Blutabnehmen hygienischer, Wundauflage heilsamer, Dienstplanung flexibler und Dienstleistungen für die Bewertung von Medizinprodukten

Glawe: Alle Gewinner punkten mit neuartigen innovativen Lösungen in der Gesundheitswirtschaft

Wirtschaftsminister Harry Glawe (7. von links) mit allen Gewinnern des diesjährigen Ideenwett­bewerbs Gesundheitswirtschaft (Foto: WM) Details anzeigen
Wirtschaftsminister Harry Glawe (7. von links) mit allen Gewinnern des diesjährigen Ideenwett­bewerbs Gesundheitswirtschaft (Foto: WM)
Wirtschaftsminister Harry Glawe (7. von links) mit allen Gewinnern des diesjährigen Ideenwett­bewerbs Gesundheitswirtschaft (Foto: WM)
Wirtschaftsminister Harry Glawe (7. von links) mit allen Gewinnern des diesjährigen Ideenwett­bewerbs Gesundheitswirtschaft (Foto: WM)
Nr.120/18 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 23.04.2018  | Europamv  | europa-mv.de

„Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ – unter diesem Motto hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Kooperation mit der Initiative für Life Science und Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern BioCon Valley® Ende vergangenen Jahres zum neunten Mal zur Teilnahme am Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft aufgerufen. Heute wurden die Gewinner des landesweiten Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft 2018 durch den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, in Rostock vorgestellt und prämiert.

 

Vielversprechendes Potential für die Gesundheitswirtschaft

„Die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs zeichnen sich durch eine hohe Kreativität mit vielversprechendem Zukunftspotenzial für die Gesundheitswirtschaft aus“, so Glawe. „Alle Beiträge enthalten völlig neue Lösungsansätze für den medizinischen Sektor und sind geeignet, bundesweit und darüber hinaus Akzente zu setzen“, zeigte sich Wirtschaftsminister Harry Glawe von der Qualität der Konzepte der vier Gewinner überzeugt.

Die Ideen, die auch die Fachjury begeistert haben, sind ein neuer Stauschlauch für die Blutentnahme, eine medizinische Wundauflage zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms, eine App zur Verbesserung der Dienstplanung im Klinik- und Pflegebereich sowie die Planung und Vorbereitung eines Dienstleistungszentrums und Prüflabors für Blutreinigungsprodukte (s. Überblick). Insgesamt sind 25 Bewerbungen im laufenden Wettbewerb eingegangen und bewertet worden. Das Fördervolumen der vier Projektideen beläuft sich auf 580.000 Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), die Gesamtinvestitionen auf 771.000 Euro.

 

Neue Lösungsansätze und innovative Ideen

Der Wirtschafts- und Gesundheitsminister lobte das Engagement aller Teilnehmer, die mit ihrer Kreativität und Expertise zur Umsetzung neuer Lösungsansätze und innovativer Ideen dazu beitragen, Mecklenburg-Vorpommern als Wirtschafts- und Gesundheitsstandort weiter zu profilieren. „Der Wettbewerb ist ein wirksamer Beschleuniger für kluge Initiativen in der erfolgreichen Wachstumsbranche der Gesundheitswirtschaft“, unterstrich Glawe. Er bedankte sich beim ressortübergreifenden Beirat für die Auswahl der Preisträger sowie für die kompetente, fachliche Unterstützung durch das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern und die BioCon Valley GmbH, die diesen Wettbewerb erfolgreich durchgeführt haben.

Seit 2008 wurden und werden aus Mitteln für Projekte der Gesundheitswirtschaft insgesamt rund 90 Projektideen mit einem Gesamtvolumen von 17,2 Millionen Euro in Höhe von 12,7 Millionen Euro finanziell unterstützt. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

 

Gesundheitswirtschaft ist Wachstumsmotor in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet.

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes beträgt ca. 15,3 Prozent. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16 Euro in anderen Branchen des Bundeslandes. In der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns sind rund 148.000 Erwerbstätige (ca. 19,9 Prozent des Gesamtarbeitsmarktes) beschäftigt. „Jeder fünfte Arbeitsplatz befindet sich bei uns in der Gesundheitswirtschaft. Die Gesundheitswirtschaft ist ein Wachstumsmotor bei uns im Land. Der Gesundheitsmarkt bietet angesichts der demografischen Veränderungen und des steigenden Bewusstseins um das eigene Wohlbefinden noch riesige Chancen für innovative Ideen“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

 

Überblick Gewinner Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2018 

DaisyGrip – Der hygienische Stauschlauch für die Blutentnahme

daisygrip GmbH Rostock - www.daisygrip.de

Mehr als eine Million Blutentnahmen finden täglich allein in Deutschland statt. Der herkömmliche Stauschlauch wird den heutigen Hygieneansprüchen jedoch nicht mehr gerecht, da er aus einem mit Elasthan verwobenen Baumwollmaterial besteht und somit leicht zu einer Infektion beitragen kann. Die Lösung zur Reduzierung der Keimübertragung bei der Blutentnahme ist der „DaisyGrip – der hygienische Stauschlauch“. Durch eine Sprüh- und Wisch-Desinfektion kann die gänzlich glatte Oberfläche des Stauschlauches vor Ort in nur 30 Sekunden desinfiziert und der Keimtransport nachweislich verhindert werden. Der selbstfindende Magnetverschluss erleichtert zusätzlich den Arbeitsprozess, da er schnell und zuverlässig mit einer Hand verwendbar ist. Der hygienische Stauschlauch wurde von Medizinern und Ingenieuren der Rostocker Universität entwickelt. „Hier entsteht ein innovatives Produkt, welches nachhaltig für mehr Sicherheit bei Blutentnahmen sorgen kann“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe.

 

Dienstleistungszentrum für die Bewertung von Medizinprodukten

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) Rostock

www.izi.fraunhofer.de/de/departments/leipzig-location/immunology/extracorporeal-immunomodulation.html Bisher gibt es in Deutschland keine Anlaufstelle, die sich auf die Zertifizierung von Medizinprodukten zur extrakorporalen Blutreinigung spezialisiert hat. Bei der extrakorporalen Blutreinigung wird das Blut außerhalb des Körpers von Schadstoffen gereinigt. Am bekanntesten ist die Dialyse bei Nierenerkrankungen. Die eingereichte Projektidee zur Vorbereitung der Schaffung einer zentralen Anlaufstelle als Dienstleistungszentrum und staatlich anerkanntes Prüflabor für alle entwickelnden und produzierenden Unternehmen und Institute im Bereich der Blutreinigung soll den Unternehmen das Bewerten und Inverkehrbringen ihrer Produkte in diesem medizinisch bedeutungsvollen Bereich erheblich erleichtern. „Ziel der Initiative ist es, zukünftig die Prüfung und Bewertung von Medizinprodukten und eine Beratung für die Produktentwicklung und -zulassung in Mecklenburg-Vorpommern anzubieten“, so Wirtschaftsminister Glawe.

 

Antibakterielle Wundauflage zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms (DFS)

Speed Care Mineral UG Neubrandenburg (Geschäftsführer Dr. Joachim Schomburg)

Schlecht abheilende und chronische Fußwunden, bei denen die Schädigungen bis tief ins Gewebe reichen, sind die Ursache der Entstehung des Diabetischen Fußsyndroms. Dieses hat zur Folge, dass mehr als 50.000 Amputationen jährlich in Deutschland bei Diabetikern durchgeführt werden müssen.

Ziel des Neubrandenburger Unternehmens ist die Entwicklung einer neuartigen Wundauflage, die erstmalig die bereits nachgewiesenen blutstillenden Eigenschaften mit hochreinen Mineralien mit antibakteriellen und haftungsarmen Eigenschaften auf der Wundoberfläche zu einem neuartigen Medizinprodukt verbindet. Die Wundauflage wird unter anderem mit dem natürlich vorkommenden Nanomaterial Halloysites beschichtet, die zu einer extrem schnellen Blutstillung führen und somit auch für Patienten, die Blutverdünner nehmen müssen, von großer Bedeutung sind. „Die Wundauflage wäre gerade im Bereich chronischer Wunden ein Fortschritt für den Heilungsprozess“, erläuterte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.

 

Vote2Work®-HEALTH - Dienstplanung mittels App

MVCon InnovationLab GmbH Rostock

www.vote2work.com

Das Rostocker Startup MVCon InnovationLab steht für flexible Personaleinsatzplanung in der digitalen Arbeitswelt mit innovativen Methoden und smarten Assistenten. Personalplanung von heute muss den verschiedensten Anforderungen genügen. Kapazitätsbedarfe müssen gedeckt, Zeitkonten gesteuert und tarifrechtliche Aspekte eingehalten werden. Wie kann der Disponent da noch den Überblick behalten? Und wie kann der Aufwand gering gehalten werden? Insbesondere der Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich sowie die Dienstplanung bei Mitarbeiterausfall stellen Einrichtungen immer wieder vor große Herausforderungen. „Mit dieser Projektidee wird der Prozess der Dienstplanung um Komponenten wie Flexibilität, Transparenz und Zuverlässigkeit ergänzt und soll die Arbeitswelt 4.0 im Gesundheits- und Pflegebereich mittels einer Plattform zur Dienstplanung (App) vereinfachen“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe. 

Weitere Auskünfte zum Ideenwettbewerb 2018

BioCon Valley® GmbH/Gesundheitswirtschaft

Kontakt Lisa Gehrke

Friedrich-Barnewitz-Straße 8, 18119 Rostock

T +49 381-51 96 48 30; E lg@bcv.org

www.bcv.org

www.facebook.com/bioconvalley