Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe hat mit Partnern den Startschuss für ein innovatives Modell der Patientenversorgung gegeben

Glawe: Modellprojekt leistet Pionierarbeit – Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung wird digital – bruchfreier Informationsaustausch zwischen Ärzten möglich

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe (2.v.r.) hat mit Partnern den Startschuss für ein innovatives Modell der Patientenversorgung gegeben. Foto: WM Details anzeigen
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe (2.v.r.) hat mit Partnern den Startschuss für ein innovatives Modell der Patientenversorgung gegeben. Foto: WM
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe (2.v.r.) hat mit Partnern den Startschuss für ein innovatives Modell der Patientenversorgung gegeben. Foto: WM
Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe (2.v.r.) hat mit Partnern den Startschuss für ein innovatives Modell der Patientenversorgung gegeben. Foto: WM
Nr.82/18 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 19.03.2018  | Europamv  | europa-mv.de

Am Montag ist in Torgelow und Ueckermünde der nächste Schritt in der vernetzten Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region vorgestellt worden: der Einstieg in den digitalen Datenaustausch von ambulant tätigen Haus- und Fachärzten in ein Krankenhaus. „Durch den digitalisierten Gesundheitsdatenaustausch können Informationen der Patienten bruchfrei ausgetauscht werden. Fehler können vermieden und die Behandlung deutlich verbessert werden. Denn: der Übergang von der ambulanten zur stationären Versorgung ist im Hinblick auf Behandlungsfehler oder Doppelbehandlungen, gerade auch in Bezug auf die Medikation, eine kritische Situation. Im ländlichen Raum ist die digitale Vernetzung vor allem nötig. Das ist ein innovativer Beitrag zur Sicherung der Gesundheitsversorgung in unserem Flächenland“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. In praxisnahen Tests in den beteiligten Arztpraxen und Kliniken hat das digitale Netzwerk seine Funktionsfähigkeit heute unter Beweis gestellt. Das System kann jetzt für die Einschreibung der Patienten genutzt werden.

 

Wirtschaftsminister hat Startschuss für digitalen Gesundheitsdatenaustausch gegeben

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe hat gemeinsam mit den Projektpartnern rund um das digitale Gesundheitsnetzwerk in einer Hausarztpraxis in Torgelow den symbolischen Startknopf für die digitale Einschreibung der Patienten gedrückt. Darüber hinaus hat er sich im AMEOS Klinikum Ueckermünde über die beispielhafte Durchführung des Modellprojektes informiert. Durchgeführt wird das Projekt vom Ärztenetzwerk HaffNet, der AOK Nordost, der Kassenärztliche Vereinigung M-V (KVMV) und der AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern.

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. „Die Akteure vor Ort tragen gemeinsam zur Verbesserung der regionalen Versorgung vor Ort bei. Die Umsetzung erleichtert die Zusammenarbeit für Ärzte und Patienten gleichermaßen“, so Glawe weiter.

 

Digitales Aufnahme- und Entlassmanagement

Künftig soll das Aufnahme- und Entlassmanagement ausschließlich digital erfolgen. Dazu haben die Vertragspartner einheitliche Aufnahme- und Entlassungsbögen entwickelt, die alle relevanten Daten eines Patienten – wie etwa Vorerkrankungen und die aktuelle Medikation – enthalten. Ziel ist es, den Klinikaufenthalt eines Patienten vorzubereiten und seine Anschlussversorgung zu organisieren. Bisher erfolgte die Übermittlung der Daten via Fax oder auf dem persönlichen Weg über den Patienten. Mit dem neuen Gesundheitsnetzwerk läuft die vernetzte Versorgung nun per Mausklick. Mit der Zustimmung des Patienten können die Ärzte bei einer geplanten stationären Behandlung relevante medizinische Patienteninformationen direkt und digital miteinander austauschen. In der digitalen Patientenakte sind darüber hinaus weitere Informationen enthalten: Notfalldatensatz, Medikationsplan und Impfpass.In einer nächsten Ausbaustufe sollen weitere Informationen angeboten werden. Die integrierte Zusammenarbeit zwischen ambulanten Haus- und Fachärzten und dem AMEOS Klinikum Ueckermünde richtet sich an 6.000 AOK-Versicherte in der Uecker-Randow-Region.

 

Auswirkungen der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung

Die Digitalisierung wird Auswirkungen auf unterschiedlichste Aspekte der Gesundheitsversorgung haben. „Sektorenübergreifende Ansätze werden deutlich einfacher. Eine schnelle Informationsvermittlung über Sektoren- und Institutionsgrenzen stärkt die interdisziplinäre und professionsübergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten in einer Region. Damit verbunden sind Verbesserungen der Versorgungsqualität. Auch der Aspekt der Patientenorientierung wird gestärkt. Über die Bereitstellung der Daten für Patienten können sich diese noch aktiver einbringen“, erläuterte Glawe. „Ebenso ist die Digitalisierung für eine Neuausrichtung der Berufsbilder und die Zusammenarbeit der ärztlichen und nichtärztlichen Professionen von Bedeutung. Sie erfordert neue Fähigkeiten und sie ermöglicht die eng abgestimmte Zusammenarbeit über Distanzen.“

 

Hochwertige Gesundheitsversorgung aufrechterhalten

Bei dem Modellprojekt ist das Ziel, für die Menschen in der Versorgungsregion Uecker-Randow die bedarfsgerechte wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. „Die Arbeit für medizinische und nicht medizinische Fachkräfte wird im Rahmen der Kooperation vielfältiger und attraktiver. Arbeitsplätze werden gesichert, Ausbildungsmöglichkeiten werden interessanter. Eine gut aufgestellte Gesundheitsversorgung macht eine Region attraktiv für Fachkräfte aber auch für Gäste. Beides kommt der Region als Wirtschaftsstandort zugute“, betonte Gesundheitsminister Glawe.

 

Gesundheitswirtschaft ist Wachstumsmotor in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Gesundheitswirtschaft in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ (2015) erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet.

 

Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes beträgt ca. 15,3 Prozent. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16 Euro in anderen Branchen des Bundeslandes. In der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns sind rund 148.000 Erwerbstätige (ca. 19,9 Prozent des Gesamtarbeitsmarktes) beschäftigt. „Jeder fünfte Arbeitsplatz befindet sich bei uns in der Gesundheitswirtschaft. Die Gesundheitswirtschaft ist ein Wachstumsmotor bei uns im Land. Der Gesundheitsmarkt bietet angesichts der demografischen Veränderungen und des steigenden Bewusstseins um das eigene Wohlbefinden noch riesige Chancen für innovative Ideen“, so der Minister. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

 

Informationen zum Ärztenetzwerk HaffNet

Das HaffNet ist ein Zusammenschluss von Ärzten verschiedener Fachrichtungen in der Region Vorpommern-Greifswald, speziell um die Regionen Ueckermünde, Torgelow, Eggesin, Pasewalk in einem Radius von ca. 50 km. Der gesellschaftliche Zusammenschluss aus derzeitig 45 niedergelassenen Ärzten wird durch eine Management GmbH geleitet. Das HaffNet ist bereits seit vielen Jahren engagiert und erfolgreich in der Region tätig.

 

Informationen zum AMEOS Klinikum Ueckermünde

Das Klinikum befindet sich in Trägerschaft der AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH und hat Betriebsstätten in Anklam, Pasewalk und Ueckermünde. Die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH hat mit insgesamt 322 Planbetten und 43 tagesklinischen Plätzen Aufnahme in den Krankenhausplan 2012 gefunden. Der private Krankenhausträger ist Arbeitgeber für ca. 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die AMEOS Gruppe, die in der Schweiz angesiedelt ist, betreibt derzeit an 38 Standorten 68 Einrichtungen mit 8.000 Betten/Plätzen. Rund 12.000 Mitarbeitende sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt.

 

Weitere Informationen, Bild- und Videomaterial finden Sie in der digitalen Pressemappe der AOK:

 

https://nordost.aok.de/inhalt/vernetzte-versorgung-digital/