Prävention und Gesundheitsförderung in Rostock

Glawe: Stärkere betriebliche Gesundheitsförderung im Land

Nr.416/17  | 08.11.2017  | Europamv  | europa-mv.de

In Rostock hat am Mittwoch die Veranstaltung „Prävention und Gesundheitsförderung in Klinik und Praxis“ stattgefunden. „Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen, um die Menschen genau dort zu erreichen wo sie leben, lernen und arbeiten. Dabei müssen wir natürlich die Besonderheiten unseres Bundeslandes berücksichtigen und gegebene Vorteile nutzen. Wir brauchen geeignete und zeitgemäße Instrumente der Gesundheitsförderung. Hier helfen Anreize und Motivation, mehr für das Wohlbefinden der Belegschaft zu tun und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Rostock.

 

Stärkere betriebliche Gesundheitsförderung im Land nötig

Gesundheitsminister Glawe hat vor Ort für eine stärkere betriebliche Gesundheitsförderung im Land geworben. „Betriebliche Gesundheitsförderung wird noch zu wenig praktisch umgesetzt. Aufgrund ihrer Größe fehlen in vielen Betrieben Kapazitäten für eine eigenständige betriebliche Gesundheitsförderung. Weniger Krankheitstage bringen allen Beteiligten mehr Erfolg. Solche Angebote sind ein klares Plus für die Attraktivität des Arbeitgebers, der einsatzstarke Fachkräfte für sich gewinnen möchte“, forderte Glawe weiter. Beschäftigte bleiben aus gesundheitlichen Gründen durchschnittlich jährlich etwa 20 Tage ihrem Arbeitsplatz fern.

 

Projekt: Neuartiges Gesundheitsangebot für kleine und mittelständische Unternehmen

Als Beispiel nannte er das Projekt PAKt-MV mobil. Daran arbeiten und forschen Mediziner und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald. „Es ist ein neuartiges Gesundheitsangebot für kleine und mittelständische Unternehmen“, sagte Glawe. Der extra ausgestattete Einsatzbus PAKt-MV mobil hat vier Funktionsräume, wo verschiedene Untersuchungen stattfinden können. „Die erhobenen Parameter sind Grundlage für ein anschließendes Gespräch mit den Teilnehmern. Ziel ist es, bei Bedarf zu einer Einstellungs- und Verhaltensveränderung zu motivieren und die Teilnehmer auf dem Weg der Gesundheitserhaltung oder -verbesserung aktiv zu begleiten“ sagte Gesundheitsminister Glawe.

 

Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 2,25 Millionen Euro gefördert. Die Projektlaufzeit ist bis 2020 angelegt. „Es geht um mobile Gesundheitsförderung von Mitarbeitern, die in dieser Form einzigartig ist. Mit dem Vorhaben soll ein effizientes betriebliches Gesundheitskonzept für Mitarbeiter von Unternehmen vor allem auch in ländlicheren Regionen entwickelt und auf seine Alltagstauglichkeit getestet werden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

 

Landesrahmenvereinbarung Prävention

Durch das im Sommer 2015 in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention wird die Förderung der Gesundheit mehr denn je in den Fokus gerückt. Anfang des Jahres wurde die Landesrahmenvereinbarung für Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie unterzeichnet. „Die Landesregierung wird sich auch weiterhin, ohne Verpflichtung im Präventionsgesetz, mit freiwilliger Leistung einbringen. Es ist wichtig, dass alle Akteure des Gesundheitswesens in Mecklenburg-Vorpommern zusammenarbeiten und ihren Beitrag leisten, damit wir gemeinsam nachhaltig die Gesundheit der Bevölkerung in unserem Land verbessern“, so Glawe weiter.

 

Aktionsbündnis Gesundheit

Der Minister macht abschließend auf das Aktionsbündnis Gesundheit im Land aufmerksam. Das ist ein freiwilliger Zusammenschluss von im Land Mecklenburg-Vorpommern tätigen Akteuren im Gesundheitswesen. Ein Ziel des Aktionsbündnisses ist die Umsetzung und Weiterentwicklung des Landesaktionsplans zur Gesundheitsförderung und Prävention. Das Aktionsbündnis plant und beschließt Gesundheitsziele und Handlungsfelder, wie zum Beispiel Ernährung und Bewegung für den Nordosten. Diese münden dann in konkrete Projekte. Zur Umsetzung legen die Mitglieder des Aktionsbündnisses Verfahrensgrundsätze fest. „Die Mitglieder beteiligen sich aktiv an der Umsetzung des Landesaktionsplans und der Gesundheitsförderung im Land. Sie ermitteln Bedarfe und regen gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie Aktivitäten an, wobei die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und ältere Menschen im Fokus stehen“, sagte Glawe. Zum Netzwerk gehören mittlerweile fast 30 Mitglieder, die nachhaltig die Gesundheitsförderung und Prävention im Land stärken wollen.

 

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis unter:

www.aktionsbuendnis-gesundheit-mv.de