausforderungen begleitet und gesteuert werden kann.