Unternehmertreffen in Wismar: Traditioneller Neujahrsempfang der „Mittwochsrunde zu Wismar“

Glawe: Unternehmen investieren, neue Arbeitsplätze entstehen – Region ist attraktiver Wohn-, Lebens- und Arbeitsstandort

Nr.55/17 - Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit  | 15.02.2017  | Europamv  | europa-mv.de

Wirtschaftsminister Harry Glawe hob beim traditionellen Neujahrsempfang der „Mittwochsrunde zu Wismar“ – einem Unternehmenstreffen – die wirtschaftliche Stärke der Region hervor. „Die Hansestadt Wismar und der Landkreis Nordwestmecklenburg sind wirtschaftlich auf gutem Kurs. Unternehmen erweitern und siedeln sich neu an, dadurch werden Arbeitskräfte gebraucht. Im Schiffbau mit seinen maritimen Zulieferern und Dienstleistern geht es voran. Dank des Engagements der Unternehmer ist die gesamte Region ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Tourismusstandort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

 

Neue Perspektiven für maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

„Mit der Übernahme der Werften in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund durch die Genting-Gruppe haben sich für den Schiffbau und die gesamte maritime Industrie des Landes neue Perspektiven eröffnet. Jetzt gilt es, den Fachkräftebedarf auf den Werften bereitzustellen. Gleichzeitig stehen die maritimen Zulieferer, Dienstleister und Ingenieurunternehmen vor der Aufgabe, ihr produktions- und ingenieurtechnisches Personal an die neuen fachlichen Herausforderungen anzupassen“, sagte Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiff- und Bootsbau zählen etwa 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den hiesigen sechs größeren Unternehmen, den MV Werften an den Standorten Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock sind derzeit rund 2.100 Mitarbeiter mit etwa 220 Auszubildenden beschäftigt. Der Schiffbau wird ergänzt durch maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren. Diese beziehen sich nicht nur auf das Finalprodukt Schiff, sondern auch auf maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik. Insgesamt umfassen die maritimen Zulieferer und Dienstleister etwa 120 Unternehmen mit rund 5.000 Arbeitsplätzen.

 

Unternehmen investieren, neue Arbeitsplätze entstehen – Wirtschaftsministerium unterstützt gewerbliche Wirtschaft in der Hansestadt Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg

Seit 1990 wurden im Landkreis Nordwestmecklenburg 876 Investitionsvorhaben in Höhe von rund 500 Millionen Euro unterstützt, die ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro aufwiesen. Die Förderung erfolgte unter anderem aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Mit den Investitionsvorhaben entstanden rund 8.984 neue Arbeitsplätze, weitere 19.788 wurden gesichert. In der Hansestadt Wismar sind im gleichen Zeitraum 201 Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro in Höhe von rund 269 Millionen Euro unterstützt worden. Damit entstanden 3.397 neue Arbeitsplätze und 10.147 Jobs wurden gesichert. Jüngste Beispiele für Unternehmenserweiterungen in der Region sind die VISIOTEX GmbH, die in Warin eine Betriebsstätte errichtet hat zur Fertigung von Bürostuhl-Rücklehnen. In Wismar errichtet die Sensatronic GmbH (das Unternehmen beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Medizinprodukten) ein eigenes Firmengebäude. „Die Unterstützung der gewerblichen Wirtschaft sorgt dafür, dass neue Arbeitsplätze entstehen und bestehende Jobs gesichert werden. Diesen Weg wollen wir weitergehen und weiterhin die mittelständische Wirtschaft im Land stärken“, sagte Glawe.

 

Zahlen zur Region Wismar und Nordwestmecklenburg: Förderung von Infrastrukturmaßnahmen seit 2007

Seit 2007 wurden aus Mitteln der GRW sowie der Europäischen Fonds EFRE, des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELER) und außerhalb der Gemeinschaftsaufgabe im Landkreis Nordwestmecklenburg 44 Investitionsvorhaben bei einem Gesamtvolumen von 83,1 Millionen Euro mit rund 58 Millionen Euro gefördert. Darunter waren zwölf Vorhaben aus Wismar, deren Gesamtinvestitionen von 25,8 Millionen Euro mit 15,6 Millionen Euro unterstützt wurden. Dabei handelte es sich unter anderem um die Erschließung des Gewerbegebietes Dargetzow, die grundlegende Erneuerung des Westkais im Westhafen Wismar sowie die Ausstattung und den Innenausbau der PhanTechnikums.

 

Arbeitsmarkt in der Region – Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt Wirtschaftsinitiative Ostseeraum Wismar

Die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern lag im Januar 2017 bei 10,3 Prozent und 85.400 Arbeitslosen. Der Landkreis Nordwestmecklenburg ist mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent (6.500 Arbeitslose) unter dem Landesdurchschnitt.

In Wismar waren insgesamt 2.200 Personen arbeitslos gemeldet, 300 weniger als im Vorjahresmonat. Zur Fach- und Arbeitskräftesicherung werden unter anderem zwei Förderprojekte in der Region realisiert. Das Projekt „WOW – Wirtschaftsinitiative Ostseeraum Wismar. Attraktive Arbeitgeber brauchen attraktive Regionen“ in Trägerschaft der Dotzlaff Consulting GmbH bündelt die Aktivitäten von Unternehmen aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, um auf diesem Wege gemeinsam Fachkräfte gewinnen zu können. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 55.500 Euro; das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) in Höhe von 38.800 Euro.

Das Projekt „Region PLUS: betrieblich-vernetzte Kindertagesförderung“ in Trägerschaft der ISBW gGmbH soll dazu beitragen, am Standort Wismar bessere Vereinbarkeitsbedingungen Beruf-Familie für Unternehmen sowie deren Beschäftigte zu schaffen. Weiterhin unterstützt das Vorhaben den Aufbau einer 24-Stunden-Kita in der Hansestadt Wismar, um damit den Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu machen. Die Gesamtkosten betragen knapp 86.000 Euro, die aus ESF-Mitteln in Höhe von 50.000 Euro unterstützt werden.

 

Der Neujahrsempfang wird von dem Unternehmertreffen „Mittwochsrunde zu Wismar“ veranstaltet und findet seit 1992 jährlich statt.