„Grenzen trennen – die Oder verbindet“ – internationale Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft in Greifswald

Glawe: Leistungsfähiger Verbund soll Regionen infrastrukturell enger vernetzen

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe eröffnet die internationale Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft in Greifswald. Foto WM. Details anzeigen
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe eröffnet die internationale Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft in Greifswald. Foto WM.
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe eröffnet die internationale Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft in Greifswald. Foto WM.
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe eröffnet die internationale Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft in Greifswald. Foto WM.
Nr.88/18 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 22.03.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Rund 50 nationale und internationale Teilnehmer aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen sowie den westpolnischen Wojewodschaften Westpommern, Lebuser Land, Großpolen und Niederschlesien nahmen am Donnerstag (22.03.) in Greifswald an der Fachkonferenz Gesundheitswirtschaft und Gesundheitswesen im Rahmen der Oder-Partnerschaft teil. „Grenzen trennen – die Oder verbindet – so lautet das Motto, unter dem die Partner projektorientiert erfolgreich zusammen arbeiten. Ziel ist der Aufbau eines leistungsfähigen Verbundes, der die Regionen diesseits und jenseits der Oder infrastrukturell enger vernetzt. Das ist bereits gut gelungen, wie das Beispiel der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungsdienst beweist“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

 

Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt grenzüberschreitenden Rettungsdienst

Das im Januar gestartete EU-Projekt „Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg (InGRiP)“ verfolgt das Ziel, dass deutsche und polnische Rettungskräfte bei Bedarf zukünftig auch auf der jeweils anderen Seite der Grenze tätig werden können. Es wurde von der Universitätsmedizin Greifswald und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald initiiert. Auf polnischer Seite ist die Wojewodschaftsstation des Rettungsdienstes Stettin seit langem Ansprechpartner und von Beginn an in die Projektvorbereitung involviert. Hinzugekommen sind die DRF Luftrettung und die polnische Luftrettungsstation Goleniow. Weitere Partner sind der gemeinnützige Rettungsdienst Märkisch-Oderland sowie die Universität Greifswald mit ihren Lehrstühlen für Slawische Sprachwissenschaft und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement. „Ziel ist es, möglichst schnell und effektiv die Patienten im Notfall zu behandeln. Dafür wollen wir die Strukturen besser vernetzen und insbesondere Sprachschulungen für die Rettungskräfte fördern“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium fördert das Projekt im Programm Interreg V A aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in den kommenden drei Jahren mit rund zwei Millionen Euro.

 

Grenzübergreifende Kooperation und Prävention soll weiter ausgebaut werden

Weitere Fachthemen waren ökonomische und rechtliche Aspekte im Gesundheitswesen sowie die Intensivierung der bereits bestehenden Hochschulkooperationen. Im besonderen Fokus stand auch die verstärkte grenzübergreifende Kooperation und Prävention. Polnische und deutsche Ärzte, Unternehmen der Vorleistungs- und Zulieferindustrie (wie beispielsweise Medizintechnik, Biotechnologie, Gesundheitshandwerk und medizinischer Handel) arbeiten derzeit gemeinsam an einer besseren Gesundheitsversorgung, um gemeinsam Patienten in der Grenzregion behandeln zu können. So wurde beispielsweise in der Euroregion Pomerania ein grenzüberschreitendes Datennetzwerk zwischen deutschen und polnischen Krankenhäusern aufgebaut. Ziel des Projektes ist, die Diagnostik und Therapie von Patienten, insbesondere Tumor-, Herz-, Schlaganfall- und Unfallpatienten, in dem strukturschwachen Gebiet der Grenzregion auf ein höheres Niveau anzuheben und flächendeckend qualitativ hochwertig aufrechtzuerhalten.

 

Unter dem Motto „Daten statt Menschen transportieren“ arbeiten im POMERANIA-Netzwerk Krankenhäuser und Kliniken aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Wojewodschaft Westpommern eng zusammen, um die bestehende Situation in der Grenzregion zu verbessern. Mit Hilfe telemedizinischer Konferenzen werden große Distanzen überbrückt und Experten aus verschiedenen Standorten zum fachlichen Austausch zusammengebracht.

 

Bereits seit dem Jahr 2011 werden Neugeborene aus Mecklenburg-Vorpommern und der polnischen Wojewodschaft Westpommern im Rahmen eines grenzübergreifenden Neugeborenen-Screenings in der Modellregion Pomerania nach der Geburt umfangreichen Untersuchungen unterzogen und die Daten wissenschaftlich ausgewertet.

„Unser Ziel ist es, die Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum weiter auszubauen und zu stärken. Die Europäische territoriale Zusammenarbeit leistet dabei einen Beitrag zur europäischen Stabilität durch die Schaffung grenzüberschreitender Lösungen für die gemeinsamen Herausforderungen beim sozialen, wirtschaftlichen und räumliche Zusammenwachsen Europas“, sagte Glawe.

 

Im Auftrag der Landesregierung hat BioCon Valley® GmbH - das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns - die Organisation der Veranstaltung übernommen.

 

Informationen zur Oder-Partnerschaft

Die Oder-Partnerschaft ist ein informelles, interregionales Netzwerk mit Beteiligung folgender Regionen und Städte aus Deutschland und Polen. Von deutscher Seite handelt es sich um die Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern; von polnischer Seite sind es die Wojewodschaften Niederschlesien, Lebuser Land, Großpolen und Westpommern sowie die Städte Breslau, Grünberg, Landsberg, Posen und Stettin. Ziel ist der Aufbau eines leistungsfähigen Regionalverbundes, der auf möglichst vielen Gebieten kooperiert. Im Rahmen regelmäßiger Netzwerktreffen und Workshops werden die aktuellen Sachstände der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ausgetauscht und neue Projekt- und Kooperationsvorhaben diskutiert und initiiert.

Mehr unter www.oder-partnerschaft.eu