ITB 2017: Weltweit größte Fachmesse brachte sehr gute Ergebnisse und zeigte Handlungsfelder auf

Glawe: Urlaub mit der Familie, Barrierefreiheit und Ausbau von gesundheitstouristischen Angeboten

Nr.84/17 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 13.03.2017  | Europamv  | europa-mv.de

Bestärkt durch viele gute Ergebnisse und ein sehr hohes Interesse am Urlaub im Nordosten haben die 21 Aussteller aus dem Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern am letzten Tag der 51. Internationalen Tourismusbörse in Berlin eine positive Bilanz gezogen. Auf mehr als 400 Quadratmetern, einer Ausstellungsfläche so groß wie ein Basketballfeld, begrüßte der Nordosten zwischen dem 8. und 12. März mehrere Tausend Fachbesucher, darunter Reiseveranstalter, Tourismusorganisationen, Verkehrsträger, Anbieter digitaler Lösungen sowie Politiker und Medienvertreter. An den anschließenden zwei Publikumstagen ließen sich zudem viele potenzielle Urlaubsgäste vor allem aus Berlin und Brandenburg von den Stärken des Urlaubslandes überzeugen. Schwerpunkt dabei war die auf der ITB gestartete Jahreskampagne zum Thema „Tradition und Brauchtum“ des Landes.

Urlaub mit der Familie, Barrierefreiheit und Ausbau von gesundheitstouristischen Angeboten

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe sagte: „Die Messe hat gezeigt: Unser Land ist auf die bevorstehende Saison sehr gut eingestellt. Wir konnten auf das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ordentlich aufmerksam machen. Ein Ergebnis der Messe ist, dass Urlaub in Deutschland auch in diesem Jahr stark nachgefragt wird. Entscheidend ist, dass aus der Nachfrage der Gäste auch ein Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern wird. Viele Gäste entscheiden sich oft kurzfristig für einen Urlaub. Hier haben wir gute Argumente zu überzeugen. Wir müssen für unsere Gäste alles ermöglichen, damit sie viele Nächte bleiben und auch gern wiederkommen. Wir punkten mit attraktiven und abwechselnden Angeboten. Urlaub mit der Familie, Barrierefreiheit und auch der Ausbau von gesundheitstouristischen Angeboten sind wichtige Schwerpunktthemen, um Gäste für unser Land zu gewinnen. Die Branche muss weiter investieren. Und auch wir werden touristische Maßnahmen, vor allem die, die der Saisonverlängerung und der Qualitätssicherung touristischer Angebote dienen, weiter unterstützen. Die Fachkräftegewinnung und auch -sicherung ist eine wesentliche Herausforderung für Unternehmen. Wir brauchen mehr ganzjährige Beschäftigungsverhältnisse.“

„Die ITB ist der erste große Prüfstein für 2017. Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusbranche hat sich gemeinschaftlich und gut vorbereitet präsentiert und so noch einmal kräftig Schwung für die Saison geholt. Das Interesse von Veranstaltern, Medienvertretern, Geschäftskunden und potenziellen Urlaubern war hoch, sodass wir auf ein erfolgreiches Jahr mit guten Geschäften und glücklichen Gästen hoffen dürfen“, sagte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landtages und Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig verwies sie auf Herausforderungen, die bei der Messe neuerlich deutlich wurden, etwa bei der Verkehrsanbindung oder beim Ausbau touristischer Wege vor allem im Radtourismus. Hinzu komme die Verunsicherung in Teilen der Reisewelt mit schwer ausrechenbaren Folgen. „Reisende haben mehrere Optionen und verändern je nach Sicherheitsgefühl flexibel ihre Ziele. Was auch am alternativen Urlaubsort bleibt, ist der Anspruch der Gäste an das Service-Level und die Infrastruktur. Die Menschen wollen nicht weniger als das, was sie aus ihren bisherigen Urlaubsregionen gewohnt sind“, so Bretschneider weiter. In einem internationalen Umfeld von Konkurrenz sei dies der Maßstab auch für Mecklenburg-Vorpommern.

Gute Gespräche zu zukünftigen Aufgaben

Gespräche zum Ausbau der nationalen und internationalen Beziehungen und Angebote standen auf der ITB an den drei Fachbesuchertagen auf dem Programm: So wurde unter anderem die erste Beiratssitzung zum Bundesprogramm „Blaues Band“ vorbereitet, bei der es vornehmlich darum gehen soll, die durchgängige Befahrung von Nebenwasserstraßen durch Motorboote abzusichern. Daneben hat es vielversprechende Verhandlungen über eine Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns als Partnerland des 50. Suisse Caravan Salons im Oktober im schweizerischen Bern gegeben. Auch eine Vereinbarung mit Tourismusvertretern aus Dänemark und Niederösterreich wurde vorbereitet, die im Juni mit dem Ziel des Aufbaus eines Fernradweges Wien-Prag-Berlin-Kopenhagen unterzeichnet werden soll. Schon jetzt zählt ein Teilstück, der Radfernweg Berlin-Kopenhagen, zu den beliebtesten Fernradwegen der Deutschen. In der Gunst der deutschen Gäste ist dieser laut aktueller Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) um drei Plätze auf Platz sieben gestiegen.

Breite Unterstützung gab es auf der ITB für die verstärkten Bemühungen des Landestourismusverbandes und seiner Partner, barrierefreies Reisen, Gesundheitstourismus sowie den Urlaub im ländlichen Raum als Themen stärker auszubauen und mit Produkten zu untersetzen. Auch in Sachen Digitalisierung und den damit einhergehenden Veränderungen hat die ITB mit einer Reihe von Foren und Seminaren für einen weiteren Erkenntnisgewinn bei vielen Messeteilnehmern gesorgt. Unter anderem wurden in diesem Zusammenhang erste Gespräche zu einer Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an dem im nächsten Jahr erstmals zeitgleich mit der ITB ausgerichteten „Berlin Travel Festival“ für jüngere Reisezielgruppen geführt.

Weiterhin wurde auf der Messe mit Reiseveranstaltern im Zusammenhang mit Flugreisen über die Anbindung von Reiseregionen mittels Shuttle-Verkehren diskutiert. Nach Angaben des größten deutschen Reiseveranstalters TUI sei dies eine wichtige Voraussetzung, um weiter in den Markt Mecklenburg-Vorpommern investieren zu können. Für den Flughafen Heringsdorf auf Usedom existieren entsprechende Lösungen, für Rostock-Laage seien diese ausbaufähig. Beachtlich: Bei der TUI Deutschland liegt die deutsche Ostseeküste weiterhin auf Platz eins im Ranking der beliebtesten Reiseziele; die Mecklenburgische Seenplatte ist auf Rang sechs ebenfalls gut positioniert. Nicht zuletzt wurden im Rahmen der ITB zwei touristische Workshops noch für März geplant: Einer davon betrifft die touristische Kooperation mit der zweiten großen deutschen Tourismusregion, Bayern. Der zweite Workshop für die touristischen Regional- und Fachverbände sowie die Städte in MV betrifft einen in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband erstellten Leitfaden für die touristische Kommunikation im Krisenfall.

Ausstellerbefragung: Stimmen zur ITB

Die Aussteller am Stand des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern blicken auf anregende Gespräche und eine hohe Nachfrage von Fachbesuchern und Publikum zurück. Den diesjährigen touristischen Themenschwerpunkt „Tradition und Brauchtum“ begrüßt laut Teilnehmerbefragung die Mehrzahl der Aussteller, da er dem Interesse der Gäste nach unverwechselbaren Erlebnissen Rechnung trägt. Eine Trachtengruppe stellte in Berlin traditionelle Kleidung vor, und die Bierseminare der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund am Mecklenburg-Vorpommern-Stand waren ebenfalls stark nachgefragt. Zudem gab es am ersten Messeabend einen mit rund 250 geladenen Gästen gut besuchten Empfang am Messestand mit regionalen Produkten und Beteiligung des Landesheimatverbandes. Auch die Pressekonferenz des Urlaubslandes MV stellte den Bezug zu gepflegten Traditionen und gelebten Bräuchen zwischen Ostsee und Seenplatte her. Thomas Sievert, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst, stellte auf der Messe Traditionen und Brauchtümer der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst vor, angefangen beim Tonnenabschlagen über die Zeesbootregatten bis hin zum 125-jährigen Jubiläum der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Besonders freute er sich gemeinsam mit seinen Kollegen aus Zingst über die Auszeichnung des Projektes „Olympus FotoKunstPfad“ als „Leuchtturm der Tourismuswirtschaft“ im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers.

Auch die Vertreter der Insel Usedom zeigten sich sehr zufrieden: „Mit neuen Veranstaltungen wie dem Vierkampf Xtreme Coast Race wollen wir mehr junge Gäste auf die Insel locken“, sagte Mathias Koch, Marketingreferent der Usedomer Tourismus GmbH. Das neue Event stellte der Kanute Gordon Harbrecht unter anderem Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph vor. Die Seetelhotels kündigten auf der Messe an, dass neben den für kommendes Jahr geplanten Eröffnungen des Waldhotels in Trassenheide und des Aparthotels Mare Balticum mit der „Villa Aurora“ in Heringsdorf ein weiteres Hotel auf Usedom von der Gruppe übernommen wird. Als Insel für Aktive präsentierte Caren Bakker, Marketingleiterin der Tourismuszentrale Rügen, Deutschlands größtes Eiland: „Es gab viele gute Gespräche und wir haben Rügen als Aktivregion gut platziert. Dabei war es uns wichtig, die Insel als Ganzjahresziel zu vermarkten.“

Dörthe Hausmann, Geschäftsführerin des Flughafens Rostock-Laage, zog für die ITB eine ebenfalls positive Bilanz: „Wir haben mit Reiseveranstaltern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Produkte entwickelt und mit Fluggesellschaften über mögliche Verbindungen verhandelt. Im Nachgang der Messe werden beiderseits Aufgaben abgearbeitet, um den Flughafen Rostock-Laage für die Katalogproduktion 2018 rechtzeitig und optimal zu positionieren.“ Etwas verhaltener war das Resümee von Norbert Vormelker, Marketingverantwortlicher für die Reiseregion Mecklenburg-Schwerin: „Die Fachbesuchertage waren etwas schwächer als im letzten Jahr, was auch mit dem Flughafen-Streik in Berlin zusammenhängt.“ Insbesondere am Freitag als drittem Messetag sei es ruhiger als in den Vorjahren gewesen, da viele Besucher alternative Möglichkeiten zur Abreise gesucht und genutzt hätten.

Bewertungen, Auszeichnungen und Präsentationen

Mecklenburg-Vorpommern ist das laut der Reiseanalyse der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen (FUR) beliebteste deutsche Urlaubsreiseziel: Demnach verzeichnet das norddeutsche Bundesland einen Marktanteil von 5,6 Prozent an allen 2016 angetretenen Urlaubsreisen der Deutschen (ab fünf Tagen Dauer) und liegt damit 0,1 Prozentpunkte vor Bayern. Zudem hält Mecklenburg-Vorpommern den deutlichen Abstand zu den Küstenländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die mit jeweils 4,2 Prozent folgen. Auch im Vergleich mit den internationalen Reisezielen der Deutschen behauptet sich Mecklenburg-Vorpommern gut: Hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter Spanien (14,8 Prozent) und Italien (8,2 Prozent) erreicht das Urlaubsland gleichauf mit der Türkei erstmals einen Podestplatz.

Die 33. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen als zweite, langjährig profilierte Studie zum Urlaubsverhalten kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Danach bleibt Deutschland das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Jeder dritte Reisende hat 2016 seinen Urlaub im eigenen Land verbracht. Mit jeweils 6,9 Prozent der Inlandsreisen bleiben Mecklenburg-Vorpommern und Bayern dabei die beliebtesten Ferienregionen. Mit etwas Abstand folgen Schleswig-Holstein mit 6,1 Prozent und Niedersachsen mit 3,8 Prozent. Zudem liegt Mecklenburg-Vorpommern der Analyse zufolge im Zehnjahresvergleich ebenfalls zusammen mit Bayern an der Spitze.

Laut ADAC-Reisemonitor steht Deutschland in der Reisegunst vor Spanien und Italien: Demnach liegt Urlaub im eigenen Land weiterhin unangefochten vorn in der Gunst der Befragten. Mit 31 Prozent liegt Deutschland bei den geplanten Haupturlaubsreisen 2017 weit vor Spanien (12,4 Prozent) und Italien (10,4 Prozent). Zudem halte die Reiselust der Deutschen trotz der unsicheren Lage in einigen Urlaubsregionen weiter an.

In der Gästezufriedenheit legt Mecklenburg-Vorpommern noch einmal leicht zu. Dies ergab das auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) vorgestellte Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, das die Tourismusentwicklung in den ostdeutschen Bundesländern widerspiegelt. Der so genannte Trust-You-Score, der die Zufriedenheit auf Basis von rund 30 Online-Bewertungsportalen misst, weist für den Nordosten 82,2 Punkte (von maximal 100) aus, ein Plus von 1,6 Prozent seit 2012. Allerdings: Der bundesweite Durchschnittswert liegt mittlerweile bei 82,5 Punkten (+ 3,2 Prozent seit 2012).

Mit dem neuen Heft „Mecklenburg-Vorpommern – Das Magazin für Ihren Urlaub zwischen Ostsee und Seenplatte 2017“ und vielen daran geknüpften Auskopplungen und Beilagen informiert der Landestourismusverband gemeinsam mit wichtigen touristischen Partnern Millionen potenzieller Gäste über Urlaubsmöglichkeiten im Nordosten. Die bereits vorliegende gedruckte Variante wurde zur ITB ergänzt durch ein digitales und interaktives Magazin, das als „Marco Polo travel magazine“ (www.marcopolo.de/travelmagazine) zum Download vorliegt und voraussichtlich von mehr als einer halben Million Menschen gelesen wird.

Im Bereich des wachsenden Radreisetourismus belegt Mecklenburg-Vorpommern wie im Vorjahr den siebenten Platz der beliebtesten Radreiseregionen. Das ergab die Radreiseanalyse 2017, die vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) auf der ITB vorgestellt wurde. Demnach ist Bayern die beliebteste Radreiseregion, gefolgt vom Münsterland und dem Bodensee auf den Rängen zwei und drei und vor der Ostsee auf Platz vier. Baden-Württemberg, das Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Norddeutschland, Brandenburg und der Schwarzwald behaupten sich ebenfalls vor Mecklenburg-Vorpommern als Bundesland. Bei der Frage nach den für Radreisen favorisierten Wegen belegt der Ostseeküsten-Radweg nunmehr den zweiten Platz, nachdem er im Vorjahr noch die Spitzenposition innehatte. Sechs Prozent der Befragten gaben an, den Radweg in diesem Jahr befahren zu wollen. Bei der Frage nach den beliebtesten Wegen liegt der Ostseeküsten-Radweg auf dem vierten Platz und damit einen Platz besser als im vergangenen Jahr.

Das Landesmarketing MV hat auf der ITB den internationalen Multimedia-Tourismus-Award „Das Goldene Stadttor“ erhalten. Ausgezeichnet wurde das Referat im Finanzministerium des Landes für den neuen Imagefilm, der Mecklenburg-Vorpommern als Land zum Arbeiten, Studieren, Forschen, Investieren und Genießen - kurz: als Land zum Leben präsentiert. Für den Film gab es „Gold“ in der Kategorie „Region“.

Im Rahmen des OSV-Barometers wurde der „MarketingAward – Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ an den „Olympus FotoKunstPfad in Zingst“ vergeben, der im letzten Jahr im Ostseeheilbad eröffnet wurde. Der Preis würdigt außerordentliche Marketingkonzepte. An acht markanten Ortspunkten entlang des „Olympus FotoKunstPfades“, in jeweils fußläufiger Entfernung, können Besucher Installationen internationaler Künstler bewundern und fotografieren.