„Neue Seidenstraße“ – Zukünftige Handelswege von Asien nach Europa in Berlin im Blickfeld

Botschafter Bolat Nussupov, Dr. Karin von Bismarck, Dr. Pirko Kristin Zinnow, Christian Pegel (v. l.). Foto: Landesvertretung M-V/S.Gloede Details anzeigen
Botschafter Bolat Nussupov, Dr. Karin von Bismarck, Dr. Pirko Kristin Zinnow, Christian Pegel (v. l.). Foto: Landesvertretung M-V/S.Gloede
Botschafter Bolat Nussupov, Dr. Karin von Bismarck, Dr. Pirko Kristin Zinnow, Christian Pegel (v. l.). Foto: Landesvertretung M-V/S.Gloede
Botschafter Bolat Nussupov, Dr. Karin von Bismarck, Dr. Pirko Kristin Zinnow, Christian Pegel (v. l.). Foto: Landesvertretung M-V/S.Gloede
Nr.54/17 - Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung  | 31.03.2017  | Europamv  | europa-mv.de

In Berlin diskutierten am 29.03.2017 rund 300 Gäste die Rolle von Mecklenburg-Vorpommern bei der Ausgestaltung von Handelsrouten zwischen dem asiatisch-pazifischen Raum und der Ostseeregion. Bei der Etablierung einer „Neuen Seidenstraße“ wird das Land seine logistischen Kapazitäten künftig als wichtiges Verteilzentrum einbringen. Zu den hochrangigen Teilnehmern der Veranstaltung zählte der Botschafter Kasachstans in Deutschland, in dessen Heimat die Expo 2017 stattfinden wird.

Als Handelsroute auf dem Landweg verband das System der Seidenstraße einst Asien mit dem europäischen Kontinent. In der Initiative „Neue Seidenstraße“ wird der Gedanke eines Transportkorridors erneut aufgenommen und mit dem leistungsfähigen Verkehrsträger Schiene wiederbelebt.

„Das große Interesse am gestrigen Abend in der Landesvertretung beweist, dass die Zeit für ein so ambitioniertes Vorhaben wie die Seidenstraße reif ist. Mecklenburg-Vorpommern bietet mit seiner Lage als Brückenkopf in den Ostseeraum optimale Voraussetzungen, einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projektes zu leisten", so die Bevollmächtigte des Landes beim Bund Dr. Pirko Kristin Zinnow in ihrer Begrüßung.

„Es ist uns wichtig, Verbindungen zwischen Asien und Europa zu stärken und zu pflegen“, sagte Uwe Leuschner, Co-Initiator des Projekts „Neue Seidenstraße“ am Rande der Veranstaltung. Mit Dr. Karin von Bismarck hat er das Unternehmensnetzwerk „business-international.org“ gegründet, mit dem Anspruch, den bilateralen Austausch zwischen europäischen und eurasischen Unternehmern, basierend auf Vertrauen, Verantwortung und Respekt, zu fördern.

In den beiden Podiumsdiskussionen sowie beim anschließenden Networking besprachen Unternehmer, Verbandsmitglieder und Politiker die nächsten notwendigen Schritte beim Auf- und Ausbau der nicht zuletzt auch über den Ostseeraum laufenden Handelsrouten der „Neuen Seidenstraße“.

Auch die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen neben dem Wirtschaftsclub Russland, der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern, dem Landesverband Hafenwirtschaft sowie der Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV die Veranstaltung. „Das Projekt der ‚Neuen Seidenstraße‘ bietet insbesondere in den Ländern Kasachstan, Iran, Russland und China neue Möglichkeiten für Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Es ist ratsam, diese Chancen frühzeitig zu nutzen. Gemeinsam mit dem Netzwerk der Deutschen Auslandshandels-kammern unterstützen die IHKs die unternehmerischen Auslandsaktivitäten“, betonte Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

„Das positive Feedback zur Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, wie sehr unser Land und dessen logistisches Vermögen geschätzt werden. Über unsere ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur können wir die unterschiedlichsten Anforderungen für die Initiierung globaler Warenströmen erfüllen“, sagt Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Unternehmerstimmen aus Mecklenburg-Vorpommern zum Thema „Neue Seidenstraße“

Der Hafen Rostock steht den Plänen der Landesregierung positiv gegenüber. Dr. Gernot Tesch, Geschäftsführer der Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock: „Erkennbar sind Bestrebungen von chinesischer Seite, nach einer erfolgreichen Etablierung einer Vielzahl von Zugsystemen nach Kontinentaleuropa auch Nordeuropa über Landbrückenverkehre anzuschließen. Rostock mit seiner Vielzahl von Linienverbindungen in alle nordeuropäischen Länder bei gleichzeitig hoher Abfahrtsfrequenz bietet sich als Knotenpunkt für solche Verkehre geradezu an.“

Auch Harm Sievers, Geschäftsführer von Deutschlands östlichstem Tiefwasserhafen Mukran, sieht Potenziale: „Der Mukran Port bietet großzügige Flächen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen aus aller Welt. Hier könnten wichtige Verteilzentren für die Seidenstraßenverkehre durch Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Ebenso verfügt der Hafen über die Infrastruktur für Projektladungen und RoRo-Transporte nach Nord- und Osteuropa.“

„Die W2E Wind to Energy GmbH vermittelt Wissen und Expertise im Bereich der regenerativen Energie, speziell im Bereich Wind. Dieser Transfer findet global statt. Ein Fokus des Unternehmens liegt im asiatischen und mitteleuropäischen Raum, in China, Indien, im Iran, in der Ukraine, Russland, Kasachstan und der Türkei. Bemerkenswert ist, dass die Lizenznehmer in der Wahl ihrer Märkte und damit der Entfaltung ihrer Lizenzaktivitäten den Mechanismen der alten Handelswege folgen, sei aus traditionellen Gesichtspunkten, sprachlichen Gemeinsamkeiten oder einer besonderen Nähe in Verbindung mit dem Handel, d.h. dem Betreiben von Geschäften“, so Karsten Seul, Geschäftsführer des Unternehmens W2E.

Chancen zur Übernahme von Logistikfunktionen in den Verkehren zwischen Asien und dem Ostseeraum werden auch im Seehafen Stralsund als Vorpommerns Universalhafen gesehen. „Die hohe Bahnaffinität des Standortes, die durch aktuelle Ausbauvorhaben der Gleisinfrastruktur weiter gestärkt wird, sowie die Verfügbarkeit kainaher Ansiedlungs- und Logistikflächen bieten sich an, als logistisches Bindeglied im Warenaustausch zu fungieren“, sagte Stralsunds Hafen-Geschäftsführer Sören Jurrat.

„Unser Bundesland bietet einen strategisch optimalen Knotenpunkt zwischen den neu strukturieren transkontinentalen Transportketten über die Seidenstraße und insbesondere den skandinavischen Absatzmärkten. Hierfür bedarf es jedoch einer optimalen internationalen Vermarktung der Logistikkompetenzen unseres Landes.“ befindet Thomas Rust, Netzwerkmanager der Log-in MV und Berater bei CPL.