Selmsdorfer Antriebsspezialist forscht zur Sicherheit von Schwerlasttransporten

Glawe: Vorhaben soll Transportgüter besser befestigen und so für zusätzliche Sicherheit auf Schienen und Straßen sorgen

Nr.463/17 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 19.12.2017  | Europamv  | europa-mv.de

Die AKB Antriebstechnik GmbH aus Selmsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) forscht derzeit an einem innovativen Ansatz, um Transportgüter auf Zügen und Lastkraftwagen besser zu sichern. Dabei geht es vor allem um zylindrische Transportgüter wie die sogenannten Stahlcoils (Bandstahlrollen). „Im Schwerlasttransport werden meist Gurte zur Stabilisierung der Ladung genutzt. Dabei kann das Gewicht einer solchen Ladung schnell bis zu 15 Tonnen erreichen. Mit dem Forschungsprojekt der AKB Antriebstechnik kann es für die Zukunft gelingen, diese Transportgüter schneller und noch besser zu befestigen und so einen erheblichen Beitrag für zusätzliche Sicherheit auf Schienen und Straßen zu leisten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

 

Mit mobilem Elektroantrieb und App soll die Ladungssicherheit erhöht werden

Zur Realisierung des Vorhabens plant die AKB Antriebstechnik GmbH die Entwicklung einer maschinellen Einrichtung, die zylindrische Transportgüter von hohem Gewicht und Abmessungen bis zu 2 Metern Durchmesser sichern kann. Der Transport der Bandstahlrollen („Coils“), die etwa zur Herstellung von Karosserieteilen in der Fahrzeugbranche in großen Mengen benötigt werden, erfolgt in den meisten Fällen per Zug oder LKW. Um die Coils auf der Ladefläche zu fixieren, werden sie jeweils in eine Mulde eingelegt. Dann ist die Fixierung jedes Coils durch eine stabile Haltevorrichtung erforderlich, um die Trägheitskräfte, die während des Transportes auftreten, zu kompensieren. Die Fixierung der Ladung soll mit einer speziellen Getriebeentwicklung ausgestattet werden, die die Bedienbarkeit der Ladungssicherung durch nur eine Person ermöglicht. „Ein mobiler elektrischer Antrieb soll die bisher schwere körperliche Arbeit vereinfachen und die uneingeschränkte Wirksamkeit der Ladungssicherung gewährleisten“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

 

Eine Sensorik erfasst den Sicherungszustand und kontrolliert mit Hilfe einer App, die wiederum Veränderungen jederzeit melden kann. Derzeit werden von der AKB Antriebstechnik GmbH Einsatzsituationen analysiert, auf deren Basis anschließend Simulationen zu den verschiedenen Belastungen, Geometrien und entsprechenden Belastungsparametern durchgeführt werden. Anhand der gewonnenen Daten erfolgt anschließend die Konzeption der einzelnen Systemkomponenten. Für erste Tests wird ein Prototyp für Laboruntersuchungen gebaut. Danach sollen zur Fortsetzung der Versuchsreihen Tests auf Schienenfahrzeugen sowie zum Abschluss auch auf LKW durchgeführt werden. Geplant ist, dass die innovative Vorrichtung zur Transportsicherung der Coils bis 2020 marktreif ist. „Die AKB Antriebstechnik hat sich als Spezialist für Sondergetriebe nach kundenspezifischen Anforderungen in allen Branchen einen guten Namen erarbeitet. Jetzt geht das Unternehmen in der Entwicklung und Forschung einen weiteren Schritt voran und will die Sicherheit im Transportwesen erhöhen“, sagte Glawe.

 

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 296.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 650.000 Euro.

 

Informationen zur AKB Antriebstechnik GmbH:

Die AKB Antriebstechnik GmbH wurde 1996 als Ingenieurbüro zur Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Sondergetrieben in Lübeck gegründet. Die Fertigung erfolgte zunächst bei externen Kooperationspartnern. Schnell wurde die Bedeutung der engen Vernetzung von Entwicklung und Produktion für eine Fertigung in höchster Qualität als wesentlicher Erfolgsfaktor erkannt. Es folgte eine eigene Montage mit Fachpersonal, Maschinenpark und Verwaltung an einem neuem Standort in Lübeck. Das Unternehmen etablierte sich in den folgenden Jahren in der Entwicklung verschiedenster Antriebslösungen. Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums erfolgte der Umzug nach Selmsdorf in Mecklenburg-Vorpommern. Am heutigen Standort entstand eine moderne Betriebsstätte, die das enge Zusammenspiel aller relevanten Unternehmensbereiche von der Entwicklung und Konstruktion über den Einkauf und Vertrieb bis hin zur Produktion gewährleistet. Im Laufe der Jahre entwickelte AKB ein breites Spektrum technologisch anspruchsvoller Antriebstechnik für die unterschiedlichsten Branchen. Am Standort sind derzeit 23 Mitarbeiter tätig.

 

Weitere Informationen www.akb-antriebstechnik.de