Auszeichnung für nachhaltiges Bauen an die Kita „Wildblume“ in Garz

Glawe: Ein richtungsweisendes und zukunftsorientiertes Modell – hohes Engagement der Gemeinde und des DRK-Kreisverbandes

Nr.89/17 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 17.03.2017  | Europamv  | europa-mv.de

Der Neubau der Kita „Wildblume“ in Garz (Insel Rügen) ist am Freitag mit dem BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) Nachhaltigkeitszertifikat in Gold des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ausgezeichnet worden. „Die Auszeichnung ist ein großes Lob für das hohe Engagement der Bauherren und aller Beteiligten vor Ort. Die Gemeinde Garz und der Kreisverband Rügen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben gemeinsam ein richtungsweisendes und zukunftsorientiertes Modellvorhaben umgesetzt. Das wird jetzt belohnt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

 

Passivhaus bietet Platz für 54 Kindergarten- und zwölf Krippenkinder

Die Gemeinde Garz hatte gemeinsam mit dem Träger der Einrichtung, dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Rügen e.V., eine sogenannte „Triple-Zero Kita“ errichtet. Der ovale Bau, der aus einer Holzkonstruktion mit Lehmwänden besteht und von einem Sonnendach aus recyclebarer Folie überspannt wird, nutzt keine fossilen Energien. Es wird ausschließlich auf Sonnenenergie gesetzt, das Haus gibt weder in den Boden noch in die Luft schädliche Emissionen. Zudem wurden natürliche Baustoffe eingesetzt, so dass bei einem Rückbau des Gebäudes kein Abfall entsteht. Das Passivhaus bietet Platz für 54 Kindergarten- und zwölf Krippenkinder im Alter von ein bis elf Jahren. Die Planungen für den Bau erstellte das Institut für Gebäude + Energie + Licht an der Fachhochschule Wismar. „Für die Kinder und die Erzieher ist ein bisher einzigartiger Ort entstanden. Die Jungen und Mädchen in der Kita Wildblume lernen spielerisch die Bedeutung nachhaltigen Bauens kennen und erfreuen sich gleichzeitig an modernen Räumlichkeiten. Vor allem der Wintergarten mit Solarkamin ist etwas Besonderes. Er lädt durch die lichtdurchflutete Gestaltung zum Spielen und Toben ein und verbessert zugleich die Energieeffizienz des Gebäudes“, sagte Glawe.

 

Informationen zum Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)

Die Zertifizierung wird für nachhaltiges Bauen in den Kategorien Gold, Silber und Bronze vergeben. Um den Gold-Status zu erreichen, müssen mindestens 80 Prozent in fünf Teilaspekten erreicht werden. Bewertet werden die ökologische, die ökonomische, die soziokulturelle und die technische Qualität sowie die Prozessqualität eines Gebäudes. Um eine Auszeichnung zu erlangen, soll bereits in der Bau-Planungsphase eine umfassende Betrachtung des Gebäudes berücksichtigt werden, unter anderem wird der gesamte Lebenszyklus des Baus betrachtet und die entstehenden Kosten bewertet. Der Primärenergieverbrauch, die Flächeneffizienz und die Umnutzungsfähigkeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Gebäudequalitäten, darunter unter anderem der Wärme- und Schallschutz. Weitere Informationen unter https://www.bnb-nachhaltigesbauen.de.

 

Informationen zur Förderung des Kita-Neubaus

Der Zuschuss des Landes zum Bau der Kita betrug insgesamt rund 860.000 Euro, davon stammen 240.000 Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) stellte 330.000 Euro bereit. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf 1,95 Millionen Euro.