Wirtschaftsgespräche zum Arbeitsmarkt

Glawe: Maßnahmepaket für Arbeitsmarktförde-rung wird entwickelt - Programm Bürgerarbeit ist in Arbeit - Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt - Nachfrage nach höheren Qualifi-kationen wird steigen

Nr.140/17 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 28.04.2017  | Europamv  | europa-mv.de

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben am Freitag in Binz auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen über Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik sowie Fachkräftesicherung diskutiert. „Mecklenburg-Vorpommern kommt sowohl wirtschaftlich als auch auf dem Arbeitsmarkt weiter voran. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Neben der Gewinnung von Arbeitskräften ist es genauso wichtig, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Mitarbeiter in Unternehmen bleiben. Hierzu zählen attraktive Arbeitsplätze mit fairen Löhnen. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt. Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei, Beschäftigte durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen heranzuführen. Wir erarbeiten gegenwertig ein Maßnahmepaket für die Arbeitsmarktförderung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag vor Ort. Der Zahl der Arbeitslosen ist in Mecklenburg-Vorpommern im März deutlich zurückgegangen. In diesem Monat waren 79.400 Menschen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Das sind 11.500 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,6 Prozent.

Arbeitsmarkt in Vorpommern - Maßnahmepaket wird entwickelt

In Vorpommern waren im Jahr 2004 bei der Bundesagentur für Arbeit rund 53.000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt registriert. Im Jahr 2016 waren dies rund 24.000 Arbeitslose. „Die Anzahl an Arbeitslosen hat sich mehr als halbiert. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, Menschen in Arbeit zu bringen. Wir haben noch eine Menge zu tun", sagte Glawe. Es gibt regionale Unterschiede in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. "Wir wollen eine umfassende und räumlich differenzierte Analyse der regionalen und sektoralen Arbeitsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern erstellen. Darauf aufbauend wird der Entwurf eines Maßnahmenpaketes zugunsten einer regionalspezifischen Arbeitsmarktförderung des Landes entwickelt", so Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Für die regionalspezifische Arbeitsmarktförderung des Landes stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 landesweit etwa 45 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Mit Bürgerarbeit eine Perspektive für Langzeitarbeitslose schaffen - Programm ist in Arbeit

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen und Familien bei der Arbeitsmarktintegration. „Für Langzeitarbeitslose ist es wichtig, die soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. Mit der Bürgerarbeit wollen wir zusammen mit den Jobcentern in 2017 und 2018 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schaffen. So geben wir Menschen in der Grundsicherung wieder eine Perspektive. Davon sollen nicht nur gemeinnützige, sondern auch gewerbliche Unternehmen profitieren, ohne dass es zu Verdrängungseffekten kommt. Die Planungen laufen auf Hochtouren", betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe.

Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

In der Zuwanderung von geflüchteten Menschen liegt die Chance, vakante Stellen in Unternehmen besetzen zu können. „Deswegen ist die Unterstützung für die Wirtschaft bei der Integration von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt ein Anliegen meines Hauses. Unternehmer, die bereit sind, geflüchtete Menschen einzustellen, sollen Hilfe und Begleitung bekommen. Das Land und die Jobcenter werden Hand in Hand die ganzheitliche Betreuung von Arbeitgebern und Geflüchteten organisieren. Joblotsen sollen vor allem kompetente Berater und Betreuer von Arbeitgebern bei allen Fragen der Einstellung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen sein“, sagte Glawe.

Nachfragen nach höheren Qualifikationen wird steigen - Qualifizierungsoffensive soll im Sommer starten

Es wird nicht nur wegen des demografisch zurückgehenden Angebots an Arbeitskräften in Teilbereichen Engpässe bei Fachkräften geben. „Insbesondere weil die digital vernetzte Arbeitswelt durch komplexere und wissensbasierte Tätigkeiten gekennzeichnet ist, steigt die Nachfrage nach höheren Qualifikationen. Der demografische Wandel bedingt in Verbindung mit dem digitalen Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeit eine zunehmende Polarisierung von Arbeit. Das bedeutet unter anderem, dass sich Arbeit örtlich, zeitlich und qualitativ verändern wird. Dieser doppelte Strukturwandel führt zu steigenden Arbeitsplatzanforderungen. Das Wissen und der langjährige Erfahrungsschatz der Mitarbeiter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Unternehmenserfolges. Qualifizierung ist der Schlüssel zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit", sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Der Minister machte auf die Qualifizierungsoffensive in Unternehmen aufmerksam. Das Wirtschaftsministerium unterstützt künftig die Weiterbildung der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks. Die Offensive soll im Sommer dieses Jahres starten.

Wichtigstes Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze

Der Minister dankte den Unternehmerinnen und Unternehmern vor Ort für ihr Engagement Vorpommern als Region wirtschaftlich weiter voranzubringen. „Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Eingeladen zu den Wirtschaftsgesprächen in Binz hatten die Fährhafen Sassnitz GmbH, die IHK zu Rostock, die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern sowie der Unternehmerverband Vorpommern.