Minister will weitere Unterstützung für Schaf- und Ziegenhalter im Land

Nr.060/2018 - Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt  | 14.03.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus wird sich weiter für Erhalt und Stärkung der Schaf- und Ziegenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen. „Es ist unbestritten, dass durch die Schaf- und Ziegenhaltung ein wertvoller Beitrag in der Landschafts- und Deichpflege und damit zum Erhalt unserer Kulturlandschaft geleistet wird“, sagte der Minister heute Abend im Landtag.

Seit 2005 waren mit der Umwandlung der produktbezogenen EU-Direktzahlungen in Betriebsprämienzahlungen die Schafbestände in MV und deutschlandweit zunächst zurückgegangen. In den zurückliegenden drei Jahren seien sie im Land wieder leicht angestiegen und seither stabil, so der Minister. Mit Stand November 2017 wurden in Mecklenburg-Vorpommern in 300 Betrieben 70.500 Schafe gehalten, davon 46.900 Mutterschafe. „Unser Ziel ist es, diesen Bestand mindestens zu erhalten“, so Backhaus. Aus diesem Grund sei das Beweiden von Deichen durch Schafe im Landeswassergesetz festgeschrieben und als spezielle Deichpflegemaßnahme finanziell förderfähig gemacht worden.

Derzeit werden rund 528 Hektar Deichflächen im Land durch Schafe gepflegt, davon liegen ca.124 Kilometer Deichlänge im Elbegebiet und ca. 90 Kilometer Deichlänge im Küstengebiet. Die Deichpflege wird für je 3 Jahre ausgeschrieben; aktuell laufen in den Staatlichen Ämtern für Umwelt und Landwirtschaft Westmecklenburg und Vorpommern die Vergabeverfahren zur Deichunterhaltung durch Schafe für die kommenden drei Jahre.

Auf Forderungen nach Vereinfachung der Vergabe von Deichpflegeaufträgen an Schäfereien erklärte der Minister, dass es zu den Vergabeverfahren derzeit keine Alternative gebe. „Die Staatlichen Ämter als Behörde unterliegen der Landeshaushaltsordnung. Würde es einen einfacheren Weg geben, hätten wir ihn schon gewählt.“ Ebenso wenig sei eine bindende Vorgabe des Ministeriums zur Schafbeweidung an die rechtlich eigenständigen Wasser- und Bodenverbände möglich. Ihnen liege jedoch die Empfehlung des Ministeriums vor, zur Schafbeweidung geeignete Deiche zur Verfügung zu stellen.

Mithilfe 50-prozentiger finanzieller Unterstützung durch Beihilfen und öffentliche Leistungen sei es den Schafhaltungen möglich gewesen, kostendeckend zu arbeiten. Allerdings erzielten sie mit der Deichbeweidung noch keinen Gewinn, räumte Minister Backhaus ein. Er hatte Ende 2017 eine umfassende Analyse aller Fördermaßnahmen veranlasst. Zum Herbst 2018 erarbeite das Landwirtschaftsministerium in Abstimmung mit weiteren Ministerien sowie mit Wirtschafts- und Sozialpartnern einen Änderungsantrag zum Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR) zur Unterstützung der Schaf- und Ziegenhaltung in MV, der dann der EU-Kommission zur Genehmigung vorgelegt werde.

„Bereits jetzt steht das Agrarinvestitionsförderprogramm mit den Möglichkeiten der intensiven Förderung allen Schaf- und Ziegenhaltern offen“, erinnerte der Minister.